Swiss League: Schon beinahe eine richtige Meisterschaft

Eishockey

Ab dieser Saison droht in der zweithöchsten Spielklasse wieder der Abstieg.

Gelingt dem SC Langenthal die Titelverteidigung in der Swiss League? Der Aufstieg ist zumindest vorerst vom Tisch.

Gelingt dem SC Langenthal die Titelverteidigung in der Swiss League? Der Aufstieg ist zumindest vorerst vom Tisch.

(Bild: Raphael Moser)

Es kommt einem vor, als wäre es schon lange her. Doch die Fakten sagen etwas anderes: Im Juni 2017 ereignete sich zum bisher letzten Mal das, was der zweitbesten Eishockey-Liga in der Schweiz den wenig schmeichelhaften Ruf einer «Pleiteliga» eingetragen hat. Ein Club musste Konkurs anmelden – der HC Red Ice Martigny hatte seine russischen Sponsoren verloren. Etwas mehr als zwei Jährchen liegt das nur zurück.

Vorher meldete sich im Juni 2014 der EHC Basel mit Konkurs ab, der HC Sierre verabschiedete sich nach der Saison 2013/14 aus der damaligen Nationalliga B. Chur, Herisau, Morges oder Neuenburg sind andere Teams, die ihre Budgets nicht mehr im Griff hatten und weiter unten einen Neuanfang machen mussten.

Noch 2014 starteten neun Teams in die Saison. Heute Freitag sind es nach Jahren mit ungeraden Anzahlen von Mannschaften deren zwölf. Wie in der National League. Neu ist auch: Aus der Swiss League kann nicht nur aufgestiegen werden. Nach den vier sorglosen Saisons, in denen eine Relegation nicht befürchtet werden musste, droht sogar ein Abstieg. Auch da: wie in der National League.

Die Swiss League sieht also schon beinahe wie eine richtige Liga aus. Doch die Gefahr eines Konkurses ist so weit weg dann doch wieder nicht. Denn nichts lässt die Unvernunft grösser werden als die Angst vor dem Scheitern, der Relegation.

Auch wenn doch einiges passieren muss, damit ein Team aus der dritthöchsten Klasse (Mysports League) die Bewilligung zum Aufstieg erhält und damit zur Ligaqualifikation antreten kann: Die Möglichkeit besteht eben. Absteigen will niemand. Und so will keiner mehr auf (teure) Ausländer verzichten.

Schnelle Rückkehrer

Sogar die Ticino Rockets wollen ernsthaft etwas dagegen unternehmen, zu oft zu verlieren. Mit Jan Bartko steht ein tschechischer Verteidiger im Team. Die in Biasca beheimatete Equipe wird gleich von vier NLA-Clubs getragen: Zu Ambri, Lugano und Davos stiess Lausanne.

Im Bestreben, die Liga auszubauen, ist es zu einer unerwartet schnellen Rückkehr gekommen. Der HC Sierre begann nach dem Rückzug 2014 in der 2. Liga, jetzt ist er bereits wieder Teil der Swiss League. Unterstützt von Genf zwar, aber bei solchem Tempo fragt man sich doch: Ist das alles wohlüberlegt und weitsichtig genug geplant? Mit Martigny-Chablais klopft schon ein nächster einst konkursiter Club erneut laut an die Tür der Swiss League.

Die Interessen und Möglichkeiten der Teams liegen weit auseinander. Die Rahmenbedingungen für einen Aufstieg erfüllen nur wenige. Die Farmteams GCK, EVZ Academy und Rockets dürfen per se nicht. Andere spielen in Stadien, die in der National League nicht tragbar wären.

Es wäre Pflicht der Liga, bereits früh genug und öffentlich zu erklären, wer überhaupt die Auflagen für Höheres erfüllt. Sie hat mit ihrem Schweigen im letzten Frühling mit zum Durcheinander beigetragen. Swiss-League-Sieger Langenthal meldete dann von sich aus den Verzicht auf die Ligaqualifikation gegen die SCRJ Lakers an. Dabei war schon lange klar gewesen, dass die Oberaargauer mit ihrem Stadion keinen Platz in der National League bekommen würden.

Eigentlich nur Kloten sowie mit Abstrichen Visp (neue Arena), Olten oder La Chaux-de-Fonds sind dieses Jahr Kandidaten – wenn sie sportlich so weit kommen.

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