SCB – zu Gast bei den Meistern

Im Cupspiel zwischen NLB-Klub Langenthal und Titelverteidiger SC Bern werden Marco Schüpbach, Stefan Tschannen, Jeff Campbell und Marc Eichmann von der Vergangenheit eingeholt.

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Fünf Minuten vor Schluss der entscheidenden Playoff-Final-Partie 1997 zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, die Mutzen führen 3:0, fährt Marco Schüpbach der Schreck in die Glieder. Er muss aufs Eis! Ausgerechnet in diesem Moment sammelt SCB-Materialwart Benjamin «Benu» Müller die Stöcke der Ersatzspieler ein, um sie vor den aufs Feld drängenden Fans zu retten.

Trainer Brian Lefley gibt dem Elitejunioren Schüpbach also ein Zeichen. «Er wollte mir auch noch ein wenig Einsatzzeit gewähren. Dabei stand ich ohne Stock da. Ich war furchtbar nervös. Zum Glück zauberte ‹Benu› noch einen Stock hervor», erzählt Schüpbach seine Meister-Anekdote.

Was sagt der heute 36 Jahre alte Verteidiger des SC Langenthal zur Auslosung der ersten Runde des Swiss Ice Hockey Cup, wo der SCL heute (20 Uhr, Eishalle Schoren) auf den Titelverteidiger SC Bern treffen wird? «Das Los hätte uns sicher einfachere Gegner bescheren können.» Um dann kämpferisch anzufügen: «Wir müssen die Abwehr gut organisieren. Der kleinste Fehler wird bestraft.»

Die goldene SCB-Meisterplakette hängt in Schüpbachs Medaillenschrank – neben den zwei Goldmedaillen, die es für den Gewinn des NLB-Titels mit dem EHC Visp (2011 und 2014) gegeben hat.

Tschannen nimmt Brandis zum Vorbild

Als die SCB-Meisterspieler 2004 um 4Uhr morgens mit dem Pokal aus Lugano zurückkehren, bereiten ihnen mehrere Tausend Fans in der Bern-Arena einen begeisterten Empfang. 4:3 nach Verlängerung gewann das Team von Kent Ruhnke in der Resega. Stefan Tschannen schwärmt noch heute von den Feierlichkeiten im Rahmen des elften Schweizer-Meister-Titels des SCB. «Beim Umzug durch die Stadt Bern liessen uns 40'000 Fans hochleben. Das war ein eindrückliches Erlebnis», erzählt der heute 31 Jahre alte Stürmer des SC Langenthal.

Im entscheidenden Spiel in Lugano hat Tschannen keine Eiszeit erhalten. Ruhnke beorderte in der ausgeglichenen Partie stets die Arrivierten aufs Feld. «Ich spielte als 20-Jähriger mit Vjeran Ivankovic und Luca Cereda in der vierten Linie», sagt der Captain des Oberaargauer NLB-Leaders. Heute sei die Favoritenrolle klar verteilt; es gehe in erster Linie darum, nicht unter die Räder zu kommen, meint der Berner. «Wir wollen uns an Brandis ein Beispiel nehmen.»

Im vergangenen Cup-Wettbewerb tat sich der SCL gegen den Erstligisten lange Zeit sehr schwer. «Die Rolle des Favoriten kann eine Bürde sein», sagt Tschannen rückblickend. Der SCL konnte gegen die kecken Emmentaler beim 5:2 (2:1, 0:0, 3:1) erst mit einer Tordoublette in der 53. und 55. Minute entscheidend davonziehen. «Je länger wir die Partie eng halten können, desto besser ist es für uns», erklärt Tschannen die Taktik. «Sollte uns der Führungstreffer gelingen, der SCB einen schwachen Tag einziehen und unser Goalie überragend halten, dann liegt etwas drin.»

Auch Tschannen hat für die goldene SCB-Meisterplakette ein ehrenwertes Plätzchen gefunden: «Sie hängt in meinem ‹Game›-Raum.»

Eichmann, der gute Geist in der Kabine

Marc Eichmann ist so ein Nachtfalke, der vor elf Jahren um 4Uhr morgens mit dem Pokal aus Lugano zurückkehrte. Der Back-up-Torhüter von Marco Bührer sagt: «Ich erlebte drei grossartige Jahre beim SC Bern. Der Meistertitel war die Krönung.» Er sei der gute Geist in der Kabine gewesen, beschreibt der heute 35 Jahre alte Torhüter des SC Langenthal seine damalige Rolle.

Allerdings, räumt Eichmann ein, sei der NLB-Meister-Titel mit dem SCL 2012 spezieller gewesen. «Weil ich halt Stammgoalie war.» Der Schlüssel zum Erfolg könnte sein, sinniert Eichmann, ohne allzu grossen Respekt zu agieren. «Wir müssen uns auf die einfachen Sachen konzentrieren. Je länger das Spiel ausgeglichen ist, desto mehr steigen unsere Chancen, den entscheidenden Treffer zu erzielen.» In den nächsten zwei Wochen wird Eichmann nach seiner Bänderverletzung am Fuss aufs Eis zurückkehren.

Campbell als Last-Minute-Transfer

Jeff Campbell hat mit dem SCB 2013 die Meisterschaft gewonnen. Der Kanadier verstärkte ab dem 7.Spiel des Playoff-Viertelfinals gegen Servette die Mutzen. Die entscheidende Partie im Final gegen Gottéron (5:1) verfolgte der heute 34 Jahre alte Stürmer des SC Langenthal als überzähliger Ausländer auf der Tribüne. «Unsere Mannschaft war geprägt vom Teamgeist. Sie trat mit einem grossen Selbstvertrauen auf», erzählt Campbell.

Die SCB-Meistermedaille bewahrt er im Elternhaus in Kanada auf. «Gegen den SCB ist es wichtig, einfach und solid zu spielen – und Strafen zu vermeiden. Wir wollen unseren Zuschauern einen guten Kampf bieten», sagt Campbell. Um anzufügen: «Es braucht aber auch eine starke Leistung unseres Torhüters Marco Mathis.»

Berner Zeitung

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