SCL Tigers: Das Tor zum Ligaerhalt ist offen

Die SCL Tigers sind dem Liga­erhalt sehr nah. Dem 6:5 vom Samstag liessen die Emmen­taler gegen Biel am Montag einen 3:1-Auswärtssieg folgen.

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Stephan Dietrich

Es ist ein typischer Nüssli-Match. 31 Minuten sind in der gut besetzten Bieler Tissot-Arena gespielt. Die SCL Tigers kommen hinten in Puckbesitz, Kevin Clark lanciert mit einem Pass durch die Mitte den an der gegnerischen blauen Linie lauernden Thomas Nüssli. Der 34-jährige Stürmer kann allein auf Lukas Meili zulaufen und düpiert den Biel-Torhüter, indem er diesem die Spielscheibe zwischen den Schonern hindurchschiebt.

Nüssli beschert den Tigers das siegbringende 2:1 und damit ein perfektes Osterwochenende. Bereits am Samstag haben die Emmentaler reüssiert, mit dem 6:5-Sieg haben sie die Playout-Serie ausgeglichen. Mit dem Break vom Montag in Biel führen sie 3:2 und können am Donnerstag die Saison mit einem weiteren Erfolg beenden.

Überragender Torhüter

Das Spiel verlief ganz nach dem Gusto der Langnauer. Sie gingen durch Yannick-Lennart Albrecht früh in Führung und überstanden danach mehrere heikle Szenen, weil sie sich immer wieder mit unnötigen Strafen in Bedrängnis brachten. Held des Nachmittags war Damiano Ciaccio, der Torhüter befindet sich genau im richtigen Moment in Topform und strahlt enorm viel Ruhe aus.

Die SCL Tigers verkrafteten auch den Ausgleich von Mathieu Tschantré im zweiten Drittel und reagierten mit dem 2:1 Nüsslis. Biel hatte zwar mehr und die besseren Chancen, Langnau aber überzeugte mit Kollektivstärke. Die Spieler warfen sich immer wieder in die Schüsse des Gegners und kämpften bis zum ­Umfallen.

Trainer Scott Beattie sprach von «einem langweiligen Spiel», doch das gehöre im Eishockey manchmal dazu. «Die Spieler haben die Vorgaben sehr gut umgesetzt.» Gesamthaft gesehen spielten die SCL Tigers ihre Rolle als Auswärtsteam perfekt.

Kevin Schläpfer hingegen musste mit dem Schicksal hadern. «Wir haben aus unseren Chancen zu wenig gemacht», erklärte der Biel-Trainer. «Uns fehlte die Kaltblütigkeit im Abschluss.» Die Seeländer hofften bis kurz vor Schluss auf den Ausgleich. Als Sven Lindemann auf der Strafbank sass, spielten sie mit 6 gegen 4 Feldspielern.

Das richtige Timing hatten aber erneut die Tigers. Der Befreiungsschlag aus dem eigenen Drittel gelang ihnen just in dem Moment, als Lindemann aufs Eis zurückkehrte. Der Routinier versenkte den Puck sieben Sekunden vor Schluss ins leere Tor zum 3:1. Die Krise aus der Platzierungsrunde ist bei den SCL Tigers Vergangenheit. «Wir sind nach dem Trainerwechsel als Team noch mehr zusammengerückt», erklärt Captain Martin Stettler. Am Donnerstag wollen die Emmentaler die Gunst der Stunde nutzen. Das Tor zum Ligaerhalt ist weit offen.

Hoffen auf Ajoie

Womöglich wird das Spiel aber bereits zur Makulatur. In der NLB führt Ajoie die Finalserie gegen Rapperswil-Jona 3:1. Die Jurassier können sich bereits am Dienstag zum NLB-Meister küren, aufsteigen hingegen dürfen sie nicht. Damit würde das Auf-/Abstiegs-Playoff hinfällig.

«Natürlich schaue ich mir diesen Match an», sagte Kevin Schläpfer, «und ich bin überzeugt, in Langnau tut man dies auch. Alles andere wäre unseriös.» Nach Rapperswil reisen wird Schläpfer hingegen nicht. «Heute gibt es TV und Videogerät, ich werde den Match von zu Hause verfolgen.» Ob Biel oder Langnau, beide hoffen auf Ajoie.

Telegramm

Biel - SCL Tigers 1:3 (0:1, 1:1, 0:1)

6319 Zuschauer. - SR Kurmann/Massy, Kovacs/Tscherrig. - Tore: 4. Albrecht (Kevin Clark, Nüssli) 0:1. 25. Tschantré (Earl, Moss/Ausshluss Yves Müller) 1:1. 32. Nüssli (Hecquefeuille) 1:2. 60. (59:53) Sven Lindemann (Hecquefeuille) 1:3 (ins leere Tor). - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Biel, 8mal 2 Minuten gegen SCL Tigers. - PostFinance-Topskorer: Gaetan Haas; DiDomenico.

Biel: Meili; Maurer, Jelovac; Dave Sutter, Huguenin; Dufner, Nicholas Steiner; Fröhlicher, Wellinger; Herburger, Earl, Julian Schmutz; Moss, Gaëtan Haas, Fabian Lüthi; Tschantré, Olausson, Rossi; Dostoinov, Dünner, Joggi.

SCL Tigers:Ciaccio; Stettler, Koistinen; Hecquefeuille, Ronchetti; Zryd, Adrian Gerber; Yves Müller; Sandro Moggi, DiDomenico, Tobias Bucher; Kevin Clark, Albrecht, Nüssli; Wyss, Schirjajew, Nils Berger; Sven Lindemann, Lukas Haas, Kim Lindemann; Claudio Moggi.

Bemerkungen: Biel ohne Spylo (krank), Fey, Ehrensperger, Macenauer und Rytz, SCL Tigers ohne Deny Bärtschi, Anton Gustafsson, Jordy Murray und Kyle Wilson (alle verletzt)., Gossweiler, Currit, Sterchi, Haberstich, Wyss, Tom Gerber und Weisskopf (alle überzählig). - Timeouts: Biel (58.); SCL Tigers (53.).

Berner Zeitung

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