Langnau muss investieren

Sportredaktor Marco Oppliger zum Verpassen der Playoffs der SCL Tigers.

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Im Herbst hatten die SCL Tigers für ihre Verhältnisse forsch die Playoff-Teilnahme als Ziel formuliert. Bis zur drittletzten Qualifikationsrunde waren sie diesbezüglich auf Kurs gewesen. Doch als es wirklich zählte, in den beiden Heimspielen gegen Servette und Kloten, scheiterte Langnau.

Gewiss, die Art und Weise, wie die SCL Tigers die ausgezeichnete Chance verspielten, ist äusserst ärgerlich. Doch ist deswegen nun alles schlecht? Nein.

Es gilt, die Situation differenzierter zu betrachten. Die Reserve auf Rang 11 beträgt zehn Punkte. Die Ausgangslage ist günstig, höchstwahrscheinlich wird Langnau den Ligaerhalt zum zweiten Mal in Folge vorzeitig und ohne nervenaufreibenden Abstiegskampf sicherstellen. In Anbetracht des Kaders ist das eindeutig als Erfolg zu werten. Denn die Mannschaft ist nominell nach wie vor eine der schwächsten, wenn nicht die schwächste in der National League.

Die Punkteausbeute spricht für die Arbeit von Heinz Ehlers. Der Däne hat es erneut geschafft, mit Disziplin und einem passenden System eine durchschnittliche Equipe zu einem für alle Konkurrenten unbequemen Gegner zu machen.

Seit dem Aufstieg 2015 haben die SCL Tigers stetig Fortschritte gemacht. Daher ist es nur logisch, werden sie auch im nächsten Herbst die Playoff-Teilnahme als Ziel angeben. Wobei klar festgehalten werden muss: Mit den bisher unter Vertrag stehenden Spielern ist dieses Vorhaben ambitiös. Denn die Defizite sind offensichtlich; Langnau fehlt es an Kreativität in der Offensive, das Abschlussverhalten ist mangelhaft. Nirgends zeigt sich das so deutlich wie im Powerplay, welches das mit Abstand schwächste der Liga ist.

Weil mit Eero Elo erst ein Ausländer unter Vertrag steht, ist Sportchef Jörg Reber gefordert. Die SCL Tigers brauchen zwingend einen Skorer. Natürlich kostet ein solcher Spieler Geld, doch der Club dürfte heuer einmal mehr schwarze Zahlen schreiben. Es ist zwar rühmlich, geben die Emmentaler nur so viel aus, wie sie auch erwirtschaften. Doch ein Teil der in den letzten Jahren angesammelten Reserven muss nun ins Fanionteam investiert werden. Sonst wird den SCL Tigers der nächste Schritt kaum gelingen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.03.2018, 14:47 Uhr

Marco Oppliger, Sportredaktor
marco.oppliger@tamedia.ch

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