Mehr Biss, mehr Mut

Die SCL Tigers ­haben sich nach Startschwierigkeiten gefangen, sind wieder auf Tuchfühlung mit den Playoff-Plätzen. Nun treffen sie mit Ambri, Servette und Kloten innert einer Woche auf drei direkte Konkurrenten.

Gemeinsam stark: Die SCL Tigers haben sich solidarisch aus dem Tief ­herausgearbeitet.

Gemeinsam stark: Die SCL Tigers haben sich solidarisch aus dem Tief ­herausgearbeitet.

(Bild: Raphael Moser)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Es war ein sonniger Herbsttag, als sich die SCL Tigers auf die Reise nach Kloten machten. Am Vorabend hatten sie Servette geschlagen, nach fünf Niederlagen de suite zum ersten Mal in dieser Saison reüssiert. Und nun also sollten sie gegen das Schlusslicht gleich nachlegen.

Doch: In Kloten ging für die Langnauer die Sonne rasch unter, sie verloren sang- und klanglos 0:4. Heinz Ehlers kündigte unmittelbar nach Spielschluss an, die Zügel markant anzuziehen. Und weil der Coach sonst schon als harter Hund gilt, dürfte dies keinen Spieler kaltgelassen haben.

Ein Monat und acht Meisterschaftspartien sind seither vergangen, und man darf durchaus festhalten: Dieses 0:4 stellt einen Wendepunkt dar. Fünfmal haben die SCL Tigers gewonnen, einzig gegen die Topteams Bern, Davos und Lugano verloren.

Neue Rolle

Angesprochen auf diesen Aufwärtstrend, hält Emanuel Peter fest: «Es ist eine Frage des Selbstvertrauens.» Er erwähnt die Vorbereitungspartien, die abgesehen von einer Ausnahme allesamt verloren gingen und entsprechend Einfluss auf die mentale Verfassung der Spieler hatten. «Anfang Saison haben wir manchmal nicht mehr an die Wende geglaubt, wenn wir hinten lagen. Du musst das erst ein-, zweimal erlebt haben, bis du dieses Gefühl wieder hast», erklärt Thomas Nüssli. Captain Peter erwähnt überdies die Veränderungen im Team, «es braucht Zeit, bis jeder seine Rolle gefunden hat. Aber wir sind auf einem guten Weg.»

Fakt ist: Die SCL Tigers spielen solider als vor einem Monat. Gegen die ZSC Lions (3:2) vermochten sie nach schwachem Start zu reagieren, und beim 3:1-Sieg in Zug war der Gegner zwar spielbestimmend, doch die Langnauer verteidigten beherzt und nutzten die wenigen Chancen.

Theorie und Praxis

Klubführung wie Team haben Anfang Saison die Playoff-Teilnahme als Ziel formuliert. Nach dem Aufschwung sind die Emmentaler wieder auf Tuchfühlung mit den Top 8, liegen nur fünf Zähler hinter dem siebtplatzierten Biel. Und nun treffen die SCL Tigers innert einer Woche auf Ambri, Servette und Kloten – alles direkte Konkurrenten im Kampf um einen Playoff-Platz.

«Theoretisch gehst du diese Spiele nicht anders an als andere», sagt Peter, «aber wahrscheinlich wird es doch ein bisschen anders werden, emotionaler.» Die Siege gegen die ZSC Lions und Zug hätten dem Team ungemein gutgetan, «wir gehen mit grösserer Überzeugung in diese Direktbegegnungen».

Ehlers wäre nicht Ehlers, würde er nach zwei Siegen euphorisch werden. Der Coach weiss um die Gefahr eines Absturzes, warnt deshalb seine Spieler vorsorglich vor dem heutigen Gegner: «Ambri kämpft, spielt hart. Trainer Luca Cereda macht einen sehr guten Job.» Mit dem disziplinierten und kämpferischen Auftritt seiner Equipe in Zug war der Däne sehr zufrieden, das Gleiche erwartet er weiterhin. Ansonsten wissen die Spieler, was ihnen blüht.

Berner Zeitung

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