Sven Leuenberger bleibt beim SCB

Nebst der Verpflichtung Kari Jalonens hat der SC Bern diverse Änderungen im Organigramm verkündet. Sven Leuenberger wird den Klub wider Erwarten nicht verlassen; er übernimmt die neue Stabsstelle strategische Sportentwicklung.

Im Gegensatz zu seinem Bruder Lars, der trotz errungenen Meistertitels die erste Mannschaft nächste Saison nicht mehr trainieren darf, hat Sven Leuenberger einen Posten hinter den Kulissen des SCB gefunden.

Im Gegensatz zu seinem Bruder Lars, der trotz errungenen Meistertitels die erste Mannschaft nächste Saison nicht mehr trainieren darf, hat Sven Leuenberger einen Posten hinter den Kulissen des SCB gefunden. Bild: Andreas Blatter

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Montag war beim SC Bern Medienmitteilungstag. Nicht einmal zwei Stunden nach der Vollzugsmeldung betreffend das neue Trainerduo Kari Jalonen/Ville Peltonen versandte der Klub ein neuerliches Communiqué unter dem Titel «Restrukturierungen beim SCB». Ab 1. Mai wird die SCB-Gruppe in drei Bereiche gegliedert: Die Sportabteilung steht neu unter der Leitung von Rolf Bachmann. Dazu kommen die Sachgebiete Gastronomie (Leitung: Sven Rindlisbacher) und Services (Richard Schwander) – die operative Gesamtleitung bleibt beim CEO und Verwaltungsratsdelegierten Marc Lüthi.

Dem von Bachmann geführten Unternehmensbereich Sport gehören die Abteilungen Profisport (Sportchef Alex Chatelain), SCB Future (Marc Weber) und Kommerz (Bachmann) an. Integriert wird die neu geschaffene Stabsstelle strategische Sportentwicklung, die der frühere Sportchef Sven Leuenberger übernimmt. CEO Lüthi begründet die Restrukturierungen damit, dass «die Sportkompetenz gestärkt» werden solle. «Dafür mussten wir im Bereich Kommerz Abstriche machen», sagt Lüthi. Mit Bachmann, Chatelain, Weber und Leuenberger werde sich künftig beim SC Bern «ein starkes Quartett für die Interessen des Sports einsetzen».

Was in der Theorie nach einschneidenden Änderungen klingt, dürfte in der Praxis nicht zu einer wesentlichen Umverteilung der Verhältnisse führen. Es wäre zwar falsch, die Restrukturierung als Sturm im Wasserglas abzutun, aber vielleicht kommt das Bild vom Sturm in der Badewanne der Realität am nächsten. Letztlich bleibt die Entscheidungskompetenz in der Trainerfrage beim Verwaltungsrat. Und der bisherige Marketingchef Weber wechselt zwar zurück in den Sportbereich, sein Tätigkeitsfeld als Geschäftsführer des Nachwuchses wird aber weiterhin etliche Marketingaufgaben beinhalten.

SCB-Style und SCB 14 plus

Die markanteste Änderung betrifft die neue Stabsstelle strategische Sportentwicklung von Sven Leuenberger. Zuletzt führte Leuenberger die Elitejunioren als Interimscoach zum Titel. Weil er mit dem Vorgehen der Klubleitung in der Trainerfrage – die Verantwortlichen hatten sich bereits vor den Playoffs für Jalonen und gegen den späteren Meistertrainer Lars Leuenberger entschieden – nicht einverstanden war, deutete vieles auf einen Abgang der Leuenberger-Brüder hin. «Ich habe mir etliche Gedanken gemacht. Extern hätten mich einige Jobs gereizt, die sind aber vergeben», sagt Sven Leuenberger, «gleichzeitig lag und liegt mir die Zukunft des SCB am Herzen. Schliesslich bin ich diesem Klub stark verbunden.»

Der CEO umschreibt Leuenbergers Aufgabe wie folgt: «Er soll eine Sportstrategie entwickeln. Ziel ist es, dass in zwei, drei Jahren bei jeder unserer Mannschaften – egal in welcher Alterskategorie – ohne Blick auf das Trikot ersichtlich sein wird, für welchen Klub sie spielt.» Lüthi liefert das Stichwort: «SCB-Style».

Und wie soll dieser SCB-Style aussehen, Sven Leuenberger? «Schnell, physisch stark, mit spielerischem Effekt.» Der vierfache Meisterspieler sagt, er habe in den letzten Monaten «Gefallen an der Arbeit on ice» gefunden. «Ich möchte daher so oft es geht mit den Coachs im Nachwuchs arbeiten und mithelfen, unsere Strategie aufs Eis zu bringen.» Vom Tagesgeschäft will er sich hingegen distanzieren.

Auch Leuenberger hat für seine Aufgabe einen Arbeitstitel: «SCB 14 plus». Er will die Strategie nach dem 14. Meistertitel prägen – damit in Bezug auf seine neue Stabsstelle später nie von einem Sturm im Wasserglas geschrieben wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.04.2016, 06:41 Uhr

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