Tigers nahe am Ziel

Die SCL Tigers haben gegen Kloten 4:2 gewonnen und verteidigen ihren 11-Punkte-Vorsprung gegenüber ­Gottéron. Zum Ligaerhalt fehlen aus den verbleibenden vier ­Spielen maximal zwei Punkte.

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Stephan Dietrich

Stell dir vor, die SCL Tigers wollen den Ligaerhalt sicherstellen, und keiner merkt es. Es war sehr ruhig in der Ilfishalle. Die Tigers und der Gegner aus Kloten haben sich den Verbleib in der NLA nahezu gesichert. Dementsprechend verhalten gingen sie zu Werke.

Dabei hätten insbesondere die Langnauer die besten Voraussetzungen für ein offensives Feuerwerk gehabt. Die Gäste waren nämlich ohne ihre Torhüter Martin Gerber (angeschlagen) und Luca Boltshauser (krank) angereist. Zwischen den Pfosten stand so Remo Oehninger, der zu seinem allerersten Einsatz in der NLA kam. Der 28-Jährige spielte die Saison beim B-Ligisten Winterthur.

Irgendjemand hat für derartige Spiele den Begriff Kehrauspartie erfunden. Spannend war sie trotz engem Spielstand nie, hochklassig auch nicht. Beide Mannschaften liessen jegliche Struktur vermissen. «Spielen und spielen lassen» lautete das Motto. Packende Zweikämpfe? Fehlanzeige. Es erstaunte so einigermassen, dass lange nicht einmal Tore fielen, dabei genossen doch die Stürmer viel Freiraum.

«Es war kein gutes Spiel», bestätigte Yannick-Lennart Albrecht. «Wir wollten den Sieg unbedingt, aber wir kamen lange nicht in Fahrt. Wir machten viele Fehler.»

Vom 0:1 zum 3:1

Erst kurz vor Spielmitte eröffnete Kloten den Torreigen. Edson Harlacher war mit einem Schuss von der blauen Linie erfolgreich. Es dauerte keine Minute, bis die SCL Tigers ausgleichen konnten. Maxime Macenauer lenkte einen harmlosen Schuss Nils Bergers entscheidend ab. Die Emmentaler hatten endlich ein Mittel gefunden, den gegnerischen Torhüter zu überwinden. Auch Claudio Moggi lenkte die Scheibe beim 2:1 vor dem Tor ab.

Im Schlussdrittel waren die Tigers ein weiteres Mal erfolgreich. Nach dem 3:1 durch Albrecht steuerten sie einem ungefährdeten Sieg zu. Dieses Szenario hätte allerdings schlecht zum zuvor Gebotenen gepasst. So fiel das 3:2 in einer Überzahlsituation. Nach einem Fehler von Verteidiger Anthony Huguenin konnte Lukas Frick allein auf Ivars Punnenovs zulaufen und einschiessen. Nun, die SCL Tigers brachten den Sieg dann doch über die Runden. Sven Lindemann traf 27 Sekunden vor Schluss ins leere Tor zum 4:2.

«Es war ein Arbeitssieg», sagte Albrecht noch. «Weil wir technisch nicht brillierten, mussten wir uns die Tore richtiggehend erkrampfen. Zumindest dies ist uns gelungen.» Zum definitiven Ligaerhalt sollten die drei Punkte jedoch noch nicht reichen. Gottéron siegte gegen Ambri-Piotta 2:1 und kann die Emmentaler theoretisch immer noch überholen.

Nichtsdestotrotz plant man im Emmental auch weiter für die Zukunft: Am Dienstag wurden die Zuzüge von Verteidiger Federico Lardi und Center Eric Himelfarb finalisiert. Lardi hat bereits von 2010 bis 2013 bei den SCL Tigers gespielt und kehrt von Lausanne zurück. Der Kanadier Himelfarb ist mit einer Schweizerin verheiratet und wird voraussichtlich in einigen Monaten den Schweizer Pass erhalten.

Berner Zeitung

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