Starke Bären in der Löwengrube

Die ZSC Lions und der SC Bern haben sich einen packenden Spitzenkampf geliefert. Letztlich setzte sich der Meister 3:2 nach Penaltyschiessen durch. Die Berner haben einen Lauf – es handelte sich um den fünften Sieg in den letzten sechs Spielen.

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Vielleicht war der Zeitpunkt dieser Mitteilung bloss zufällig gewählt. Vor der gestrigen Partie gegen den SC Bern jedenfalls verkündeten die ZSC Lions schlechte Neuigkeiten: Die Zürcher haben die vergangene Saison mit einem Verlust von 2,325 Millionen Franken abgeschlossen.

Das grosse Minus ist in erster Linie auf das schnellstmögliche Ausscheiden in den Playoffs zurückzuführen. Vier Partien nur hatte der meistgenannte Titelanwärter im Frühling im Meisterrennen bestritten, dann war die Saison für ihn zu Ende. Gegner in der ersten Playoffrunde war ... der SC Bern gewesen. Die Mutzen hatten gegen die Zürcher ihren sensationellen Lauf gestartet, der am 12. April mit dem 14. Meistertitel endete.

Am Montag kehrte der SCB erstmals seit diesem Triumph ins Hallenstadion zurück. Und er war wieder erfolgreich. Im Penaltyschiessen setzte sich die Equipe von Kari Jalonen 3:2 durch. Justin Krueger und zweimal Maxim Noreau sorgten für den Zusatzpunkt. «Das Level war in diesem Spiel sehr hoch, das hat mir gefallen», hielt der Berner Coach zufrieden fest. «Im ersten und im dritten Drittel haben wir das Niveau gezeigt, das wir immer haben sollten.»

2 Tore in 24 Sekunden

ZSC Lions gegen den SC Bern – diese Affiche verspricht meistens spektakuläres Eishockey. Nun, das boten die beiden Teams auch am Montag – zumindest phasenweise. In der 27. Minute etwa bekamen die 8545 Zuschauer binnen 24 Sekunden zwei Tore und eine Grosschance zu sehen. Erst erzielte Fabrice Herzog das 1:1 mit einem platzierten Handgelenkschuss. Dann tauchte Berns Simon Bodenmann direkt nach dem Bully vor Lukas Flüeler auf, sah seinen Abschlussversuch jedoch vom ZSC-Keeper gestoppt, worauf die Zürcher sofort den Konter lancierten – und reüssierten.

Erst scheiterte Mattias Sjögren an Leonardo Genoni, doch dann stocherte Robert Nilsson erfolgreich nach. Das Zwischenresultat passte zum Geschehen auf dem Eis. Im ersten Abschnitt hatten die Berner mehr vom Spiel gehabt und waren, nachdem Simon Moser Christian Marti die Scheibe abgeluchst und auf Mark Arcobello gepasst hatte, durch den elften Treffer des Topskorers in Führung gegangen. Doch die Zürcher – zuletzt fünfmal in Folge siegreich – traten selbstbewusst auf und liessen sich durch den Rückstand kaum verunsichern. Im Gegenteil: Im Mittelabschnitt prägten sie das Geschehen – doch Genoni hielt den SCB im Spiel.

Im letzten Drittel schliesslich entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, ganz so, wie man es sich von Spielen zwischen diesen beiden Equipen gewohnt ist. Erfolgreich war jedoch nur Maxime Macenauer. Der Frankokanadier erzielte in seinem 8. Spiel für den SCB den ersten Treffer, sorgte damit für eine Verlängerung. Diese war zweifellos unterhaltsam, doch nicht von entscheidendem Charakter.

Genoni sei Dank

Fünf der letzten sechs Spielen hat der SC Bern nun siegreich gestaltet. In der Tabelle liegt er zwar fünf Punkte hinter Leader ZSC, doch hat dieser zwei Spiele mehr auf dem Konto. Angesprochen auf diesen Lauf, nannte Simon Moser sofort Genoni als Grund: «Er hat eine super Phase, hält uns immer wieder im Spiel, so wie etwa heute im zweiten Drittel.»

Gewiss hätten Spiele gegen die Zürcher speziellen Charakter, meinte Moser. «Das ist ein Topteam, wenn du gegen sie spielst, weisst du, wo du leistungsmässig stehst.» Nach dem 3:2-Sieg im Hallenstadion lässt sich also festhalten: Der SCB steht gut da.

Berner Zeitung

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