Spät, aber richtig

Sportredaktor Marco Oppliger zur Entlassung von EHC-Biel-Trainer Kevin Schläpfer.

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Zahlen lügen nicht: Neun der letzten zehn Partien hat der EHC Biel verloren, die Mannschaft präsentierte sich jüngst völlig verunsichert. Nun haben die Verantwortlichen die Notbremse gezogen und Kevin Schläpfer entlassen. Dieser Entscheid ist richtig. Denn es drohte sich das Szenario aus der Vorsaison zu wiederholen.

Auch damals waren die Bieler stark in die Saison gestartet, ehe sie Niederlage an Niederlage reihten, der Ligaqualifikation nur entgingen, weil Ajoie nicht aufsteigen wollte.

Die Bieler Führungsriege hat sich lange Zeit demonstrativ hinter Schläpfer gestellt. Erstens, weil die Verdienste des Baselbieters unbestritten sind: Während vierzehn Saisons war er für den EHCB als Spieler, Sportchef und Trainer tätig. Er formte die Aufstiegsmannschaft, rettete das Team zweimal in einer Ligaqualifikation, führte den Aussenseiter dreimal in die Playoffs.

Zweitens, weil die Verantwortlichen ihr Gesicht wahren wollten: Im letzten Herbst verweigerten sie Schläpfer die Freigabe für die Nationalmannschaft. Dadurch ist viel kaputt­gegangen. Der Trainer, der es ­zuvor meisterhaft verstanden hatte, auf der Klaviatur der Emotionen zu spielen, damit für den Unterschied zu sorgen, wirkte zunehmend ratlos.

Die Klubleitung hat lange Zeit den Eindruck erweckt,dass beim EHC Biel alles mit Schläpfer steht und fällt. Nun haben mit dieser Strategie alle verloren. Und der Verein steht – unabhängig davon, wer Trainer wird – vor einem schwierigen Neuanfang.

Berner Zeitung

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