Die letzte Hoffnung heisst Stepanek

Der SC Bern hat den tschechischen Torhüter Jakub Stepanek verpflichtet. Damit hat der SCB schon vor Weihnachten alle acht Ausländerlizenzen vergeben.

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Adrian Ruch

Den SC Bern plagt in dieser Saison ein Torhüterproblem. Die Lösung soll Jakub Stepanek sein. Doch von Anfang an: Der langjährige Stammkeeper Marco Bührer litt von Saisonbeginn an unter starken Fussbeschwerden.

Dementsprechend entsprachen seine Leistungen nicht seiner Klasse. Am 18.?November, am Tag des Trainerwechsels von Guy ­Boucher zu Lars Leuenberger, wurde dann bekannt, dass eine Operation unumgänglich und damit die Saison für Bührer vorzeitig zu Ende ist.

Vier WM-Teilnahmen

Plötzlich sollte Ersatzgoalie Janick Schwendener für das kriselnde, bezüglich Defensivverhalten ungenügende Team der grosse Rückhalt sein. Dieser Herkulesaufgabe ist der 23-Jährige noch nicht gewachsen. Um die Verantwortung auf vier Schultern zu verteilen, wurde Daniel Manzato verpflichtet.

Doch die Lugano-Leihgabe verletzte sich gleich im ersten Einsatz für die Berner. Nun hat der neue Berner Sportchef Alex Chatelain Jakub Stepanek mit einem Vertrag bis Ende Saison ausgestattet. Der 29-jährige Tscheche stand seit der Saison 2013/2014 bei Sewerstal Tscherepowez unter Vertrag.

Weil der KHL-Klub in finanziellen Schwierigkeiten steckt und kaum noch Chancen hat, die Playoffs zu erreichen, waren die Vereinsverantwortlichen bereit, ihren Nummer-1-Goalie abzu­geben. Stepanek absolvierte in der Kontinental Hockey League 235 Partien, gewann 2010 mit SKA St.?Petersburg den Spengler-Cup und gehörte von 2009 bis 2012 jedes Jahr dem tschechischen WM-Kader an.

Stepanek sei kein extrem moderner Goalie, sagt Chatelain, «aber er ist relativ gross und deckt schon einen erheblichen Teil des Gehäuses ab. Er bleibt möglichst lange stehen; seine Spielweise entspricht einer Mischung aus dem Butterfly-Stil und dem älteren Stil.» Der Sportchef gibt zu, dass er sich bei der Kandidatensichtung auf das Urteil von Goalietrainer Reto Schürch und ehemaliger Keeper verlassen musste.

Drei Rückkehrer

Wenn die Formalitäten um die Spielberechtigung rechtzeitig erledigt sind, steht Stepanek bereits am Dienstag beim Auswärtsspiel gegen Gottéron erstmals zwischen den Pfosten. Mit diesem Transfer hat der SCB acht Lizenzen an Ausländern vergeben und damit das Kontingent schon vor Weihnachten ausgeschöpft.

Das ist ungewöhnlich und im konkreten Fall dem extremen Verletzungspech geschuldet. Derzeit sind fünf Akteure ohne Schweizer Lizenz einsatzfähig, Mitte Januar könnten es sieben sein (vgl. Infobox).

«Letztlich ist es die Aufgabe des Trainers, vier von ihnen aufzustellen», sagt Chatelain. Wen Lars Leuenberger morgen auf die Tribüne setzt, ist noch unklar. Auch sonst bekommt der Headcoach wieder mehr Optionen. Die zuletzt ausgefallenen David Jobin, Thomas Rüfenacht und Tristan Scherwey werden morgen in die Mannschaft zurückkehren.

Zwei Spengler-Cup-Spieler

Cory Conacher und Derek Roy werden am Spengler-Cup in Davos dem von Guy Boucher gecoachten Team Canada angehören. Offiziell sei zwar noch nichts, berichtet Chatelain, aber der kanadische Verband habe das Interesse schon vor Längerem angemeldet.

«Und ich weiss, dass die beiden am Spengler-Cup dabei sein wollen.» Weil das Team Canada den ­Status der Nationalmannschaft hat, kann der SCB kanadischen Spielern die Teilnahme nicht ­verweigern.

Berner Zeitung

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