Tigers verschlafen den Beginn

Nach zwischenzeitlichem 0:3-Rückstand ­bäumen sich die SCL ­Tigers auswärts gegen Kloten auf – und verlieren trotzdem 3:5.

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Stephan Dietrich

Im Sport wird nach Misserfolgen bekanntlich das Positive gesucht. Bitte sehr, seit gestern steht Kloten als Playoff-Teilnehmer fest. Für die SCL Tigers wiederum bedeutet dies, dass sie in der Klassierungsrunde nicht mehr auf diesen Gegner treffen können. Fünfmal standen sich die beiden Kontrahenten in dieser Saison gegenüber, viermal hiess der Sieger Kloten Flyers. Am Freitag siegten die Zürcher 5:3.

Das Heimteam war den Emmentalern zu Beginn klar über­legen. Bereits in der 6. Minute schepperte es erstmals. James Sheppard erzielte das 1:0, es war ein Tor mit Ansage. Zuvor hatten die Flyers bereits zwei gute Torchancen ausgelassen. Robin Leone konnte in der 5. Minute alleine auf Ivars Punnenovs zulaufen, wurde aber vom Langnau-Goalie gestoppt. Kurz darauf traf Denis Hollenstein nur den Pfosten.

Die SCL Tigers konnten den Gegner auch nach dem 1:0 nicht gross fordern. Kloten dominierte beinahe nach Belieben und bejubelte in der 15. Minute das 2:0.

Ausgerechnet Adrian Gerber beförderte den Puck in seinem 609. Einsatz für die Tigers mit dem Schlittschuh ins eigene Tor. Weil es im Eishockey keine Eigentore gibt, wurde der Treffer erneut Sheppard gutgeschrieben.

Langnau fand im ersten Drittel offensiv nicht statt. Selbst in Überzahl gelang es dem Team von Trainer Benoît Laporte kaum, Chancen zu kreieren. Als negativer Höhepunkt kassierten die Tigers kurz nach dem ersten Seitenwechsel sogar einen Shorthander. Hollenstein erzielte das 3:0, und Kloten hoffte auf eine ruhige Fortsetzung des Abends. Nur: Die SCL Tigers gaben nicht auf, kamen plötzlich auch zu Chancen und trafen. In der 26.?Minute realisierte Lukas Haas das 3:1, und in der 35.?Minute traf Kyle Wilson zum 3:2. Bei beiden Toren machte Klotens Schlussmann Luca Boltshauser keine allzu gute Figur. Der Ersatz für den verletzten Standardkeeper Martin Gerber offenbarte einige Unsicherheiten.

Im Schlussdrittel gerieten die SCL Tigers 2:4 ins Hintertreffen und kamen wieder auf 3:4 heran. Der Kampfgeist war vorbildlich, und bereits zwei Minuten vor Schluss präsentierte sich Laporte mutig. Der Coach ersetzte Punnenovs durch einen sechsten Feldspieler. Die Tigers suchten vehement den Ausgleich, Wilson scheiterte nur knapp. Als Kloten sich aus der Umklammerung befreien konnte, traf Hollenstein ins leere Tor zum 5:3-Endstand.

Die Emmentaler mussten also die Heimreise mit null Punkten antreten, obwohl sie im Abstiegskampf auf Zählbares angewiesen gewesen wären. Heute bietet sich bereits die nächste Siegchance. Der Gegner heisst wiederum ­Kloten und ist vielleicht, nach der definitiven Playoff-Qualifikation, etwas weniger zäh als am Freitag.

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