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Meister der Selbstzerstörung

Der SC Bern unterliegt in Freiburg 1:5 und nähert sich dem Tabellenende.

Die Verunsicherung ist fast greifbar: Der SC Bern nach der achten Niederlage in den letzten neun Spielen, dem 1:5 in FreiburgFoto: Cyril Zingaro/Keystone
Die Verunsicherung ist fast greifbar: Der SC Bern nach der achten Niederlage in den letzten neun Spielen, dem 1:5 in FreiburgFoto: Cyril Zingaro/Keystone

Der Meister fällt im Kampf um die Playoff-Plätze immer weiter zurück. In Freiburg unterliegt der SC Bern 1:5; es ist die sechste Niederlage in den letzten sieben Partien. Rechnet man noch die Champions-League-Spiele gegen Lulea dazu, hat Bern zuletzt acht von neun Begegnungen verloren.

Das einzige Highlight seit der Beendigung der Sommerzeit ist der 2:1-Erfolg über Leader ZSC. Ganz anders Gottéron: Die Freiburger haben nun 7 der letzten 8 Matches gewonnen.

Der SCB fand gut ins Spiel, hatte vorerst Vorteile. Doch dann drückte Kilian Mottet in der 5. Minute fast von der verlängerten Torlinie aus ab, und Niklas Schlegel liess sich aus diesem ultraspitzen Winkel tatsächlich erwischen.

Der 25-Jährige kam gegen Gottéron zum Einsatz, nachdem Pascal Caminada am Freitag in der vorletzten Minute gegen Lausanne ein haltbares Tor zum 2:3 kassiert hatte. Die Berner wirkten nach dem Gegentreffer geschockt, was nach all den Rückschlägen in den letzten Wochen nicht verwunderte. Die Verunsicherung war förmlich greifbar.

Kari Jalonens Team fehlen derzeit sieben Stammspieler; vor allem in der Verteidigung ist Not am Mann. Weil Beat Gerber, Eric Blum und André Heim nächste Woche wieder einsatzfähig sein sollten, hatte SCB-Sportchef Alex Chatelain darauf verzichtet, für die Doppelrunde einen anderswo überzähligen Verteidiger zu engagieren.

Trotz der schwierigen personellen Situation, der misslichen Tabellenlage und dem 0:2-Rückstand liessen die Berner die Köpfe nicht hängen. Im Gegenteil: Sie setzten die Einheimischen zu Beginn des Mitteldrittels unter Druck und wurden für den Effort belohnt: Topskorer Mark Arcobello brachte nach schöner Vorarbeit Vincent Praplans mit einem platzierten Handgelenkschuss die Hoffnung zurück. Anschliessend setzte sich der Meister gleich wieder in der Zone der Gastgeber fest.

Anderssons folgenschwerer Lapsus an der blauen Linie

Die Wende schien möglich, doch dann folgte - wie so oft in dieser Seuchensaison - ein Akt der Selbstzerstörung. Calle Andersson, der am Donnerstag seinen Vertrag bis 2023 verlängert hatte, liess den springenden Puck über die blaue Linie gleiten. Statt ihn zurück ins Angriffsdrittel zu spedieren oder einen Rückpass zu schlagen, wählte der Schwede eine komplizierte Lösung, die zu einem Fehlpass und einem Konter führte.

Weil er zu allem Unglück auch noch stolperte, kam es zu einer 3:1-Situation, die Bykow problemlos zum 3:1 nutzte. «Fehler passieren», sagte Arcobello, «wir machten auch letzte Saison Fehler. Aber wir müssen mehr leisten - mehr kämpfen, mehr checken, mehr Tore schiessen, mehr an uns glauben.»

Letzteres ist leichter gesagt als getan. Denn mit jedem Negativerlebnis wird die Aufgabe noch schwieriger - nicht nur punktemässig. Derzeit spricht jedenfalls wenig dafür, dass der Meister das Playoff noch erreicht.

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