Rückkehrer leistet Schwerarbeit

Fast drei Monate nach seinem letzten Einsatz gibt Ramon Untersander in Spiel 3 gegen Servette sein Comeback. Er steht gleich über 26 Minuten im Einsatz.

Er ist wieder da: Ramon Untersander spielte am Donnerstag erstmals 2019 für den SCB.

Er ist wieder da: Ramon Untersander spielte am Donnerstag erstmals 2019 für den SCB.

(Bild: Keystone)

Adrian Ruch

Seit rund zwei Wochen trainiert er wieder mit der Mannschaft, und doch ist es eine einigermassen dicke Überraschung, figuriert Ramon Untersander für den dritten Match der Playoff-Serie gegen Servette in der Aufstellung des SC Bern. Laut Sportchef Alex Chatelain sagte der 28-Jährige am Mittwoch, er fühle sich einsatzbereit.

Es ist in der laufenden Saison schon das dritte Comeback der Verteidigers, bei dem im Oktober 2015 erstmals einer Störung des Gleichgewichtsorgans diagnostiziert worden war. In diesem Winter traten die Schwindelgefühle wieder auf, nachdem er am 28. September 2018 im Heimspiel gegen Biel von einem Gegenspieler am Kopf getroffen worden war.

«Am nächsten Morgen klingelte der Wecker. Ich lag auf dem Bett, dachte, alles sei gut, richtete mich auf und merkte: Nichts ist gut. Ich liess mich in der Concussion-Klinik in Zürich untersuchen, wusste sofort: Die Störung ist wieder da. Ich fühlte mich wie auf einem schaukelnden Schiff, wie in einem Rausch, als wäre ich betrunken», beschrieb er die Folgen später.

Immer grössere Rolle

Am 13. November wagte er gegen Servette ein Comeback, doch beim 7:0-Sieg befand er sich während des Schlussdrittels in der Garderobe. Er musste einsehen, dass sein Kopf der Belastung noch nicht standhielt. Am 19. Dezember stand er im Cuphalbfinal gegen Zug wieder auf dem Eis, doch dieser Einsatz hatte einen Rückfall zur Folge. Nun also der dritte Versuch.

Nach exakt 121 Sekunden schickt ihn SCB-Cheftrainer Kari Jalonen an der Seite Jérémie Kamerzins zum ersten Mal in den Rink. Der Rheintaler verschätzt sich, es kommt zum Konter, doch Leonardo Genoni hält. Gut drei Minuten steht Untersander im ersten Drittel auf dem Eis, davon 63 Sekunden im Powerplay. Auch weil Eric Blum verletzt ausscheidet, wird er bald häufiger eingesetzt. Der Offensivverteidiger gewinnt zunehmend an Sicherheit.

Ein gefährlicher Schuss

Später fällt beim SCB auch noch Kamerzin aus. Je länger die Partie dauert, desto wichtiger wird der Rückkehrer. Und sie dauert lange, sehr lange sogar. In der zweiten Verlängerung ist der WM-Silbermedaillengewinner einmal nahe am Siegtreffer. Dieser fällt dann in der 96. Minute für die Genfer. Untersander totalisiert bei seinem Comeback über 26. Minuten Eiszeit. Als er sich in Bestverfassung befand, stand er zuweilen in einem Match ohne Verlängerung so lange auf dem Eis.

Doch nach seiner Zwangspause kann er nicht in Topform sein. Selber schätzt er sein momentanes Leistungsvermögen auf «etwa 60 Prozent». Es sei schwierig, zurückzukommen und gleich das Timing zu finden. Körperlich sei es aber «sehr gut gegangen». Er geht davon aus, am Samstag wieder zu spielen. Der SCB hat ihn bitter nötig.

Berner Zeitung

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