Thun auf Kurs, Neff daneben

Thun steht nach einem 6:3-Heimsieg über Star Forward mit einem Bein in den Playoffs. Überschattet wurde das Spiel von einem folgenschweren Check des Thuners Manuel Neff.

Thuns Manuel Neff (rechts) – hier gegen Loic Mora – hatte sich nicht im Griff und steht nun schon bei insgesamt 235 Strafminuten.

Thuns Manuel Neff (rechts) – hier gegen Loic Mora – hatte sich nicht im Griff und steht nun schon bei insgesamt 235 Strafminuten.

(Bild: Markus Grunder)

«Ein Tor wird zugesprochen, wenn der Torhüter vom Eis genommen wurde und ein angreifender Feldspieler in einer Break-away-Situation von hinten gefoult und ihm somit eine klare Tormöglichkeit genommen wird.» Eine Regel, die äusserst selten zur Anwendung kommt. Nicht so an diesem Wochenende. In Lugano erzielte Gregory Hofmann gegen den SC Bern das 4:0, ohne dass der Puck je die Torlinie überquert hatte.

Einen Tag später gelang dies auch Thuns Fabian Boss gegen Star Forward. Der dritte «Treffer» an diesem Abend für den 26-jährigen Stürmer. Und noch nicht der Schlusspunkt in diesem für die Thuner so wichtigen Spiel. 3 Sekunden vor Spielende traf Raffael Lüthi zum 6:3-Endstand.

Erste Strafe nach 8 Sekunden

Die Thuner starteten motiviert, wenn nicht übermotiviert in das Spiel. Bereits nach 8 Sekunden musste Joël Eicher wegen eines Bandenchecks auf der Strafbank Platz nehmen. Das Heimteam überstand diese erste heikle Phase – und konnte kurze Zeit später das 1:0 bejubeln. Fabian Boss ging vor Goalie David Fragnoli vergessen und erzielte die frühe Führung. Noch im gleichen Drittel war Boss ein zweites Mal erfolgreich, dazwischen hatten die Waadtländer kurzzeitig ausgleichen können.

Für Gesprächsstoff in der Pause sorgte allerdings eine andere Szene. 109 Sekunden vor Drittelende holte Thuns Manuel Neff – erst gerade von einer 5-Spiele-Sperre zurückgekehrt – zu einem Bandencheck gegen ­Damien Riedi aus. Während der Thuner für diese Szene mit einem Restausschluss belegt wurde und in der Folge auch noch verbal negativ auffiel, musste der Spieler von Star Forward mit der Barre vom Eis getragen werden.

Der 24-Jährige wurde zuerst ins Thuner Spital, dann zu weiteren Abklärungen nach Bern überführt. Erst am Sonntagabend kam die Entwarnung: Riedi spürt seine Beine wieder. Weitere Untersuchungen sollen sicherstellen, dass er kein Ödem in der Wirbelsäule erlitt.

Showdown gegen Düdingen?

Die Unparteiischen beendeten in der Folge das Drittel vorzeitig. Nach Wiederanpfiff hielten die Thuner in der fünfminütigen Unterzahl den Schaden in Grenzen, kassierten «nur» den Ausgleich zum 2:2. Danach war das Heimteam wieder die spielbestimmende Mannschaft. Ein Doppelschlag innert 86 Sekunden brachte Thun zurück auf die Siegerstrasse (34./35.). «Im Schlussabschnitt haben wir versucht, die Scheibe von unserem Tor fernzuhalten», gab Dreifachtorschütze Fabian Boss nach dem Spiel zu Protokoll.

Ausgerechnet Star Forward (6.) könnte nun unter der Woche – mit einem Sieg im Nachtragsspiel gegen Basel (9.) – nicht nur die eigene Playoff-Qualifikation, sondern auch jene der Thuner (7.) perfekt machen. Wenn nicht, fällt die Entscheidung erst am letzten Spieltag, an welchem die Thuner zu Hause auf Düdingen (8.) ­treffen.

Berner Zeitung

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