Zum Hauptinhalt springen

SCB: Ein 3:2 zu Ehren der 26

Bei der Verabschiedung von Marc Reichert gewinnt der SC Bern gegen Davos 3:2. Die Partie steht lange Zeit auf der Kippe, weshalb Torschütze Tristan Scherwey sagt: «Es wäre gelogen, würde ich von einem verdienten Sieg sprechen.»

Knapper Sieg für die Berner am Freitagabend gegen Davos.
Knapper Sieg für die Berner am Freitagabend gegen Davos.
Keystone
Tristan Scherwey trifft zum 2:1 für die Berner.
Tristan Scherwey trifft zum 2:1 für die Berner.
Keystone
Diese bedankten sich bei ihm mit einem riesen Transparent.
Diese bedankten sich bei ihm mit einem riesen Transparent.
Keystone
1 / 6

Der Anfang gehört einem, dessen Zeit auf dem Eis zu Ende gegangen ist. Vor der Begegnung zwischen Bern und Davos wird Marc Reichert in einer Zeremonie geehrt und verabschiedet. Der 37 Jahre alte Berner bestritt vor 20 Jahren just gegen die Bündner seine erste NLA-Partie und erzielte sogleich sein erstes Tor. 1021 Spiele auf höchstem Level sollten hinzukommen.

Nun wird Reicherts Nummer 26 hochgezogen und nie mehr vergeben. Die früheren Teamkollegen tragen das Ihre zum idealen Abschied des dreifachen Meisterspielers bei: Sie bezwingen Davos in einer unterhaltsamen Partie 3:2.

Die 26 hat nicht nur für Reichert eine spezielle Bedeutung, sie ist gemeinhin auch Maxim Noreaus Lieblingsnummer. Weil diese bei Noreaus Wechsel nach Bern von Reichert besetzt war, wählte der Verteidiger die 56.

Am Freitag durfte sich Noreau aber nicht einmal seine Zahl zweiter Wahl überstreifen. Er war zum ersten Mal in dieser Saison überzählig, der SCB agierte mit vier ausländischen Angreifern. Die Massnahme war einerseits nachvollziehbar, weil Trainer Kari Jalonen in der Abwehr wieder auf Justin Krueger und Jérémie Kamerzin zählen konnte, im Angriff aber auf den gesperrten Thomas Rüfenacht verzichten musste.

Anderseits befindet sich Noreau in hervorragender Verfassung, er war bis zur Partie gegen Davos Topskorer des Teams und weist mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 24 Minuten und 49 Sekunden pro Spiel den höchsten Schnitt in der Liga auf.

Fünf hoch dekorierte Ausländer, deren vier dürfen spielen: Das ist im Prinzip ein Luxusproblem. Und sofern Jalonen in dieser Sache intern geschickt kommuniziert, sollte sich daraus kein echtes Problem ergeben. Öffentlich pflegt der Coach zur Ausländerwahl bloss zu sagen: «Das ist mein Job.» So ist es.

Scherwey bittet zum Tanz

Zu den auffälligeren Akteuren gehörte am Freitag der Finne Mika Pyörälä. Er spielte anstelle Rüfenachts im ersten Block und war sichtlich bemüht, Werbung in eigener Sache zu betreiben. Trotz mehrerer Möglichkeiten blieb ihm ein Treffer verwehrt. Dafür reüssierte Linienpartner Simon Moser: Der Captain genoss in der 15. Minute sämtliche Freiheiten, dies notabene im Powerplay, was Gästecoach Arno Del Curto die Zornesröte ins Gesicht trieb.

Zur Beruhigung Del Curtos reagierten die Davoser und zogen im Mitteldrittel ihr bekanntes Tempospiel auf. In Überzahl bewies Magnus Nygren, weshalb er in Schweden zuletzt zweimal treffsicherster Verteidiger gewesen war. Danach war die Reihe aber an Tristan Scherwey: Der Flügel lud zum Tanz, degradierte Félicien Du Bois mittels Pirouette zum Statisten und bezwang Goalie Gilles Senn mit einem Schuss in die hohe Ecke. Und 32 Sekunden vor der zweiten Pause jubelte Andrew Ebbett, nachdem er auf Pass Beat Gerbers das 3:1 erzielt hatte.

Doch Del Curto zog den Joker namens «Coach’s Challenge». Und tatsächlich annullierten die Linienrichter das Tor wegen Offside. Es war ein strittiger Enstcheid. Bei der vermeintlich aussagekräftigsten Aufnahme der Szene war Ebbetts hinterer Schlittschuh in der Luft statt auf der Linie. Dieser touchierte aber einen Sekundenbruchteil später die blaue Linie, der Treffer wäre demnach regulär gewesen.

Letztlich blieb dies für den SCB dank Calle Anderssons Siegtor (49. Minute) eine Randnotiz. Tänzer Scherwey meinte schmunzelnd: «Diesen Sieg widmen wir Marc Reichert. Seine Verabschiedung war sehr emotional.» Mit ernsterer Miene ergänzte er: «Aber das Spiel stand auf der Kippe. Es wäre gelogen, würde ich von einem verdienten Sieg sprechen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch