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Mit gutem Gefühl ins Derby

Das Team Kari Jalonens schlägt den ZSC in einer ereignisarmen, aber hoch­stehenden Partie auswärts mit 2:1 nach Verlängerung.

Der Schlusspunkt: Ramon Untersander drückt ab und erzielt mit gütiger Mithilfe der Zürcher den Siegtreffer für den SCB.
Der Schlusspunkt: Ramon Untersander drückt ab und erzielt mit gütiger Mithilfe der Zürcher den Siegtreffer für den SCB.
Keystone

Es dauert lange, doch in der 47. Minute liegt der Puck dann doch noch im Tor. Und nach ­ausgiebigem Videostudium der Schiedsrichter steht fest: Der SC Bern führt bei den ZSC Lions 1:0. Nach dem Treffer des vom EHC Kloten gekommenen Flügels Daniele Grassi werden die Fesseln gelockert.

Thomas Rüfenacht und Simon Moser verpassen aber gute Gelegenheiten zur Vorentscheidung. Statt das zweite Berner Tor fällt in der 54. Minute der Ausgleich – Drew Shore trifft nach nur neun Sekunden Pow­erplay. Der Unterhaltungswert des Saisoneröffnungsspiels hat merklich zugenommen.58 Sekunden vor der Sirene kann der SCB den Siegtreffer in Überzahl anstreben.

Die Gäste sind zwar gefährlich, aber vorerst nicht erfolgreich. In der Verlängerung, jetzt mit vier Berner und drei Zürcher Feldspielern auf dem Eis, holen sie das Verpasste nach. Ramon Untersander sichert den zweiten Punkt, wobei Phil Baltisberger die Scheibe ins eigene Tor abgelenkt hat. «Die Tore waren symptomatisch», sagt SCB-Goalie Leonardo Genoni, «denn Chancen gab es auf beiden Seiten nicht viele. Für die Zuschauer war das Spiel wohl eher langweilig.»

Viel Taktik, viel Disziplin

Langweilig muss nicht schlecht bedeuten, ganz im Gegenteil. Dass das Duell der beiden letzten Meister lange torlos blieb, kam nicht von ungefähr. Es war zwar der erste Match in der Saison 2018/2019, und doch war im Hallenstadion ein Hauch Playoff-Atmosphäre spürbar.

Die beiden meistgenannten Favoriten agierten ausgesprochen diszipliniert; die Räume wurden eng gemacht, die Torhüter gut abgeschirmt. Die je vier Partien im Rahmen der Champions Hockey League hatten offensichtlich die Stilsicherheit gefördert. «Ich bin ein grosser Befürworter der Champions League», sagt denn auch Genoni. «Es geht um etwas, es sind Ernstkämpfe, die gut für uns sind.»

Zum Auftakt der Meisterschaft konnte SCB-Coach Kari Jalonen fast aus dem Vollen schöpfen, einzig der gesperrte Gregory Sciaroni fehlte. Bei den Zürchern hingegen waren mit Fredrik Pettersson (gesperrt), Robert Nilsson (rekonvaleszent) sowie Roman Cervenka (angeschlagen) drei Edeltechniker abwesend. Zudem sorgte der neue Cheftrainer Serge Aubin für eine Überraschung, indem er Severin Blindenbacher zuschauen liess. Beim SCB fiel keiner ab, am auffälligsten war von den Neuen Jan Mursak. Der Slowene stellte seine Zweikampfstärke, sein gutes Auge und Zug aufs Tor unter Beweis.

Bodenmann enttäuscht

Am Ende spricht Genoni von einem «wichtigen Sieg», allerdings nicht weil er gegen die Lions zustande gekommen ist. «Es spielt keine Rolle, wer der Gegner ist.» Simon Bodenmann, der vor dieser Saison die Seiten gewechselt hatte, meint hingegen, es nerve, habe er gegen sein ehemaliges Team verloren. «Und es ist schade, dass wir unseren Beitrag zur tollen Stimmung beim Abschied von Mathias Seger nicht leisten konnten.»

Eine gute Ambiance dürfte auch in der Postfinance-Arena herrschen, empfängt der SCB doch die SCL Tigers. «Ich freue mich sehr auf das Derby», sagt Genoni. Er ist bestimmt nicht der Einzige.

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