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Per Umweg auf die Überholspur

Heute empfängt Miro Zryd mit den SCL Tigers die ZSC Lions. Der 22-jährige Verteidiger hat grosse Fortschritte gemacht, Langnau möchte gerne mit ihm verlängern. Doch er will zuwarten.

Miro Zryd hat seine Gegenspieler meistens im Griff.
Miro Zryd hat seine Gegenspieler meistens im Griff.
Christian Pfander

Der Spielplan meint es nicht gut mit den SCL Tigers. Nach den beiden Vergleichen mit Meister Bern (0:2) und Davos (3:4) müssen die Emmentaler morgen gegen die ZSC Lions und am Freitag in Zug antreten. Es gibt einfachere Gegner.

Gleichwohl sagt Miro Zryd nach dem ertraglosen Wochenende: «Ich bin enttäuscht. Letztes Jahr lag gegen Bern zu Hause und in Davos in jedem Spiel etwas drin. Ich rechnete nicht mich sechs Zählern, aber doch damit, dass wir punkten würden.» Entsprechend klar ist für den Verteidiger, dass sich das in dieser Woche ändern soll. Zumal die SCL Tigers beide Spiele gegen die Zürcher in dieser Saison (3:4 n.V., 3:5) hätten gewinnen können, ja müssen.

Anruf mit Folgen

Miro Zryd ist einer der Aufsteiger im Emmentaler Ensemble in dieser Saison. Der 22-Jährige bildet mit Ville Koistinen das erste Back-Paar, hat bereits fünf Punkte erzielt – so viele wie in der ganzen letzten Saison. «Ich bekomme eine gewisse Verantwortung, so ist es natürlich einfacher als andersrum», sagt Zryd, «ich bin zufrieden, es läuft.»

Rückblick: Im Frühling 2014 schien die Karriere des Verteidigers zu enden, ehe sie überhaupt richtig begonnen hatte. Nachdem seine Zeit bei den Langnauer Elitejunioren abgelaufen war, musste er in der Ilfishalle seinen Spint räumen, er erhielt kein Angebot von einer Profimannschaft. Zryd ging deshalb zurück zu seinem Stammverein Adelboden in die 1. Liga, wollte ein Studium beginnen. Doch dann rief er Jörg Reber an, der eben Sportchef in Langnau geworden war. Dieser gab ihm die Möglichkeit, die Saisonvorbereitung mit dem damaligen NLB-Team zu absolvieren.

Zryd nutzte die Chance, erhielt einen Vertrag. «Ich habe mir erhofft, dass es so herauskommen würde, aber ich bin doch überrascht, wo ich nun stehe», sagt er. Reber hält fest, Zryd sei auf einem guten Weg, ein guter NLA-Verteidiger zu werden. Der ehemalige Defensivspieler nennt die Erfahrung und das Gespür als Grund für diese Entwicklung.

Und nicht zuletzt ist sie auch das Ergebnis harter Arbeit. Weil er einer der leichtesten Spieler im Emmentaler Ensemble war, erhielt Zryd im Sommer von Athletikcoach Nik Hess ein spezielles Programm verpasst. Der Effekt blieb nicht aus, der Oberländer legte rund fünf Kilogramm Muskelmasse zu. «Ich fühle mich kräftiger und stabiler», sagt er. Dies wiederum förderte das Selbstvertrauen. Mittlerweile schaltet sich Zryd auch öfters in die Offensive ein. «Weil ich überzeugt bin, dass ich die richtige Entscheidung treffe», sagt er.

Drei mit hoher Priorität

Weil Zryds Vertrag ausläuft und weil gute Verteidiger in der Schweiz gefragt sind, dürfte er bald das Interesse der Konkurrenz wecken. Der Adelbodner lässt sich jedoch nicht in die Karten blicken, sagt lediglich, er könne sich gut vorstellen, weiterhin in Langnau zu bleiben.

Ähnliches hielt jüngst auch Center Yannick-Lennart Albrecht gegenüber dieser Zeitung fest. Sportchef Reber macht keinen Hehl daraus, dass er mit beiden Spielern verlängern möchte. «Sie wissen, was wir von ihnen halten», sagt er. Selbiges weiss im Übrigen auch Thomas Nüssli.

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