Tigers stellen sich hinter Waffenfabrikanten

Einer der Hauptsponsoren der SCL Tigers ist ein rechtskräftig verurteilter Waffenhändler. Der Verwaltungsrat sieht aber keinen Grund, sich von ihm zu trennen.

Tigers-Sponsor Karl Brügger. Bild: PD

Tigers-Sponsor Karl Brügger. Bild: PD

Der Thuner Waffenfabrikant Karl Brügger soll Hauptsponsor und Verwaltungsrat der SCL Tigers bleiben. Das machte Peter Jakob, Verwaltungsratspräsident des Emmentaler Eishockeyklubs, am Dienstag deutlich.

«Wir haben keine negativen Rückmeldungen von Fans», sagte Jakob im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF. «Von den Sponsoren hat sich nur einer gemeldet, der die Angelegenheit als problematisch einstuft.» Der Schaden halte sich insofern in Grenzen, stellte Jakob fest. Der Verwaltungsrat habe sich an seiner Sitzung vom Montagabend zu hundert Prozent hinter Brügger gestellt.

Das Bundesstrafgericht hatte Brügger zu einer Busse verurteilt, weil Waffen von Brüggers Firma statt in Neuseeland in Kasachstan landeten. Zwar stellte das Bundesgericht Verfahrensmängel fest und hob das Urteil auf. Brügger zog aber darauf seine Beschwerde zurück und bezahlte die Busse.

Das sei kein Schuldeingeständnis, schreibt Brügger auf der Webseite seiner Firma. Vielmehr habe er keine Chance auf einen fairen Prozess gesehen. SCL-Präsident Peter Jakob sagte im Radio SRF, der Verein habe sich viel Zeit genommen, um den Sachverhalt zu studieren. «Auch wir kamen zum Schluss, dass Brügger keinen fairen Prozess bekam.»

Brügger ist mit einem Kleidershop auf den Trikots des Eishockeyklubs vertreten. Laut Präsident Jakob zahlt ein Hauptsponsor gegen 300'000 Franken an die SCL Tigers.

mb/sda

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