SCL Tigers: Bemüht – aber nicht mehr

Die SCL Tigers verlieren das erste Spiel unter Coach Scott Beattie 1:3 gegen Lausanne. Weil Biel gewonnen hat, müssen die Langnauer am Donnerstag im Seeland siegen, um mit Heimvorteil in die Playout-Serie zu starten.

  • loading indicator
Marco Oppliger@BernerZeitung

Neue Besen kehren gut, heisst es bekanntlich. Gewiss ist dieses Sprichwort etwas abgedroschen. Und doch gibt es diverse Teams, welche nach einem Trainerwechsel ihre Leistung zu steigern vermochten. Die SCL Tigers zählen – zumindest nach dem ersten Auftritt unter dem neuen Trainer Scott Beattie – nicht dazu. Gewiss waren die Langnauer bemüht; sie erspielten sich gegen ein dezimiertes und – da der Ligaerhalt bereits feststeht – keineswegs mehr bedingungslos kämpfendes Lausanne ein deutliches Chancenplus.

Trotzdem stand es am Ende 1:3. Thomas Deruns stellte für die Waadtländer in der 58. Minute mit einem abgelenkten Schuss die Weichen auf Sieg, elf Sekunden vor Schluss zeichnete er dann mit einem Treffer ins verlassene Langnauer Tor für den Schlussstand verantwortlich.

«Alle haben gekämpft»

«Wir hatten einige Chancen, das Glück war heute allerdings nicht auf unserer Seite», befand Sven Lindemann. Demonstrativ erwähnte der Tigers-Captain die im Vergleich zu den letzten Partien verbesserte Defensivleistung. «Das war wichtig, zudem haben alle gekämpft, diesbezüglich können wir uns keinen Vorwurf machen.» Natürlich könne nicht erwartet werden, «dass von heute auf morgen alles besser wird. Wir müssen das Positive mitnehmen.» Zum Trainerwechsel wollte sich Lindemann nicht mehr gross äussern, er hielt fest: «In der jetzigen Situation können wir nur noch Tag für Tag nehmen.»

Die Spieler aufbauen, dafür sorgen, dass sie sich gut fühlen, das sei eine seiner Hauptaufgaben, sagte derweil Scott Beattie. Er sei vom Team überzeugt, «diese Typen haben Charakter, sie wissen, was nun zu tun ist.» Und weil der psychologische Faktor in den nächsten Tagen und Wochen besonders wichtig sein wird, strich der Coach in erster Linie die positiven Dinge hervor, die er gesehen hatte: «Im zweiten Drittel verzeichneten sie sieben Schüsse auf unser Tor, zwei davon aus der gefährlichen Zone, im letzten Abschnitt waren es noch weniger. Unser Fokus muss auf der Defensive liegen, und da haben wir einen guten Job gemacht.» Trotz aufmunternder Worte – zufrieden konnte er nach der Niederlage nicht sein. «Aber ich nehme das Positive aus diesem Spiel. Wir haben einen Schritt vorwärts gemacht.»

Der Name Leuenberger

Beattie verspricht sich viel von seinem Engagement im Emmental, seiner ersten Station als NLA-Trainer überhaupt. Er könne sich für nächste Saison aufdrängen, betonte er. Allerdings geistert in diesen Tagen noch ein weiterer Name durch die Ilfishalle: Lars Leuenberger. Beim SCB bekanntlich nicht mehr erwünscht, sucht er für die nächste Saison einen neuen Job. Eine Option ist die U20-Nationalmannschaft; allerdings sagte Leuenberger gegenüber dieser Zeitung, dass diesbezüglich noch keine Gespräche geführt worden seien. Nun, Tigers-Sportchef Jörg Reber betont lediglich, man werde erst nach dieser Saison entscheiden, wer ab nächstem Herbst an der Langnauer Bande steht.

Vorerst allerdings zählt für alle Beteiligten das Tagesgeschäft. Für Lars Leuenberger der Playoff-Halbfinal gegen Davos, für die SCL Tigers das abschliessende Spiel der Platzierungsrunde in Biel. Nach dem 3:2-Sieg in Ambri-Piotta liegen die Seeländer zwei Zähler vor den Emmentalern. Die SCL Tigers benötigen also am Donnerstag einen Sieg, um sich den Heimvorteil für die Playout-Serie gegen den EHCB zu sichern. «Das wird eine Acht-Spiele-Serie jetzt», hält Beattie fest.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt