Rückschläge für Kloten und die Strichteams

In der 40. NLA-Runde verliert der EHC Biel zu Hause gegen Lausanne mit 2:3. Lugano bezwingt Ambri 3:2 nach Penaltys, während die Kloten Flyers in Davos 1:2 verlieren.

Ärgerlicher Gegentreffer für Kloten: Der Davoser Dario Simion schiesst das 2:0 – 2,5 Sekunden vor der ersten Sirene.

Ärgerlicher Gegentreffer für Kloten: Der Davoser Dario Simion schiesst das 2:0 – 2,5 Sekunden vor der ersten Sirene.

(Bild: Keystone)

In Davos lagen die Kloten Flyers, am Vorabend Derby-Sieger gegen die ZSC Lions, erneut früh zurück. Perttu Lindgren (13.) und Dario Simion (20.) trafen für die Bündner. Nach Robin Leones Anschlusstreffer in der 48. Minute nach einer unglücklichen Aktion von HCD-Verteidiger Luca Camperchioli kamen die Zürcher Unterländer noch einmal auf. Der Ausgleich gelang dem Team von Sean Simpson aber nicht mehr. Damit fallen die Klotener in der Tabelle wieder auf Rang 11 zurück, der Rückstand auf Rang 8 beträgt sieben Punkte. Der HCD ist nun wieder schärfster Verfolger von Leader SC Bern.

Biel lag nach 40 Minuten gegen die defensiv starken Lausanner und ihrem Bollwerk Cristobal Huet 0:3 zurück. Im Schlussdrittel warfen die Seeländer alles nach vorne und kamen noch auf 2:3 heran – der Ausgleich kam jedoch nicht mehr zustande. Damit blieb das Team des momentan erkrankten Trainers Kevin Schläpfer an diesem Wochenende ohne Punkte und konnte sich im Strichkampf nicht verbessern.

Im turbulenten Tessiner Derby holte Ambri einen 0:2-Rückstand auf und rettete sich nicht zuletzt dank einer spektakulären Tat von Verteidiger Francis Bouillon in der ausverkaufen Resega in die Verlängerung. Nach der torlosen Overtime setzte sich Lugano dank den trickreichen Schweden Fredrik Pettersson und Linus Klasen mit 2:1 nach Penaltys durch.

Klotens mangelnde Effizienz

Die Vorzeichen für Kloten, erstmals seit dem 22. November zwei Begegnungen hintereinander zu gewinnen, waren gut gewesen. Einerseits gibt es kaum eine bessere Moralspritze, als ein Derby gegen die Lions nach einem 0:3-Rückstand noch zu drehen. Anderseits gehörte Davos zuletzt zu den Lieblingsgegnern der Flyers, hatten sie doch sieben der vorangegangenen acht Partien für sich entschieden.

Stattdessen setzte es im zehnten Meisterschaftsspiel unter Sean Simpson die achte Niederlage ab, sodass der Rückstand auf das achtplatzierte Biel weiterhin sieben Punkte beträgt. Immerhin zeigte der neu verpflichtete Schwede Jonas Andersson gute Ansätze. Er könnte mit mehr Spielpraxis die dringend benötigte Verstärkung sein. Das erste Drittel passte zur bisherigen Saison der Klotener. Zwar spielten die Gäste gefällig und erspielten sich ein Chancenplus, einmal mehr mangelte es aber an der Effizienz, wobei vor allem Simon Bodenmann sündigte. Zudem hatte Kloten Pech, dass Lukas Frick nach 50 Sekunden nur den Pfosten traf. Der 0:2-Rückstand nach 20 Minuten war aus Sicht der Zürcher Unterländer absolut unnötig, umso mehr, als das zweite Gegentor 2,5 Sekunden vor der Pausensirene fiel. Nutzniesser der ungenügenden Zuteilung bei Kloten war Dario Simion, wobei Marc Aeschlimann mit einem Bullygewinn die Basis zum Treffer gelegt hatte.

Für das 1:0 hatte in der 13. Minute Perttu Lindgren verantwortlich gezeichnet. Der Finne zog nach einem Querpass von Beat Forster direkt ab und traf zum elften Mal in dieser Saison – erstmals nach zehn torlosen Partien. Der 2:0-Vorsprung genügte dem Heimteam, obwohl Robin Leone in seinem 100. NLA-Spiel der Anschlusstreffer gelang (48.). Eine Minute nach dem 1:2 vergab Corsin Casutt die goldene Chance zum Ausgleich, der auch danach noch hätte fallen können.

Trübes Weekend für Biel

Der EHC Biel erleidet am Wochenende im Kampf um einen Playoff-Platz einen herben Dämpfer. Einen Tag nach der 3:7-Schlappe in Freiburg verlieren die Seeländer gegen Lausanne mit 2:3. Am Samstag war das Team von Trainer Kevin Schläpfer der Aufgabe gegen Fribourg nicht gewachsen gewesen. Weniger als 24 Stunden später erwischte Biel auch gegen Lausanne einen katastrophalen Start. 0:2 lag Biel nach knapp vier Minuten zurück. Und nachdem Joël Genazzi in der 32. Minute auf 3:0 für Lausanne gestellt hatte, schien Biel erneut (schwer) geschlagen. Doch die Seeländer gaben nicht auf und kamen durch Treffer von Jérôme Samson (48.) und Matthias Rossi (51.) noch einmal heran. Das Handicap aus der ersten Spielhälfte war aber nicht mehr wettzumachen.

Biel muss sich vorwerfen lassen, dass es viel zu lange zu passiv, defensiv zu undiszipliniert und ohne die nötigen Emotionen agierte. Erst Samsons Treffer entfachte das Feuer - für eine erfolgreiche Aufholjagd, wie sie am Samstag Kloten gegen die ZSC Lions gelang, aber zu spät. Biel verlor nun drei Partien in Folge, und zwar allesamt gegen direkte Konkurrenten am Strich (Ambri, Fribourg-Gottéron und Lausanne).

Lausanne geriet für einmal ins Wanken, nachdem es davor defensiv einmal mehr überzeugt und das Spiel dank den Treffern von Alain Miéville (2.) und Juha-Pekka Hytönen (4.) früh in seine Bahnen gelenkt hatte. Die Waadtländer hätten gemessen an den Chancen aber bereits im ersten Drittel alles klar machen müssen.

Am Ende jubelte Lausanne aber trotzdem. Dank dem fünften Sieg in Folge steht die Playoff-Qualifikation praktisch fest – umso mehr, weil die Equipe in den letzten Wochen insgesamt einen sehr soliden Eindruck hinterliess. 11 der letzten 14 Partien gewann Lausanne und in den letzten 12 Spielen punktete der Aufsteiger von 2013 stets. Die Phase vom November mit acht Niederlagen in Folge ist längst vergessen. Damals war aber der starke Goalie Cristobal Huet auch verletzt.

Ambris Aufholjagd

Als Verteidiger Lorenz Kienzle in der 30. Minute das 2:0 für Lugano erzielte, schien wenig für einen Punktgewinn von Ambri im Tessiner Derby zu sprechen. Doch die Leventiner bewiesen wie bereits am Freitag gegen Bern (5:4 nach dreimaligem Rückstand) viel Moral. Alexandre Giroux (53.) und Lukas Lhotak (58.), der davor noch einen Lattenschuss zu verzeichnen hatte, retteten die Leventiner mit ihren Treffern in der Schlussphase in die Verlängerung, in der sie näher am Sieg standen als Lugano.

Der Punktgewinn für das noch um einen Playoff-Platz kämpfende Ambri war nach dem starken Auftritt im Schlussdrittel verdient. Mit der Ausbeute von vier Punkten gegen die beiden Spitzenteams aus Bern und Lugano dürfen die Leventiner mit dem Wochenende zufrieden sein. Den Rückstand auf Platz 8 (Biel) verkürzte das Team von Serge Pelletier jedenfalls auf sechs Punkte.

Bis zu Giroux' Anschlusstreffer hatte Lugano die temporeiche Partie im Griff gehabt. Im Fokus standen dabei die Verteidiger der Bianconeri: Captain Steve Hirschi gab nach fast zweimonatiger Pause sein Comeback, danach erzielten Stefan Ulmer seinen ersten und Kienzle seinen zweiten Saisontreffer. Im Schlussdrittel geriet die Defensive Luganos dann aber ins Schlittern. Es bedurfte der Penalty-Künste von Klasen und Pettersson, dass Lugano am Ende doch noch jubeln konnte.

NLA, 40. Runde:Biel - Lausanne 2:3 (0:2, 0:1, 2:0) 5051 Zuschauer. - SR Kämpfer/Kurmann, Ambrosetti/Kovacs. - Tore: 2. Miéville (Louhivaara) 0:1. 4. Hytönen (Genoway/Ausschluss Umicevic) 0:2. 32. Genazzi (Louhivaara) 0:3. 48. Samson (Umicevic) 1:3. 51. Rossi (Untersander) 2:3. - Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten (Umicevic) gegen Biel, 4mal 2 plus 10 Minuten (Leeger) gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Arlbrandt; Louhivaara. Biel: Simon Rytz; Untersander, Jelovac; Cadonau, Fey; Steiner, Jecker; Moser, Wellinger; Wetzel, Haas, Joggi; Arlbrandt, Kamber, Herburger; Mosimann, Tschantré, Samson; Rossi, Gloor, Umicevic. Lausanne: Huet; Genazzi, Philippe Rytz; Gobbi, Leeger; Lardi, Jannik Fischer; Nodari, Stalder; Neuenschwander, Froidevaux, Déruns; Louhivaara, Hytönen, Pesonen; Genoway, Miéville, Antonietti; Conz, Savary, Ulmann. Bemerkungen: Biel ohne Ehrensperger, Peter, Gossweiler, Ulmer, Berthon, Spylo (alle verletzt) und Olausson (krank), Lausanne ohne Bang, Augsburger, Simon Fischer und Herren (alle verletzt). Pfostenschuss Jelovac (13.). Biel von 59:08 bis 59:36 ohne Torhüter. Timeout Biel (59:15).

Davos - Kloten Flyers 2:1 (2:0, 0:0, 0:1) 4599 Zuschauer. - SR Eichmann/Massy, Küng/Rohrer. - Tore: 13. Lindgren (Forster, Marc Wieser) 1:0. 20. (19:58) Simion (Ryser, Aeschlimann) 2:0. 48. Leone (Lemm) 2:1. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen die Kloten Flyers. - PostFinance-Topskorer: Paulsson; Bieber. Davos: Genoni; Du Bois, Reto von Arx; Camperchioli, Forster; Guerra, Jung; Schneeberger, Paschoud; Hofmann, Ambühl, Axelsson; Marc Wieser, Lindgren, Paulsson; Sciaroni, Walser, Jörg; Simion, Aeschlimann, Ryser. Kloten Flyers: Schwendener; von Gunten, Back; DuPont, Frick; Schelling, Randegger; Harlacher; Andersson, Santala, Bieber; Bodenmann, Mueller, Hollenstein; Guggisberg, Lemm, Kellenberger; Leone, Liniger, Casutt; Bühler. Bemerkungen: Davos ohne Dino Wieser, Koistinen und Corvi. Kloten Flyers ohne Gerber, Jenni, Murray, Stoop, Stancescu (alle verletzt) und Vandermeer (überzähliger Ausländer). - Pfostenschüsse: 1. (0:50) Frick, 8. Simion. - Kloten ab 58:40 ohne Goalie.

Lugano - Ambri-Piotta 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 0:0) n.P. 7800 Zuschauer (ausverkauft). - SR Stricker/Wiegand, Tscherrig/Wüst. - Tore: 12. Ulmer (Reuille) 1:0. 30. Kienzle (Bertaggia) 2:0. 53. Giroux (Pestoni, Hall) 2:1. 58. Lhotak (Duca, Lüthi) 2:2. - Penaltyschiessen: Hall 0:1, Fazzini -; Giroux -, Klasen 1:1; Pestoni -, Brunner -; Steiner -, Pettersson 2:1; Lhotak -. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lugano, 5mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta. - PostFinance-Topskorer: Pettersson; Giroux. Lugano:Manzato; Chiesa, Kienzle; Andersson, Hirschi; Vauclair, Ulmer; Kparghai; Brunner, McLean, Bertaggia; Pettersson, Steinmann, Klasen; Walker, Dal Pian, Maurer; Kostner, Sannitz, Reuille; Fazzini. Ambri-Piotta: Flückiger; Gautschi, Kobach; Birbaum, Bouillon; Trunz, Sidler; O'Byrne, Chavaillaz; Steiner, Hall, Lauper; Pestoni, Fuchs, Giroux; Duca, Schlagenhauf, Lhotak; Stucki, Lüthi, Bianchi. Bemerkungen: Lugano ohne Filppula (verletzt), Balmelli (krank) und Walsky (überzählig), Ambri-Piotta ohne Grieder, Aucoin, Grassi (alle verletzt), Dostoinow und Masalskis (beide überzählig). Pfostenschüsse Hall (4.) und Vauclair (5.). Lattenschuss Lhotak (53.). Timeout Lugano (54.).

fal/si

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