Stillose Entmachtung bei den SCL Tigers

BZ-Sportredaktor Philipp Rindlisbacher über die Entmachtung von Tigers-Coach Benoît Laporte.

Noch ist Benoît Laporte Trainer der SCL Tigers – er wird es aber nicht mehr lange bleiben. Nach den Geschehnissen vom Samstagabend bei Ambri-Piotta kann die Klubführung den Frankokanadier auf keinen Fall mehr stützen. Des Trainers Ansehen vor dem Team hat massiv gelitten, seine Glaubwürdigkeit ist stark eingeschränkt.

Die Art und Weise, wie Laporte entmachtet wurde, ist stillos. Überspitzt formuliert liess der Sportchef dem Trainer die Hosen runter, als er ihn über eine Stunde lang vor der Garderobe warten und im Ungewissen liess.

Es ist Jörg Rebers gutes Recht, ja seine Pflicht, in Krisenzeiten ein Machtwort zu sprechen. Doch hätte er das gewiss geschickter inszenieren können, ein Köpfezusammenstecken wäre auch nach der Heimfahrt in Langnau – ohne Augenzeugen – möglich gewesen. Oft in den vergangenen Wochen beklagten sich die Tigers-Verantwortlichen über die angebliche Unruhe, welche durch die Medien ­verbreitet werde. Nun sorgen sie eigenmächtig für Unruhe – zur Unzeit.

Einen solchen Abgang hat Benoît Laporte nicht verdient, auch wenn die jüngsten Geschehnisse nicht eben für ihn sprechen. Den kriselnden Aufsteiger wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein neuer Trainer auf Kurs zu bringen versuchen.

Der Kanadier Larry Huras, SCB-Meistercoach von 2010, wird da und dort als möglicher Nachfolger ins Spiel gebracht; es handelt sich hierbei aber nicht um mehr als eine Spekulation. Nun sind die Spieler, welche offenbar nicht mehr geschlossen hinter dem Coach stehen, aber auch der Sportchef gefordert.

p.rindlisbacher@bernerzeitung.ch

Berner Zeitung

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