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SCL Tigers: Befreiungsschlag statt Ohrfeige

Nach vier Niederlagen in Serie siegt Langnau in Lugano 3:1. Gerüchte gibt es um einen Zuger Goalie.

Philipp Rindlisbacher
Matchwinner Ivars Punnenovs wehrt 33 Schüsse ab.
Matchwinner Ivars Punnenovs wehrt 33 Schüsse ab.
Keystone

Stecker raus, Totenstille. Als hätte einer das System runtergefahren in Luganos Eishalle elf Minuten vor Schluss. Eben erst hatten die Gäste aus Langnau ausgeglichen, und das 1:2 aus Sicht der Tessiner war dann ein Schock für die Equipe und deren Anhang. Ben Maxwell schloss einen Konter erfolgreich ab, 95 Sekunden zuvor hatte Julian Schmutz getroffen.

Es waren nicht gerade Tore aus dem Nichts, und doch kamen sie überraschend. Weil es danach ausgesehen hatte, als hätte Lugano vieles im Griff in diesem Spiel zweier Konkurrenten am Strich. Nichts aber wurde aus der nächsten Langnauer Ohrfeige, im Gegenteil, mit dem 3:1-Auswärtssieg gelang der Befreiungsschlag.

Und welch Ballast von den Akteuren fiel, war nicht zu übersehen. Nach vier Niederlagen in Folge und den hausgemachten Unruhen rund um den bevorstehenden Abgang Chris DiDomenicos zu Fribourg wirkten die drei Punkte wie Tiger-Balsam auf offene Tigers-Wunden.

Im Vergleich zu den jüngsten Darbietungen gegen die ZSC Lions (zweimal 1:6) zeigte sich die Mannschaft von Heinz Ehlers stark verbessert. Sie verteidigte geschickter und vor allem konzentrierter, läuferisch vermochte sie besser mitzuhalten. Und wie sich die Tigers in der Schlussphase mit Händen und Füssen und sonst allem, was ihnen zur Verfügung stand, wehrten, spricht für den Geist innerhalb der vermeintlich verunsicherten Equipe.

Langnau verbesserte sich auf Rang 7, liegt wieder zwei Punkte vor Lugano (9.) – und hat erst noch zwei Spiele weniger ausgetragen als der gestrige Konkurrent. In der laufenden Qualifikation haben die Emmentaler sämtliche vier Duelle mit den Tessinern für sich entschieden.

Punnenovs, einmal mehr

Wie so oft in Ehlers’ Ära haben sich die Tigers – zumindest fürs Erste – aus einer delikaten Lage befreit. In Lugano präsentierten sie sich, angeführt vom überragenden Abwehrchef Yannick Blaser, äusserst kampfstark. Ein Sonderlob verdiente einmal mehr Torhüter Ivars Punnenovs. Er parierte 33 Schüsse, in der 44. Minute hielt er den Penalty Jani Lajunens – das 0:2 wäre wohl die Vorentscheidung gewesen.

Um Punnenovs buhlt die halbe Liga, sein Vertrag läuft bis Frühling 2021. Auch Ersatz Damiano Ciaccio ist bis zu diesem Zeitpunkt an die Tigers gebunden, er dürfte jedoch auf die nächste Saison hin nach Ambri wechseln.

Es ist Ciaccio, der den Transfer forciert. Es läuft ihm nicht, seine Fangquote ist mit knapp 86 Prozent äusserst bescheiden. Dem Vernehmen nach schauen sich die Emmentaler bereits nach Alternativen um, ein Kandidat ist offenbar Gianluca Zaetta.

Der 20-Jährige gehört Zug, mehr oder weniger regelmässig kommt er in der Swiss League beim Partnerteam EVZ Academy zum Einsatz. Zugs Sportchef Reto Kläy bestätigt Gespräche mit anderen Vereinen, hält aber auch einen Verbleib nicht für komplett ausgeschlossen. Letzte Saison nahm Zaetta mit der Schweiz an der U-20-Weltmeisterschaft teil.

Apropos Zug: Der Tabellenführer aus der Zentralschweiz gastiert heute in Langnau, die Ilfishalle ist ausverkauft. Stecker rein. Stimmung scheint garantiert.

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