Sein oder Nichtsein

Die SCL Tigers treffen am Wochenende zweimal auf Kloten. Die beiden Partien entscheiden darüber, ob sich Emmentaler oder Zürcher noch Playoff-Hoffnungen machen dürfen.

Hecken einen Plan aus: Pascal Berger (links) und Tigers-Coach Heinz Ehlers.

Hecken einen Plan aus: Pascal Berger (links) und Tigers-Coach Heinz Ehlers.

(Bild: Andreas Blatter)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Unter Eishockeykritikern ist es ein beliebtes Argument: Der Modus mit 50 Qualifikationsrunden sei absolut langweilig, die Spannung beginne sowieso erst mit den Playoffs. Wer dieser Tage den Spielplan konsultiert, kann nur zu einem Schluss kommen: Falsch! Denn an diesem Wochenende dürften die Nerven in Langnau und Kloten gewiss angespannt sein.

Innerhalb von weniger als 24 Stunden duellieren sich heute Samstag in der Swiss-Arena (19.45 Uhr) und morgen Sonntag in der Ilfishalle (15.45 Uhr) die SCL Tigers und Kloten.Es geht in dieser Doppelrunde für beide Teams um nichts anderes als (Playoff-)Sein oder Nichtsein. Sieben Runden vor Qualifikationsende hat Langnau sieben, Kloten neun Punkte Rückstand auf das achtplatzierte Lugano. Wer zweimal verliert, kann sich die Teilnahme am Meisterrennen abschminken; ein «Punkte-Teilet» dürfte ebenso wenig hilfreich sein.

Die Form spricht für Langnau

Geht es nach Philippe Seydoux, ist der Fall klar: «Ich schreibe die Playoffs erst ab, wenn wir im Teletext rot eingefärbt sind.» Er weiss selbstverständlich um die Tabellensituation und hat auch das Restprogramm im Kopf. Doch der 31-Jährige sagt, es gelte Schritt für Schritt zu nehmen – was in seinem Fall keine Floskel ist.

«Durch meine Verletzungen habe ich gelernt, nicht zu weit nach vorne zu schauen.» Vor drei Jahren musste der Langnauer Verteidiger wegen eines lebensgefährlichen Darmdurchbruchs notoperiert werden. Etwas zurückhaltender äussert sich derweil Claudio Moggi. Ihm sei es wichtig, nach hinten abgesichert zu sein, meint der Stürmer.

Schliesslich bedeutete Rang 9 oder 10 nach der Zwischenrunde Saisonende, die nervenaufreibende Playout-Serie bliebe erspart. Diesbezüglich sieht es für die SCL Tigers indes nicht schlecht aus, verfügen sie doch über zehn Punkte Vorsprung auf das elftplatzierte Gottéron.

Vor dem Doppelduell sprechen Form und die Bilanz aus den Direktduellen für die Emmentaler: Drei der letzten vier Partien hat die Equipe von Heinz Ehlers gewonnen, überdies Kloten in drei von vier Vergleichen bezwungen. «Wenn wir unser Spiel durchziehen, haben wir eine gute Chance, unsere Serie auszubauen», sagt Pascal Berger. Die Zürcher, welche sich vor der Saison einen Sparkurs auferlegt hatten, haben 15 der letzten 17 Meisterschaftsspiele verloren, mit dem Cupsieg am Mittwoch allerdings Moral getankt.

Von einem geschwächten Gegner will Ehlers denn auch nichts wissen. «Kloten hat eine sehr gute Mannschaft. Ich bin überrascht, dass es nach 43 Runden immer noch hinter uns liegt.» Der Langnauer Trainer erwähnt die diversen Nationalspieler, welche im Kader figurieren und spricht dann noch über Luca Cunti, welcher kürzlich von den ZSC Lions zu den Flughafenstädtern gewechselt hat.

«Wer einen solchen Spieler holen kann, spart nicht», meint der Däne und lobt dann sein Team: «Wir haben es über eine lange Zeit verdammt gut gemacht.» Das soll freilich so weitergehen. «Denn jeder weiss, um was es an diesem Wochenende geht.»

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