Leader Hecquefeuille kämpft um einen Vertrag

Die SCL Tigers empfangen am Freitag– Zug. Kévin Hecquefeuille hofft, in den nächsten Wochen endlich sein gewohntes Rendement zu zeigen.

Kévin Hecquefeuille möchte weiterhin in Langnau Eishockey ­spielen.

Kévin Hecquefeuille möchte weiterhin in Langnau Eishockey ­spielen. Bild: Andreas Blatter

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Er verzieht keine Miene, dreht noch ein paar Runden auf dem Eis und geht schliesslich in die Garderobe. Derweil einige Team­kollegen ein Erfolgserlebnis im Penaltyschiessen schon mal ausgiebig feiern, bleibt Kévin Hecquefeuille ruhig. Es ist ja nur ein Tor im Training, und sowieso würde ein Gefühlsausbruch nicht zum Franzosen passen.

Seit 2013 spielt Hecquefeuille für die SCL Tigers. Er war zweifellos einer der Eckpfeiler jener Langnauer Equipe, die im letzten April den Aufstieg realisierte; Hecquefeuille sorgte für Stabilität in der Defensive und offensive Nadelstiche.

«Es gibt andere Prioritäten»

Beinahe zehn Monate sind seither vergangen, und Hecquefeuilles Einfluss auf die Leistungen der Emmentaler ist geschwunden. Im November plagte er sich mit einer Knieverletzung rum, kurz vor Weihnachten wurde er von einem Puck am Fussgelenk getroffen; er kehrte erst letzten Dienstag gegen Davos in die Mannschaft zurück. «Mit dem Fuss geht es viel besser, aber nun fehlen mir noch einige Spiele, um meine Form wiederzufinden», hält er fest. Allerdings musste er die letzten beiden Partien von der Tribüne aus verfolgen. «Es ist nicht an der Zeit, auf meine persönliche Situation Rücksicht zu nehmen», sagt Hecquefeuille, «es gibt andere Prioritäten».

Hat er seinen Nimbus als Leader eingebüsst? «Ich glaube nicht, dass sich meine Rolle verändert hat», entgegnet er. Sicher habe er längere Zeit gefehlt, «aber wenn ich auf dem Eis stehe, habe ich immer noch eine wichtige Rolle». Doch Hecquefeuille ist ein selbstkritischer Mensch. Er sagt: «Ich bin selten zufrieden mit meinen Leistungen.» Diese Saison habe für ihn gut begonnen, «aber mit den Verletzungspausen war es schwierig, ein gutes Gefühl zu entwickeln, weil sich dieses nur mit möglichst vielen Spielen einstellt». Er hoffe, nun gesund zu bleiben, «damit ich jetzt meine Leistung zeigen kann».

Offene Zukunft

Fakt ist: Für die nächste Saison haben die SCL Tigers bereits neun Verteidiger unter Vertrag, darunter den Finnen Ville Koistinen. Hecquefeuilles Kontrakt läuft aus. Er habe weder mit Sportchef Jörg Reber über die Zukunft gesprochen, noch sei er mit anderen Klubs am Verhandeln, sagt der Franzose. «Aber ich möchte in Langnau bleiben, das ist ein fantastischer Ort dafür, Eishockey zu spielen.»

Reber sagt, noch sei offen, ob die SCL Tigers in die nächste Saison mit einem oder zwei ausländischen Verteidigern steigen. Hecque­feuille jedenfalls dürfte Interesse daran bekunden, im nächsten Winter möglichst oft zu spielen. Denn 2017 findet in Paris und Köln die WM statt, und es ist sein Ziel, dannzumal für die Equipe tricolore aufzulaufen.

Noch sieben Spiele stehen für die SCL Tigers bis zum Qualifikationsende auf dem Programm. Vor der Nationalmannschaftspause empfangen sie heute Zug (19.45 Uhr) und reisen morgen nach Biel. Für die Emmentaler geht es darum, möglichst viele Punkte zu holen. Für Kévin Hecquefeuille, sich für einen Vertrag aufzudrängen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.02.2016, 07:58 Uhr

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