SCL Tigers scheiden aus dem Cup aus

Die SCL Tigers verlieren den Cup-Achtelfinal bei den ZSC Lions 2:4. 2085 Zuschauer verloren sich für diese Affiche im Hallenstadion – so wenig wie seit 26 Jahren nicht mehr.

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Die Szenerie war surreal. Da stand Martin Stettler also mit einem Junior im Mittelkreis des Hallenstadions. Als Captain oblag es ihm, seine Mannschaft auf das Eis zu führen. Bloss: Die beiden Teams warteten ausserhalb des Rinks, die Schiedsrichter fehlten und Zuschauer waren auch fast keine auszumachen. Eine halbe Minute später schliesslich betrat ZSC-Captain Matthias Seger die Eisfläche, die Partie konnte beginnen.

Wer am Sinn und Zweck eines Cup-Wettbewerbs im Schweizer Eishockey zweifelt, der dürfte sich am Mittwochabend im Hallenstadion bestätigt gefühlt haben. 2085 Besucher erschienen für den Cup-Achtelfinal zwischen den ZSC Lions und den SCL Tigers. Nie seit dem Aufstieg in die NLA 1989 hatten die Zürcher im Hallenstadion einen Ernstkampf vor weniger Zuschauern bestritten.

Zur Erinnerung: Am Sonntag, als die beiden Teams in der Meisterschaft bereits gegeneinander gespielt hatten, sahen 10430 Fans zu. Wie vor drei Tagen, behielten die Zürcher auch am Mittwoch die Oberhand; sie ziehen dank des 4:2-Sieges in den Cup-Viertelfinal ein.

«Es war cool»

Lange Zeit jedoch hatten die Zürcher nicht den Eindruck erweckt, wirklich Interesse an einem Weiterkommen zu haben. Die SCL Tigers, welche unter anderem ohne den leicht angeschlagenen Kévin Hecquefeuille angetreten waren, erwischten den besseren Start. In der 15. Minute erzielte Ville Koistinen mit einem satten Schuss das 1:0.

Zwei Nutzniesser gab es am Mittwoch im Langnauer Aufgebot:?Ivars Punnenovs erhielt im Tigers-Tor den Vorzug gegenüber Damiano Ciaccio, und Fabian Haberstich durfte an der Seite Chris DiDomenicos und Tobias Buchers spielen. «Es war cool, wenn man mit solchen Spielern auflaufen kann», meinte der 18-Jährige, «da erhältst du natürlich mehr Eiszeit, als wenn du in der vierten Linie spielst».

Dreimal durfte Haberstich in dieser Saison in der NLA mittun, hauptsächlich wird er bei den Langnauer Elite-Junioren eingesetzt. In dieser Equipe wolle er ein Leader werden, betonte er, «und dann natürlich möglichst oft mit der ersten Mannschaft spielen».

Ein starkes Drittel genügte

Vielleicht hätten die ZSC Lions es zu Beginn nicht so ernst genommen, meinte Haberstich. Erst mit dem Ausgleich durch Denis Malgin (33.) erhöhten die Gastgeber langsam ihr Tempo. Im Schlussdrittel dann war die Equipe Marc Crawfords spielbestimmend – auch, weil sich die SCL Tigers mit Strafen das Leben schwer machten.

Auston Matthews traf in doppelter Überzahl zum 2:1. Kris Foucault sorgte mit dem 3:1 drei Minuten später für die Vorentscheidung. Zwar verkürzte Dan Weisskopf in Unterzahl nochmals, doch nach knapp 56 Minuten sorgte Foucault definitiv für die Siegsicherung.

Am Dienstag übrigens hatte die Schweizer Premiere des neusten James-Bond-Films im Hallenstadion stattgefunden – 4500 Zuschauer waren erschienen, um den berühmtesten Agenten zu sehen. Sie dürften gewiss mehr Action erlebt haben als die Besucher am Mittwochabend.

Berner Zeitung

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