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Spezielles und Spazieren

Der SC Bern geht im Cup mit der notwendigen Seriosität ans Werk. Er bezwingt Langenthal 6:1 und steht im Viertelfinal (Auslosung am Montag).

Gelungener Geburtstag: Pascal Caminada liess sich nur einmal bezwingen, der SCB besiegt Langenthal 6:1. Foto: Marcel Bieri
Gelungener Geburtstag: Pascal Caminada liess sich nur einmal bezwingen, der SCB besiegt Langenthal 6:1. Foto: Marcel Bieri

Waldspaziergänge tun gut. Sie helfen gegen Bluthochdruck, Stress, negative Gefühle. Wahrscheinlich haben einige SCB-Anhänger nach dem Match vom Freitag gegen Lugano den Weg in den Wald gesucht.

Im Schorenwald von Langenthal aber ist an einen gemütlichen Sonntagsspaziergang nicht zu denken. Weil die Parkplätze neben der angrenzenden Eishalle belegt sind, wird kurzerhand die Strasse durchs Grün mit Autos zugepflastert – ein Kilometer Blech bis nach Thunstetten.

Ja, der SC Bern mobilisiert die Zuschauer. 3700 kommen zum Achtelfinal im Schweizer Cup, nicht alle Tickets werden abgesetzt. Die leeren Plätze begründen ein paar Einheimische mit dem örtlichen Oktoberfest vom Samstagabend.

Selbstverständlich ist in diesem Zusammenhang eine Anspielzeit von 13 Uhr am Sonntag kaum zumutbar – für Familien und Kinder hingegen ideal. So sind etwa die Jungfamilien der SCB-Spieler Ramon Untersander und Alain Berger zugegen. Sie sehen, wie der Favorit die Aufgabe mit Seriosität angeht, 6:1 gewinnt und ab Spielmitte quasi in den Viertelfinal spaziert.

Pestoni und Henauer

Letztmals gastierte der SCB vor vier Jahren im Cup in Langenthal: Dazumal siegte er nach 0:2-Rückstand 3:2. Auch in der Reprise beginnt der Aussenseiter mutig, stürmt, forecheckt auf Teufel komm raus. Weil der Teufel gemäss Redensart aber auch im Detail steckt, den Langenthalern diesbezüglich der Tick Genauigkeit abgeht, bleibt ihr forscher Start ohne Ertrag.

Vielmehr reüssieren die Berner. Der Leventiner Inti Pestoni zeigt, dass er auch ohne Extra-Motivation in Form von Lugano als Gegner ins Tor trifft. Nach sieben Minuten lenkt er einen Schuss von Calle Andersson ins Netz, später legt er im Powerplay für Untersander auf.

Nach zehn Minuten und dem dritten SCB-Treffer (Simon Moser) scheint die Partie entschieden, mit Sicherheit ist Langenthals Bonus an Selbstvertrauen aufgebraucht. Der Swiss-League-Meister gewann zuvor acht Partien in Folge – kein Vergleich zum taumelnden National-League-Meister.

Seis drum. Nach dem äusserst schwachen Auftritt am Freitag fehlt es dem SCB nicht an Dringlichkeit. Andrew Ebbett sorgt in Unterzahl für die Zäsur (29. Minute). Erneut Pestoni und Mika Henauer erzielen die weiteren Tore für die Berner. Letzterer trifft erstmals im SCB-Dress – ausgerechnet gegen jene Equipe, für die er in dieser Saison normalerweise im Einsatz steht.

Weil die Berner auf drei verletzte Verteidiger verzichten müssen (Beat Gerber, Justin Krueger, Eric Blum), kommt Henauer ausnahmsweise gegen statt für den SCL zum Zug.

Charakter und Caminada

Speziell ist auch der Vergleich der Goalies: Langenthals Philip Wüthrich wird Berns Pascal Caminada nach dieser Saison ersetzen. Am 33. Geburtstag hält die Nummer 33 ausgezeichnet. «In so einem Spiel kannst du wenig gewinnen. Wir waren bereit, zeigten Charakter», sagt Caminada.

Für den Ersatzgoalie sind es keine einfachen Tage. In der Meisterschaft kommt er seltener zum Einsatz, als das selbst SCB-intern erwartet wurde. Und vor kurzem erreichte ihn die Nachricht von der Verpflichtung Wüthrichs.

«Willst du deine Ziele erreichen, musst du mit Rückschlägen umgehen können», sagt Caminada. «Abgerechnet wird am Schluss. Die Saison ist noch jung.»

Für ihn steht im Zentrum, dass der Meister an Konstanz zulegt. Dass sich die Mitspieler in der Defensivarbeit viel schwerer tun als im Vorjahr, dazu mag sich der Torhüter nicht äussern. «Wir suchen seit längerem unsere Form, diskutieren über dieses und jenes. Irgendwann kommt der Punkt, wo es gilt: Mund zu und arbeiten. Mit diesem Sieg ist der erste Schritt gemacht.» Der nächste soll am Dienstag in Ambri folgen – egal, wer im Tor steht.

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