SCL Tigers wieder vom Weg abgekommen

Die Langnauer führen bei den ZSC Lions 3:1, scheinen wie schon am letzten Freitag in der Lage, den Favoriten zu bezwingen. Doch erneut schleichen sich Fehler ein, weshalb mit dem 3:5 die dritte Niederlage de suite resultiert.

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Es hätte die Szene des Spiels sein können. Thomas Nüssli kommt direkt von der Strafbank, luchst Kevin Klein, einem gestandenen NHL-Verteidiger, die Scheibe ab und verlädt dann auch ZSC-Keeper Lukas Flüeler – 3:1 für die SCL Tigers. Doch der Konjunktiv verrät es – die Geschichte hat einen Haken: Nüsslis Tor fällt genau zur Spielhälfte.

Die Zürcher haben also noch jede Menge Zeit, auf den Rückstand zu reagieren. Und genau das tun sie auch. Letztlich setzen sich die ZSC Lions 5:3 durch, bezwingen die SCL Tigers damit im zweiten Duell innert einer Woche zum zweiten Mal nach einem Rückstand.

«Es wäre wieder etwas dringelegen, doch wir haben nichts aus der Niederlage vom letzten Freitag gelernt», meint Nüssli. Und Coach Heinz Ehlers hält fest: «Wir haben wieder einen Weg gefunden, Fehler zu machen.»

Plötzlich den Faden verloren

Zweifellos: Gegen diese ZSC Lions wäre für die SCL Tigers mehr möglich gewesen. Die Zürcher mit ihrem prächtig besetzten Ensemble boten über weite Strecken bescheidene Kost. Und das hatten die SCL Tigers im ersten Drittel auch ausgenutzt.

Die Equipe von Heinz Ehlers agierte defensiv äusserst solid, und vorne nutzte sie die wenigen Chancen. Zur ersten Pause lagen die Langnauer nach Treffern von Aaron Gagnon und Eero Elo 2:0 vorne, beide Tore hatte Nüssli vorbereitet.

Doch so gut es begonnen hatte, so schlecht ging es aus Emmentaler Optik weiter. Einmal fälschte Chris Baltisberger einen Schuss noch entscheidend ab, einmal patzte Tigers-Goalie Ivars Punnenovs und einmal traf Frederik Pettersson unhaltbar in Überzahl – nur sieben Minuten nach Nüsslis sehenswertem Tor war das Skore ausgeglichen.

Im Mittelabschnitt verloren die Emmentaler zeitweise vollends den Faden, die ZSC Lions konnten tun und lassen, was sie wollten. Zwar fingen sich die Gäste danach wieder auf, doch die Chance auf eine Überraschung im Hallenstadion war dahin. Robert Nilsson (48.) sorgte schliesslich – wieder mit einem abgefälschten Schuss – für die Entscheidung, Chris Baltisberger machte mit dem 5:3 ins leere Tor alles klar.

Bezeichnenderweise hatten ihm dabei vier Langnauer Spieler zugesehen. «Eine gute Mannschaft blockt die Schüsse, oder schafft freie Sicht für den Torhüter, das ist der Unterschied», sagt Ehlers. «Es fehlt bei uns teilweise die letzte Bereitschaft.»

«Das tut weh»

Drei Spiele, drei Niederlagen: Auf dem Papier ist den SCL Tigers der Saisonstart missglückt. Doch es wäre vermessen, von einer Krise zu schreiben. Thomas Nüssli sagt, die Situation sei keinesfalls mit jener aus dem letzten Jahr zu vergleichen, als Langnau neun von zehn Spielen zum Saisonstart verloren hatte, Scott Beattie entlassen und Ehlers engagiert wurde.

Die Taktik stimme, das System sei ganz anders. «Aber wir sind kein Team, das viele Tore macht, also dürfen wir auch nicht so viele Treffer kassieren.» Ehlers spricht von einer frustrierenden Situation. «Ich habe das Gefühl, wir sind taktisch gut aufgestellt, in drei Spielen haben wir vieles richtig gemacht. Stehst du dann nur mit einem Punkt da, tut das weh.»

Am Freitag (19.45 Uhr) gastiert der EV Zug in der Ilfishalle. Die SCL Tigers sind gefordert, bald einen Weg zum Siegen zu finden respektive nicht wieder den von Ehlers erwähnten Weg der Fehler zu wählen. Ansonsten dürfte die Euphorie, welche im Emmental vor dem Saisonstart herrschte, bald der Ernüchterung Platz machen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.09.2017, 23:04 Uhr

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