Sieg unter speziellen Umständen

Wiki-Münsingen hat gegen Bülach 4:3 gewonnen, aber seinen Trainer noch nicht überzeugt. Zu reden ­gaben die Geschehnisse vor dem 3:2-Führungstreffer der Aaretaler.

Jubelstimmung: Wiki-Münsingen feiert den zweiten Saisonsieg.

Jubelstimmung: Wiki-Münsingen feiert den zweiten Saisonsieg.

(Bild: Daniel Teuscher)

Reto Pfister

Es lief die 48. Minute im bis anhin wenig ereignisreichen Spiel in der Swiss Regio League zwischen Wiki-Münsingen und Bülach. Wikis Stürmer Till Allemann setzt zu einem Schultercheck gegen den Gästeverteidiger Ivo Pina an. Dieser bleibt benommen auf dem Eis liegen. Die Schiedsrichter unterbrechen jedoch das Spiel nicht und erkennen auch kein Foul, die Aaretaler bleiben im Scheibenbesitz. Rene Bruni kann unbedrängt zum Schuss ansetzen und trifft. Es ist das 3:2 für die Gastgeber, die danach auch noch fünf Minuten in Überzahl spielen können.

Bülachs Torhüter Gianluca Hauser hat aus Verärgerung die Scheibe weggedroschen. Weil sie in Richtung des Headschiedsrichters fliegt, ahndet dieser das Vergehen als grobe Unsportlichkeit und belegt Hauser mit einer Matchstrafe. Dieser ist mit dem Verdikt nicht einverstanden. «Es war keine Absicht, zehn Minuten oder eine Spieldauer-Disziplinarstrafe hätten es auch getan», sagt er. Wiki erzielt mit einem Mann mehr das 4:2 und gewinnt schliesslich 4:3. Und zwei Fragen stellen sich. War es ein Foul? Und hätte der Schiedsrichter nicht unterbrechen müssen, nachdem das Spiel vor dem Wiki-Treffer noch zehn Sekunden weiterlief?

«Man könnte pfeifen»

«Wenn man die Spieler schützen will, sollte man eine solche Aktion bestrafen», meinte Hauser. «Und Pina war kurz sogar bewusstlos, da müsste man das Spiel abpfeifen.» Wikis Trainer Stefan Gerber konnte nicht klar beurteilen, ob eine regelwidrige Aktion vorlag. «Ich hätte es nachvollziehen können, wenn vor unserem Treffer unterbrochen worden wäre», beantwortete er die zweite Frage. «Die Scheibe kommt bis in unser Drittel, erst danach lancieren wir den Angriff, der zum Tor führt.» Trotz der speziellen Umstände, unter denen die entscheidenden Treffer fielen, war der Sieg der Gastgeber nicht unverdient. Sie zeigten eine engagierte Darbietung, und sie trafen das Tor wieder.

In den drei Partien der Saison – inklusive Cup gegen den SC Bern – war Wiki ohne jeden Treffer geblieben. Gegen Seewen (7:4) und Bülach waren sie nun gleich elfmal erfolgreich. «Viel haben wir eigentlich nicht gemacht ausser die Linien umgestellt», sagte Gerber, der ab sofort wieder auf Routinier Martin Baltisberger zurückgreifen kann. Dieser verpasste wegen einer Familienreise nach Island die letzten drei Spiele. Mindestens vier bis sechs Wochen fehlt hingegen noch Michael Wenger (Schlüsselbeinbruch).

Trotz der beiden Siege ist Coach Gerber mit der generellen Entwicklung seiner Mannschaft noch nicht zufrieden. «Wir ha­ben noch zu grosse Leistungsschwankungen innerhalb der Spiele», monierte er. «Die Stabilität fehlt noch.» Um diese zu erreichen, müssten die Spieler die drei Vorgaben beherzigen, die auch in der Trainerkabine angeschlagen sind: Organisation, Systemtreue und Disziplin.

Berner Zeitung

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