Beattie erhält die Chance

Scott Beattie wird die SCL Tigers auch in der nächsten Saison coachen. Der 47-Jährige überzeugte die Langnauer Verantwortlichen in der Playout-Serie gegen Biel (4:2) von seinen Qualitäten.

Scott Beattie bleibt bei den SCL Tigers.

Scott Beattie bleibt bei den SCL Tigers.

(Bild: Andreas Blatter)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Der erste Eindruck zählt – besagt ein bekanntes Sprichwort. Im Falle von Scott Beattie hat sich dieses jedenfalls bewahrheitet. Die SCL Tigers hatten den Italokanadier am 14. März als Nachfolger für den geschassten Benoît Laporte präsentiert und ihm die Aufgabe übertragen, den Ligaerhalt sicherzustellen. Unter Beattie fand das verunsicherte Team zurück auf die Erfolgsspur, in der Playout-Serie setzte es sich gegen Biel mit 4:2 Siegen durch.

«Scott hat in der kurzen Zeit einen hervorragenden Job gemacht», hält Tigers-Sportchef Jörg Reber fest. «Deshalb sind wir rasch zur Erkenntnis gelangt, dass er im Moment der richtige Mann für uns ist.» Beattie hat in Langnau einen Vertrag für die nächste Saison unterzeichnet.

Eine Liste, keine Namen

«Ich bin stolz», sagt Beattie. Für den 47-Jährigen ist Langnau die erste Trainerstation in der NLA. «Ich vermute, nachdem wir Biel bezwungen hatten, erhielt ich eine Chance», meint er. Allerdings: Beattie dürfte kaum der einzige Kandidat für den Posten gewesen sein. Spätestens als Lars Leuenberger verkündet hatte, dass er nicht beim SC Bern bleiben könne, geisterte dessen Name durch die Ilfishalle.

Beattie sei von Anfang an ein Kandidat gewesen, betont Reber. Allerdings hatten die Verantwortlichen der SCL Tigers zuerst das Saisonende abwarten wollen, ehe sie sich intensiv mit der Trainerfrage befassten. «Natürlich hatte ich eine Liste mit Trainern, die für die nächste Saison verfügbar sind», sagt Reber, «das gehört zu meinem Job.» Namen will der Tigers-Sportchef nicht preisgeben; es ist jedoch anzunehmen, dass mit Leuenberger zumindest lose verhandelt wurde.

«Ich wusste, dass es andere Kandidaten gab», sagt Beattie. Aber er habe sich von Anfang an in Langnau wohl gefühlt. «Es passte mit dem Team und den Klubverantwortlichen. Die Leute waren sehr hilfsbereit und freundlich zu mir. Ich bin ihnen dankbar, haben sie sich für mich entschieden.»

«Wir sind nun alle Tigers»

Die Mannschaft dürfte sich zweifellos für Beattie starkgemacht haben, weil er – anders als Vorgänger Laporte – respektvoll mit den Spielern umging, in der Garderobe den richtigen Ton traf. Unter Beattie habe sich das Team zu einer Familie entwickelt, meinte etwa Keeper Damiano ­Ciaccio. «Wir hatten nur sehr wenig Zeit, zusammenzufinden», resümiert der Coach. «Aber die Spieler hörten mir zu, ich merkte, wie sie näher zusammenrückten. Das war grossartig.»

In den nächsten Wochen wird Beattie eher im Büro als auf dem Eis anzutreffen sein. Es gilt die Mannschaft für die nächste Saison fertig zusammenstellen; wobei bereits 28 Spieler im Kader figurieren, der Trainer nicht mehr viel Einfluss nehmen kann. In erster Linie geht es darum, neben Chris DiDomenico und Ville Kois­tinen zwei oder gar drei ausländische Spieler zu verpflichten. Offen ist nach wie vor, ob Kevin Clark im Emmental bleiben kann.

Nach einigen Wochen Ungewissheit kann sich Beattie nun definitiv einquartieren. Seine Frau und die drei Kinder – zwei sind schulpflichtig – werden im Sommer von Egerkingen nach Langnau ziehen. «Das finde ich wichtig, weil wir Teil der Gemeinschaft hier werden möchten», sagt er und fügt lächelnd an, «wir sind nun alle Tigers.»

Obwohl Scott Beattie zu Beginn wenig Kredit genossen hatte, erhält er nun seine Chance – weil er einen guten ersten Eindruck hinterlassen hat. «Ich möchte auf das aufbauen, was wir in den letzten Wochen begonnen haben», hält er fest. «Wir wollen besser sein, als wir es letzte Saison waren.»

Berner Zeitung

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