SCL Tigers: Nach des Trainers Gusto

Die SCL Tigers starten mit einem 2:1-Sieg in Ambri optimal in die Zwischenrunde. Heinz Ehlers lobt das Team für seine Leistung, warnt aber gleichzeitig: «Wir sind noch nicht gerettet.»

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Am 4. Oktober stand Heinz Ehlers erstmals an der Bande der SCL Tigers. Der Gegner? Ambri. 0:3 verloren die Langnauer beim Einstand des Dänen. Er konstatierte danach, es sei nicht alles schlecht gewesen. «Doch man merkt, dass es im Moment sehr an Selbstvertrauen mangelt.»Genau fünf Monate später stehen sich Emmentaler und Leventiner wieder gegenüber.

Und zum Auftakt der Zwischenrunde erfüllen die SCL Tigers die Pflicht, gewinnen 2:1. Nur 2:1 – muss man angesichts des Spielverlaufs festhalten. Denn abgesehen von der Schlussphase präsentiert sich Ambri äusserst schwach, kreiert kaum Chancen, verliert viele Zweikämpfe. Vermag sich die Equipe von Coach Gordie Dwyer nicht sofort zu steigern, dürfte die Ligaqualifikation gegen den NLB-Meister vorprogrammiert sein.

«Man kann es auch anders sehen», meint Ehlers, angesprochen auf die lamentable Darbietung der Leventiner. «Wir haben einfach konzentriert gespielt, ­ihnen wenige Möglichkeiten gegeben.» Er sei sehr zufrieden, betont der Däne. «Das war unsere beste Leistung seit langem.»

Tristes Bild

Nur gerade 3806 Besucher zog es gegen Langnau in die Valascia; die Szenerie in einem der üblicherweise lautesten und stimmungsvollsten Schweizer Stadion war irgendwie traurig. Den SCL Tigers konnte dies egal sein, sie setzten den Gegner von Beginn weg unter Druck. Nur mit dem Toreschiessen klappte es zunächst nicht.

Wobei die Emmentaler auch Pech hatten, Pascal Berger im Startabschnitt nur die Latte traf und Maxime Macenauer genau in dem Moment die Schaufel brach, als er allein stehend vor dem Tor angespielt wurde. Ein erstes Mal ansatzweise laut wurde es in der Valascia nach 23 Minuten. Ambri konnte in Überzahl spielen, doch vertändelte Mikko Mäenpää die Scheibe gleich zweimal an der blauen Linie, was das Publikum mit Pfiffen quittierte.

Während der 2 Minuten brachte Ambri keinen einzigen Schuss auf das Langnauer Tor, was die Fans nochmals in Rage brachte. Bald schon sollten sie indes in Resignation verfallen. Erst traf Flurin Randegger von der blauen Linie, dann murkste Yannick-Lennart Albrecht den Puck an Ambri-Goalie Sandro Zurkirchen vorbei ins Tor.

Gottéron gibt nicht auf

Zwar gelang Janne Pesonen 10 Minuten vor dem regulären Ende der Anschlusstreffer. Und weil Thomas Nüssli 30 Sekunden später nur die Lattenunterkante traf, kam gar nochmals Spannung auf. Doch die Equipe von Heinz ­Ehlers verteidigte sich geschickt, was sich etwa am Beispiel von Alexei Dostoinow zeigte, der sich zweimal nacheinander in einen Schuss warf und so seinen Teil zum 2:1-Sieg beitrug.

Fünf Monate nach dem Einstand von Ehlers lässt sich also festhalten: Die Mannschaft hat Selbstvertrauen gewonnen. Oder um es mit den Worten von Pascal Berger zu sagen: «Wenn wir ­umsetzen, was von uns verlangt wird, können wir es schaffen.» Gemeint ist der Ligaerhalt, und zwar so rasch wie möglich. Weil ­Gottéron in Kloten überraschend 5:0 gewann, liegen die Langnauer nach wie vor elf Zähler vor den Freiburgern.

Der Vorsprung ist komfortabel, auch wenn das aus dem Lager der SCL Tigers sofort dementiert wird. «Wir sind noch nicht gerettet, Freiburg wird jetzt aufkommen», mahnt Ehlers. Nächsten Samstag werden die Langnauer in die Saanestadt reisen müssen, vorher gastiert Kloten in der Ilfishalle (Dienstag, 19.45 Uhr). «Die werden geladen sein, darauf müssen wir uns gefasst machen», sagt Berger.

Ehlers scharfe Kritik

Chris DiDomenico kann dies egal sein, der Topskorer hat das Emmental bekanntlich letzte Woche überstürzt Richtung Ottawa verlassen. «Wir haben sehr wenig über ihn gesprochen in den letzten Tagen», meint Ehlers, «was er getan hat, zeigt, was für einen Charakter er hat.»

Ambri-Piotta - SCL Tigers 1:2 (0:0, 0:2, 1:0)
3806 Zuschauer. - SR Eichmann/Kurmann, Castelli/Huguet. - Tore: 27. Flurin Randegger (Nüssli) 0:1. 34. Albrecht (Nüssli, Lashoff/Ausschluss Collenberg) 0:2. 51. Janne Pesonen (Jelovac) 1:2. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 4mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers. - PostFinance-Topskorer: Janne Pesonen; Nüssli.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Ngoy, Jelovac; Fora, Gautschi; Sven Berger, Mäenpää, Collenberg; Janne Pesonen, Emerton, Monnet; Kostner, Hall, Lauper; Stucki, Fuchs, Bianchi; Duca, Goi, Lhotak; Tristoni.

SCL Tigers: Punnenovs; Seydoux, Koistinen; Huguenin, Lashoff; Flurin Randegger, Weisskopf; Kuonen, Macenauer, Nils Berger; Elo, Albrecht, Nüssli; Dostoinov, Pascal Berger, Lindemann; Claudio Moggi, Schirjajew, Roland Gerber.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne D'Agostini, Zgraggen, Trunz und Guggisberg (alle verletzt), SCL Tigers ohne Stettler und Yves Müller (beide verletzt). - Latte: 8. Pascal Berger, 52. Nüssli. - 59:29 Timeout Ambri, von 39:57 bis 40:00 sowie 58:37 bis 59:29 und ab 59:48 ohne Torhüter.

Berner Zeitung

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