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Nun findet das Glück den SCB

Der SC Bern entscheidet das Derby gegen Biel 3:2 für sich und zieht die Seeländer nach unten in den Strichkampf. Torschütze Tristan Scherwey sagte: «Vor einem Monat hätten wir ein solches Spiel verloren.»

Tristan Scherwey trifft zum 2:0, Jonas Hiller hat buchstäblich das Nachsehen.
Tristan Scherwey trifft zum 2:0, Jonas Hiller hat buchstäblich das Nachsehen.
Peter Schneider/Keystone

Es war der Angriff des Abends – selbst wenn er nicht zu einem Tor führte. Tristan Scherwey übernahm den Puck in der eigenen Zone, lief ins Drittel der Bieler. Und dann luden die Stadtberner zum Tiki-Taka auf Kufen: Scherwey-Pestoni-Ebbett-Pestoni-Scherwey, so lautete die Pass-Stafette. Doch Scherwey schob die Scheibe am Gehäuse von Jonas Hiller vorbei. Es wäre das Tor des Jahres gewesen. Okay, es war erst der 2. Januar. Aber die Aussage hätte auch ihre Gültigkeit gehabt, wäre der Treffer im Dezember gefallen.

Allein: Er fiel nicht. Aber die Aktion zeigte zweierlei. Erstens ist das Selbstvertrauen endgültig in die Reihen des Meisters zurückgekehrt. Zweitens haben die Bieler die Neujahrswünsche nötiger als ihr Kantonsrivale. Sie waren im Mitteldrittel von der Rolle. Und doch hätten sie mit etwas mehr Fortüne zumindest einen Punkt holen können. Bern gewann 3:2. Ramon Untersander gelang in letzter Minute der Siegtreffer. Und so bleibt die Mannschaft von Antti Törmänen im Tief. Sie hat wettbewerbsübergreifend nunmehr acht Partien in Folge verloren. Im Seeland heisst es neuerdings: Willkommen im Strichkampf. Der Vorsprung der einst so souveränen Bieler auf den einst so schwachen SCB beträgt noch drei Punkte. Captain Mathieu Tschantré blieb cool und sagte: «Ich mache mir nicht gross Sorgen. Gute Teams können mit solchen Phasen umgehen.»

Biel taumelt – und schlägt plötzlich zu

Wie es sich gehört, sind bei den Bielern viele Verletzte und fehlendes Wettkampfglück zuverlässige Begleiter in der Spirale nach unten. Beim SC Bern wissen sie Bescheid. «Vor einem Monat hätten wir ein solches Spiel verloren», sagte Scherwey. Aber mittlerweile scheint die Equipe von Kari Jalonen das Gröbste überstanden zu haben, selbst wenn die letzten Partien im alten Jahr gegen Ambri und Zug verloren gegangen waren.

Sinnbild beim Meister ist Scherwey. Dem Flügel wollte während Wochen nichts gelingen. Gegen Biel klappte bei ihm zwar noch immer nicht alles nach Wunsch. Aber er überzeugte mit Leidenschaft, verzeichnete in der 23.Minute im selben Einsatz zwei schmerzhafte Blocks und einen krachenden Check. Und er bewirkte Entscheidendes, traf in der 32.Minute zum 2:0. Dem Tor ging ein grober Fehler Peter Schneiders voraus, der die Scheibe in der Mittelzone an Ebbett verlor.

Danach verpasste der SCB mehrfach den dritten Treffer. Die Bieler taumelten wie ein angeschlagener Boxer vor dem Knock-out. Und doch schlugen sie im Schlussdrittel durch Schneider und David Ullström zweimal zu. Nun wankte der SCB. Er blieb dank Untersander siegreich. Scherwey sagte: «Irgendeinisch fingt ds Glück eim! Nun ist es bei uns. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Situation nach wie vor heikel ist.»

Drei Stürmer verlassen Bern

Nach dem zuweilen hitzigen Derby noch etwas kühle Kader-Rhetorik: Marc Kämpf wird den SCB nach dieser Saison verlassen. Der Flügel kehrt zum SC Langenthal zurück. Kämpf unterzeichnete beim Swiss-League-Team einen Dreijahresvertrag. Er wird beim SCL zusätzlich auf der Geschäftsstelle arbeiten.

Ebenso fix, aber nicht offiziell sind die Abgänge der zurzeit verletzten Daniele Grassi und Matthias Bieber. Somit stehen beim SCB zwölf Stürmer unter Vertrag. Zu besetzen sind im Angriff noch zwei Ausländerpositionen. Ein Kandidat ist Cory Conacher. Der Kanadier gilt seit seinem ersten Aufenthalt in Bern vor vier Jahren als ewige Versuchung. Sportchef Alex Chatelain hat sich während seines Nordamerika-Aufenthalts mit Conacher getroffen. Allerdings wird sich der Stürmer noch ein Weilchen lang nicht festlegen. Und aus der Schweiz ist Bern bei weitem nicht der einzige Interessent.

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