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Ruotsalainens Stippvisite

Beim zweiten Heimspiel des SC Bern ist mit Reijo Ruotsalainen (49) ein Ausnahmekönner vergangener Tage zu Gast gewesen.

Reijo Ruotsalainen (rechts) und Sven Leuenberger rühren im Käse und frischen Erinnerungen auf.
Reijo Ruotsalainen (rechts) und Sven Leuenberger rühren im Käse und frischen Erinnerungen auf.
Andreas Blatter

Reijo Ruotsalainen steckt ein Brotstück auf die Gabel, hält diese in die Fonduemischung im Caquelon und rührt im geschmolzenen Käse. Der Gedankensprung mag weit sein, aber in ähnlich müheloser Manier pflegte der Finne einst im SCB-Dress die gegnerischen Abwehrreihen zu durchqueren.

Als Ruotsalainen 1986 von den New York Rangers zum SC Bern stiess, galt er als einer der weltbesten Eishockeyspieler. Der Finne führte die Berner zu drei Meistertiteln (1989, 1991 und 1992), verkörperte auf dem Eis Weltklasse und daneben den zurückhaltenden Antistar. Er ist einer von bloss sieben finnischen Spielern, die jemals den Stanley-Cup gewonnen haben. Seit seiner Aktivzeit in der Hauptstadt ist «Rexi» mehrmals nach Bern zurückgekehrt: Letztmals im Mai 2009, als er einige WM-Partien in der PostFinance-Arena verfolgte. Damals bekundete der heutige Assistenztrainer Pierre Pagés bei der österreichischen Equipe Salzburg auch leises Interesse an einer Trainertätigkeit beim SCB. Für Sportchef Sven Leuenberger waren die fehlenden Deutschkenntnisse Ruotsalainens mit ein Grund, weshalb eine Anstellung des Meisterspielers nie ernsthaft zur Debatte stand.

Einbezug der Legenden

Auch in englischer Sprache wusste Reijo Ruotsalainen gestern bestens zu unterhalten. Die Verantwortlichen des SCB wollen in dieser Spielzeit bei jedem zweiten Heimspiel eine Persönlichkeit vergangener Eishockeytage ehren und in einem Pausenspiel gegen einen SCB-Junior beim Torschiessen antreten lassen. Der 49-jährige ehemalige Weltklasseakteur leistete dem Ruf aus Bern gerne Folge, genoss vor der Partie ein Fondue und erwies sich im Gegensatz zu früher als äusserst redselig. Und in einem Gespräch mit dem Finnen wird eher früher als später dessen herausragende Schlittschuhtechnik zum Thema. Der Fakt, wonach Ruotsalainen auf dem Eis rückwärts schneller unterwegs war als viele Gegenspieler vorwärts, wurde zu dessen Markenzeichen. Sven Leuenberger schwelgt in Erinnerungen: «Reto Dekumbis, damals einer der schnellsten Schweizer Stürmer, verlor gegen Rexi ein Trainingsduell deutlich, wonach Ruotsalainen die zweite Runde im Eisrink rückwärts absolvierte – und neuerlich triumphierte», erzählt der SCB Sportchef. «Rexi» schmunzelt, rührt nochmals im Fondue und sagt: «Also heute bin ich in beide Richtungen gleich langsam.»

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