Langnau flau, Biel mit Stil

Mit der 1:4-Heimniederlage gegen Biel ist der Langnauer Höhenflug gestoppt worden. Die SCL Tigers enttäuschen nach zuletzt starken Leistungen und fallen unter den Strich.

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5840 Zuschauer sind gekommen, ein paar wenige Plätze nur bleiben leer in der Ilfishalle. Na klar, wenn der Erste gegen den Zweiten spielt – zumindest wenn man eine Tabelle mit den zehn letzten Partien erstellen würde.

Im Frühwinter agiert tatsächlich niemand erfolgreicher als Langnau und Biel. Wobei die SCL Tigers im Derby nicht ansatzweise wie eine Spitzenmannschaft auf­treten. Der Vergleich zwischen Emmentalern und Seeländern endet 1:4; das Geschehen ist nach dem Startdrittel entschieden, anschliessend dominieren Leerlauf und Langeweile. Nach zuletzt vier Siegen in Folge überrascht die etwas bescheidene Langnauer Darbietung doch ziemlich.

Punnenovs und Törmänen

Einer der Gründe für das Tigers-Hoch in der Adventszeit ist Goalie Ivars Punnenovs. Zuletzt brillierte er mit Fangquoten zwischen 96 und 98 Prozent, wurde von Trainer Heinz Ehlers dutzendfach gelobt.

Gegen Biel muss sich der Lette mit Schweizer Lizenz in der 14. Minute bereits zum zweiten Mal geschlagen geben. Den Weitschuss Beat Forsters hätte er nicht zwischen den Beinen hindurch passieren lassen dürfen. Da macht Biel-Coach Antti Törmänen bei Spielmitte eine bessere Figur, als er einen über die Bande fliegenden Puck mit der Hand bändigt.

Ab dem Mittelabschnitt hütet Damiano Ciaccio das Langnauer Tor. Im Tigers-Spiel fehlen weiterhin Präzision, Stabilität und Emotionen und zuweilen auch ein wenig Kampfkraft. Zu gefallen vermochten die Hausherren nur in der Startphase, der manch einer am späten Abend nach­trauert. Eero Elo scheiterte nach wenigen Sekunden allein vor ­Jonas Hiller, Benjamin Neukom traf wenig später den Pfosten. ­

Intensität und Entschlossenheit hätten gefehlt, resümiert Ehlers, der jedoch wie Pascal Berger kein schlechtes Spiel gesehen haben will. Ehlers mag nichts von einem Ausrutscher wissen, er verweist vielmehr auf die «extrem formstarken Bieler». Die Taktik des Trainers in der öffentlichen Analyse ist durchschaubar: Das Team loben, wenn es enttäuscht, auf die Euphoriebremse treten, wenn es über sich hinauswächst.

Kuonen und Leeger

Bei den Tigers nimmt das muntere Ausländerwechseln gegen die Seeländer seine Fortsetzung: Ville Koistinen und überraschend Eric Himelfarb spielen für Aaron Gagnon und Antti Erkinjuntti. Letzterer soll nach den vielen Einsätzen, auch mit Finnlands Nationalteam, etwas müde sein und leichte Darmprobleme beklagen – das Lang­nauer Angriffsspiel hingegen ist alles andere als flüssig.

Ehlers wechselte sämtliche Formationen, die dritte Linie um Neukom, Anton Gustafsson und Raphael Kuonen harmoniert noch am besten. Kuonen seinerseits wird im Emmental bleiben, sein Vertrag dem Vernehmen nach verlängert werden. Womit das Kader der nächsten Saison mittlerweile neun Angreifer umfasst.

Nach Langnau wechseln wird auf die kommende Spielzeit hin Larri Leeger. Der 31-Jährige hat zwölf Testländerspiele bestritten, derzeit verteidigt er in Zug. Mit Ehlers’ Defensivsystem ist er vertraut, hatte er doch während dreier Jahre in Lausanne mit dem Dänen zu tun.

Die vielen Wechsel hätten keinen wesentlichen Einfluss aufs Spiel gehabt, meint Stürmer Berger, «das wäre eine faule Ausrede. Alle, die auf dem Matchblatt ­standen, verdienten es zu spielen.» Auch der Captain lobt die Gäste, welche auf Rang 5 vor­stossen, während Langnau unter den Strich fällt (9.). «Biel hat clever gespielt.»

Acht der letzten zehn Partien haben die See­länder für sich entschieden. Törmänen spricht vom «Spielstil des Teams», welcher ihm gefalle. «Wir waren in allen Zonen präsent, sehr selbstbewusst.» Attribute eines Spitzeteams eben.

Berner Zeitung

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