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Bern hat Biel im Griff

Der SC Bern brilliert gegen den EHC Biel nicht, aber er schlägt ihn souverän 3:0. Goalie Leonardo Genoni feiert mit dem zehnten Shutout in dieser Saison ein Jubiläum.

Damien Brunner prallt in Leonardo Genoni – sonst wird es für den SCB-Goalie fast nie gefährlich.
Damien Brunner prallt in Leonardo Genoni – sonst wird es für den SCB-Goalie fast nie gefährlich.
Christian Pfander
SCB-Torhüter Leonardo Genoni kassierte zum 10. Mal in dieser Saison kein Tor.
SCB-Torhüter Leonardo Genoni kassierte zum 10. Mal in dieser Saison kein Tor.
Christian Pfander
Hängende Köpfe bei den Bielern nach der Niederlage.
Hängende Köpfe bei den Bielern nach der Niederlage.
Keystone
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Der SC Bern und Leonardo Genoni haben derzeit alles im Griff. Die Mutzen schlagen Biel diskussionslos 3:0. Es ist der vierte Zu-null-Sieg in den letzten sieben Partien, für den Keeper der zehnte Shutout in der laufenden Saison, was gleichbedeutend mit einem Qualifikationsrekord ist. «Leo ist schlicht ein fantastischer Goalie, er macht so viele Sachen richtig», lobt Verteidiger Eric Blum.

Es ist nicht so, dass die Mannschaft Kari Jalonens zauberhaftes Eishockey zelebriert. Das Berner Derby ist über weite Strecken eine harzige Angelegenheit, aber der SCB macht derzeit schlicht sehr wenige Fehler und nützt die Chancen konsequenter als auch schon. Und die Ausgabe 2019 des EHC Biel wirkt derzeit nur wie eine schlechte Kopie jener Mannschaft, die zu Saisonbeginn an die Tabellenspitze gestürmt war.

«Das ganze Team spielt das gleiche Hockey, das ist entscheidend», hält Jalonen erfreut fest. Der Finne ist auch mit Esbjörn Fogstad Vold zufrieden, der aufgrund der Verletzung Thomas Rüfenachts zum Debüt in der höchsten Liga kam.

Biel erneut ohne Hiller

Antti Törmänen erinnerte sich offensichtlich an das Sprichwort «Wer nichts wagt, der nichts gewinnt» und vor allem an den 29. September 2018. Damals hatte der Trainer des EHC Biel für den Spitzenkampf statt Stammkeeper Jonas Hiller überraschend Elien Paupe nominiert und dieser beim 5:2-Sieg mit zahlreichen Glanzparaden eine Hauptrolle gespielt. Jedenfalls wiederholte Törmänen das Experiment. Statt Hiller stand Dennis Saikkonen zwischen den Pfosten.

Nun, der ehemalige SCB-Junior machte seine Sache vorerst ordentlich. Beim 1:0 für die Gastgeber durch den sträflich allein gelassenen Eric Blum war er ebenso chancenlos wie beim 2:0, als Matthias Bieber die Scheibe nach einem harten Pass Calle Anderssons im Powerplay unhaltbar ablenkte. Nach exakt 49 Minuten allerdings liess sich der 26-Jährige von einem harmlosen Schuss Daniele Grassis aus spitzem Winkel erwischen. Aufgrund der Harmlosigkeit der Gäste war das 3:0 die Vorentscheidung.

Dass sein Treffer ein unfreiwilliges Geschenk des Goalies war, dürfte Grassi egal sein, hatte er doch seit dem allerersten Spiel nicht mehr getroffen. Nach dem Match in Bern bleibt beim kriselenden EHC Biel die Garderobentür lange zu, während die SCB-Exponenten zufrieden Auskunft erteilen. Jalonen freut sich einerseits, steht Tristan Scherwey anders als der für zwei Partien gesperrte Jérémie Kamerzin heute in Freiburg wieder zur Verfügung, sagt aber anderseits: «Es ist gut, müssen wir mit verschiedenen Linienkombinationen spielen – das bringt uns weiter.»

Immer wieder Kuchen

«Derzeit agieren wir defensiv sehr abgeklärt, Biel kam selten in die gefährliche Zone», meint Blum. Dafür befinden sich die Seeländer zunehmend in der gefährlichen Zone der Tabelle, sind sie doch auf Platz 6 abgerutscht. Der SCB hat hingegen schon jetzt genügend Punkte für die Playoff-Qualifikation gesammelt. Genoni kam zu seinem Rekord-Shutout, ohne Herausragendes zeigen zu müssen.

«Wenn wir alle richtig bei der Sache sind, dann sind wir gut», stellt Blum fest, ohne überheblich zu wirken. Am Montag wird es in der SCB-Garderobe wie nach jedem Shutout Schokoladenkuchen geben. Genoni bäckt diesen jeweils mit Hilfe seiner Gatttin (oder eher umgekehrt). «Ich bin nicht der Schokoladentyp», sagt Blum schmunzelnd, «ich sollte Leo mal fragen, ob er nicht Erdbeertörtchen mitbringen könne.» In Biel haben sie derzeit ganz andere Probleme.

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