Leader dank Sieg gegen den Absteiger

Der SC Langenthal hat die Spitzenposition übernommen: Nach dem Heimsieg gegen die Rapperswil-Jona Lakers sind die Oberaargauer die einzige Mannschaft, die in der laufenden Saison noch nie verloren hat.

Marc Kämpf (links) reisst die Arme zum Jubeln hoch: Zwei Minuten vor Spielende traf der Stürmer zum entscheidenden 3:2.

Marc Kämpf (links) reisst die Arme zum Jubeln hoch: Zwei Minuten vor Spielende traf der Stürmer zum entscheidenden 3:2.

(Bild: zvg)

Zwei Härtetests hat der SC Langenthal in dieser Saison bereits bestanden: Gegen Olten resultierte ein knapper Sieg nach Penaltyschiessen, gegen Visp gab es beim 9:4 eine Gala zu bestaunen. Am Samstag sollte der Spitzenkampf gegen die Rapperswil-Jona Lakers zeigen, wohin der Weg für die Mannschaft von Jason O’Leary heuer führen soll. Nach dem 3:2 gegen den zuvor verlustpunktlosen NLA-Absteiger mussten selbst kritische Stimmen nachgeben und sagen: Der Weg des SCL könnte ganz nach oben gehen.

Besser im Schlagabtausch

Von Beginn weg sahen über 2300 Zuschauer einen entfesselten SC Langenthal. Dass die Rapperswil-Jona Lakers ebenso wie die Langenthaler offensiv eingestellt waren, ein energisches Forechecking betrieben und die eigenen Stärken im schlittschuhläuferischen Bereich ausspielten, trug viel zu einem attraktiven Spiel bei. Es war, wie es SCL-Stürmer Nico Dünner nach der Partie sagte, «ein offener Schlagabtausch, bei dem wir ein bisschen besser waren». Damit sprach er insbesondere das erste Drittel an, in welchem die Langenthaler mit Power, Dominanz und Siegeswillen überzeugten.

Die Spielweise der Oberaargauer war aber nicht nur für das Publikum attraktiv, sondern auch effektiv. Ein vorzügliches Beispiel war dabei der Treffer zum 1:0 von Jeff Campbell. Der kanadische Center ging in den Slot, nahm Blessuren in Kauf und drückte die Scheibe mit enormem Willen über die Torlinie. Dass wenig später Nico Dünner mit viel Tempo durch die gegnerische Abwehr lief, Torhüter Michael Tobler ausspielte und auf 2:0 erhöhte, rückte die Stärkeverhältnisse zurecht. Der starke und in seinen Aktionen schnell agierende Absteiger wurde auf dem Schoreneis entzaubert.

Eine Kopfsache

Bei allem Lob für die vorzügliche Vorstellung der Langenthaler darf auch etwas bemängelt werden: Der SCL konnte den Druck nicht hochhalten und liess sich zurückdrängen. «Vielleicht eine Kopfsache», sagt Dünner nach der Partie. Das 2:0 habe das Team verängstigt, dennoch habe man Rapperswil nur «schlechtes Eis» und damit kaum Chancen zugestanden. In der 35. Minute kam dennoch, was sich angekündigt hatte: Das 1:2 fiel in Überzahl.

Bevor das Team von O’Leary mehr für den Sieg getan hatte, kam das 2:2. Ein Ablenker von Raphael Kuonen hatte Marco Mathis zu spät gesehen – chancenlos musste er den Ausgleich hinnehmen. «Wir waren zu lange auf dem Eis und haben dann die Scheibe zu wenig konsequent rausgespielt», begründete Philippe Seydoux nach der Partie den SCL-Einbruch. So sei es schwierig gewesen, das Spieldiktat weiterhin zu behalten.

Weiterhin Opfer bringen

Verdientermassen gelang es den Langenthalern erneut, einen Weg zu finden, die Partie zu gewinnen. Nach einem schwachen Abwehrversuch von Michael Tobler landete die Scheibe vor Marc Kämpfs Schlittschuhen. Kämpf nahm die Scheibe an, schoss und entschied die Partie nur 167 Sekunden vor der Schlusssirene. «Ich bin froh, haben wir einen Weg gefunden zu gewinnen», sagte Best-Player Philippe Seydoux abschliessend.

Nach den Siegen gegen Olten, Visp und Rapperswil-Jona Lakders habe man die Gewissheit, alle Teams in dieser Liga schlagen zu können. «Wir müssen aber auch künftig ein Opfer bringen, um zu siegen. Es braucht nicht immer eine Kür.»

Berner Zeitung

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