Alte Liebe rostet nicht

Wie erwartet kehrt Chris DiDomenico zu den SCL Tigers zurück. Der 29-jährige Kanadier hat bei den Emmentalern einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

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Für viele Tigers-Anhänger ist es ein bisschen wie Weihnachten im Frühsommer. Am Mittwoch dürfte der Club bekannt geben, was diese Zeitung bereits mehrfach geschrieben hat: Die SCL Tigers holen Chris DiDomenico zurück.

Der 29-jährige Kanadier hat einen Vertrag über zwei Jahre erhalten und wird nach Aaron Ga­gnon, Eero Elo, Harri Pesonen und Mikael Johansson Ausländer Nummer fünf im Emmentaler Ensemble.

Wobei DiDomenico alles andere als das fünfte Rad am Wagen ist. Von den Fans wird «DiDo» verehrt wie kein Tigers-Spieler seit Todd Elik, weshalb die meisten grosszügig darüber hinweg­sehen werden, dass er ihrem Lieblingsclub vor einem Jahr Hals über Kopf die Liebe kündete.

Ein Eklat zum Ende

Völlig unerwartet hatte DiDomenico im Februar 2017 und un­mittelbar vor der entscheidenden Saisonphase eine Offerte von den Ottawa Senators erhalten. Mit der Aussicht, in der NHL – der grösstmöglichen Eishockeybühne – zu spielen, drängte DiDo­menico mit aller Vehemenz auf einen Abgang.

Heute lässt sich festhalten: Sein Traum von einer Karriere in der NHL hat sich nicht erfüllt, dafür liegt eine veritable Odyssee hinter ihm. 27 Spiele absolvierte DiDomenico für die Senators (6 Tore / 4 Assists), meist kam er im Farmteam Belleville in der AHL zum Einsatz.

Im letzten November übernahm dann Tampa Bay seine Vertragsrechte, beorderte ihn sogleich in seine Partnerequipe nach Syracuse – um ihn lediglich eine Woche später an Ottawa zurückzugeben.

Im Februar wurde er von den Senators schliesslich im Tausch mit Ville Pokka zu den Chicago Blackhawks transferiert – die ihn sogleich in ihr Farmteam nach Rockford schickten. Dort allerdings glänzte DiDomenico, in 13 Playoff-Partien kam er auf 18 Skorerpunkte.

Und er offenbarte wieder einmal seinen un­berechenbaren Charakter: Nach dem Ausscheiden im Final der AHL-Western-Conference gegen die Texas Stars liess er sich von Zuschauern provozieren und schlug mit dem Stock mehrmals hart gegen das Plexiglas.

Der Mann für gewisse Fälle

Es gibt aus der Optik DiDomenicos durchaus berechtigte Gründe, das Abenteuer in Nordamerika zu beenden – monetäre, aber auch menschliche. Bei den SCL Tigers verdient er weitaus mehr als in der AHL, weil er dort rund die Hälfte seines Salärs versteuern muss.

Zudem geniesst er in Langnau trotz seines unschönen Abgangs nach wie vor viel Kredit. Als die SCL Tigers im letzten Herbst in die Krise geraten waren, wurde bereits darüber diskutiert, den Freigeist zurückzuholen. DiDomenico hat die Kontakte ins Emmental nie abgebrochen, und mit Heinz Ehlers sprach er sich bereits im letzten Frühling aus.

Natürlich wird DiDomenico unter dem Dänen nicht mehr so viele Freiheiten erhalten, wie das unter dessen Vorgängern der Fall war. Aber Ehlers weiss, was er am Instinktstürmer hat.

Überdies verfügt der Coach mit fünf ausländischen Stürmern nun über mehr Spielraum, gerade im zuletzt lamentablen Powerplay. Allerdings birgt es auch Konfliktpotenzial, schliesslich wird jeweils ein Importspieler den ungeliebten Platz auf der Tribüne einnehmen müssen.

DiDomenico übrigens wird im Juli zum Team stossen. Es ist davon auszugehen, dass die Leibchen mit der Nummer 83 in Bälde wieder zum Kassenschlager im Tigers-Fanshop werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.06.2018, 13:14 Uhr

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