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Tigers: Schwach auf der ganzen Linie

Die SCL Tigers gehen beim Tabellen-Letzten Rapperswil-Jona 3:7 unter – der desolate Auftritt wirft Fragen auf.

Philipp Rindlisbacher
Hängende Langnauer Köpfe in Rapperswil. Foto: Keystone
Hängende Langnauer Köpfe in Rapperswil. Foto: Keystone

Der Beginn war fürchterlich. Und es ging desaströs weiter. Was die SCL Tigers in Rapperswil im ersten Drittel boten, war nicht zum Zuschauen. Sie machten zwar vieles, aber fast nichts richtig, liefen dem Gegner hinterher und waren selten nahe an ihm dran. 0:1, 0:2, 0:3 stand es, nach drei, vier respektive sechs Minuten.

Zur ersten Pause hätte es auch 0:5 stehen können, in der eigenen Zone hatte die Panik regiert. Goalie Ivars Punnenovs spielte nicht einmal schlecht; er konnte einem leid tun, erhielten die Rapperswiler doch mehrmals freies Geleit. 22:5 lautete das Schussverhältnis – es war Ausdruck der Langnauer Überforderung. Was nicht primär am Gegner lag, notabene dem Tabellenletzten, der zwar gut aufgelegt war, für den der Playoff-Zug jedoch längst abgefahren ist.

Apropos Playoff: Nach der 3:7-Niederlage liegen die Langnauer nicht mehr in den Top 8, erstmals seit dem 15. November. Und sollte der gestrige Auftritt nicht ein einmaliger unerklärlicher (und an und für sich unverzeihlicher) Ausrutscher bleiben, so werden die Emmentaler unter dem Strich bleiben. Die Equipe von Heinz Ehlers steht noch auf Rang 10. Sie tut gut daran, den Blick auch nach hinten zu richten. Ambri-Piotta auf Platz 11 liegt nur zwei Punkte zurück. Zur Erinnerung: Die beiden schwächsten Teams nach Qualifikation und Platzierungsrunde bestreiten das Playout.

DiDomenicos Provokationen

Dass sich die Tigers im zweiten Drittel steigerten, phasenweise dominierten und durch Andrea Glauser (1:3) zwischenzeitlich verkürzten, soll nicht unerwähnt bleiben. Allein, es blieb ein kurzes Aufbäumen, und der Schaden war sowieso angerichtet. Im Schlussabschnitt agierten die Gäste mit grossen Schwankungen, phasenweise auch wieder desolat. So, als wüssten einige nicht, was auf dem Spiel steht.

Als «merkwürdig» bezeichnete Coach Ehlers die Leistung. Zwar zeigte er sich bemüht, das Geschehene schönzureden, seinen Frust aber vermochte er nicht zu verbergen. «Nicht akzeptabel waren die vielen Strafen», resümierte der Däne. Er war indes nicht einverstanden mit diversen Entscheidungen der Unparteiischen. «Unsere Spieler müssen nun zur Dopingkontrolle. Vielleicht hätte jemand anderes kontrolliert werden sollen», meinte er nur.

Die Undiszipliniertheiten waren in der Tat auffällig: Da war – welch Wunder – Chris DiDomenico, der in diesem und jenem einen Feind sah, vielleicht auch erzürnt ob der gestern aufgebrummten 2000 Franken Busse für seine Schwalbe Anfang Februar im Derby beim SCB. Während der Spielunterbrüche gab er den Unterhalter für die Haupttribüne – wie ein kleiner Bub liess er sich provozieren, animierte mehrere der allerdings wenig galanten Heimfans zum «Après-Eishockey» mit Fäusten auf dem Parkplatz.

Da waren aber vor allem die zehn (!) kleinen Strafen. Die erste hatte Benjamin Neukom nach 27 Sekunden kassiert. Neukom, ein Rapperswiler, der als Bub als Maskottchen im Bus der Lakers gesessen hatte, der von seinem Vater chauffiert worden war. Mit seinem Tor zum 2:6 betrieb der St. Galler Resultatkosmetik. Es war das einzig Positive: dass sich die Langnauer nicht komplett aufgaben und gegen vorne aktiv blieben.

Reden wollte weder Neukom noch einer seiner Kollegen. Die Mannschaft blieb nach der Schlusssirene lange in der Garderobe, es gab Diskussionen.

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