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Kritische Phase macht Sieg wertvoll

Beim 5:2-Auswärtssieg des SC Bern ist Servette lange nicht die schlechtere Mannschaft. Am Ende fehlt den Genfern ein herausragender Torhüter und die nötige Kraft.

Erneut gerät Genf in Rückstand: Robert Mayer wird im Powerplay bezwungen.
Erneut gerät Genf in Rückstand: Robert Mayer wird im Powerplay bezwungen.
Keystone
Der Berner Powerplayblock freut sich über den Führungstreffer durch Andrew Ebbett.
Der Berner Powerplayblock freut sich über den Führungstreffer durch Andrew Ebbett.
Der SC Bern kann hingegen nach dem Kantersieg am Samstag auch im zweiten Spiel des Playoffs jubeln.
Der SC Bern kann hingegen nach dem Kantersieg am Samstag auch im zweiten Spiel des Playoffs jubeln.
Keystone
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Man konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es mehr als verzweifelte Durchhalteparolen sein könnten, die man am Samstag in Bern zu hören bekommen hatte. Ein «ganz anderes Servette» werde man im zweiten Spiel sehen, hatte Servettes Sportchef Chris McSorley gesagt. Was hätte er auch sonst sagen sollen? Dass es hoffnungslos sei? Denn nichts anderes schien es zu sein nach jenem 7:0. So dominant waren die Berner gewesen.

Davon war am Dienstag nicht mehr viel zu sehen. Die Genfer spielten so, wie es die Veränderungen vermuten liessen, die Craig Woodcroft vorgenommen hatte. Hinten sattelfester, vorne zielstrebiger und druckvoller. Der Trainer der Genfer verzichtete auf zwei Söldner. Nick Spaling und Michael Keränen hatten in Bern enttäuscht, für sie spielten der alte NLB-Haudegen Dominic Forget, der vom ausgeschiedenen La Chaux-de-Fonds ausgeliehen worden war, sowie Verteidiger Johan Fransson.

Und Fransson war es auch, der seiner Mannschaft das erste Playoff-Tor der Serie bescherte: 16 Sekunden, nachdem die Berner in Führung gegangen waren. Mark Arcobello hatte im Powerplay mustergültig den freistehenden Andrew Ebbett bedient, der Kanadier nahm die Gelegenheit wahr.

Erstaunliches Playoff-Spiel

Es war der Auftakt zu einer Partie, die nicht nur ein gefestigtes Servette zeigte, sondern auch von der Spielgestaltung her ein besonderes Playoff-Spiel war: wenig gehässig, dafür mit erstaunlich viel Platz für die Stürmer und entsprechend vielen Torchancen. Statt 2:5 hätte dieses Partie ohne weiteres auch 4:7 enden können. Oder, wenn alle Götter den Genfern hold gewesen wären, 4:3 für Servette.

Denn die guten Gelegenheiten waren gerecht verteilt. Im ersten Abschnitt hatten die Berner Vorteile, Ebbett und Arcobello sowie Ramon Untersander, der das offene Tor verfehlte, hatten beste Chancen, und Alain Berger bekundete Pech, als er den Pfosten traf. Im zweiten Drittel waren es dann die Genfer, die eine Führung verdient gehabt hätten.

Vincenzo Küng, der ebenfalls aus La Chaux-de-Fonds gekommen war, und Clubkollege Forget waren nahe am Torerfolg, ebenso Juraj Simek, der nur die Torumrandung traf. Das war in der 26. Minute und nicht Genfs einziger Schuss an das Gehäuse. Es war ausserdem genau in jener Phase gewesen, in der man sich fragte, ob es möglich sein kann, dass dieses Servette vielleicht doch die Qualität hat, Bern in Verlegenheit zu bringen. Da zog auf der rechten Seite Gaëtan Haas übers Feld, Freund und Feind erwarteten einen Pass des Berner Stürmers auf seine mitgelaufenen Kollegen Thomas Rüfenacht oder Mason Raymond. Aber Haas knallte die Scheibe selber ins Tor: scharf, cool, unhaltbar.

Nicht, dass Servette von diesem Moment an keine Chance mehr gehabt hätte. Aber es war aus Berner Sicht die Befreiung aus einer Umklammerung, die unter Umständen auch ungemütlich hätte werden können.

Mayer wieder glücklos

Es ist immer einfach und auch ungerecht, den Torhüter zum Sündenbock zu machen. Er kann schliesslich nichts dafür, dass die Stürmer nicht ins Tor trafen und die Verteidiger in den letzten 15 Minuten nachliessen. Oder wie es Yanik Burren, der sein erstes Tor in der höchsten Liga erzielte, nach dem Spiel sagte: «Wir wussten, dass sie abbauen würden.» Aber Servette-Hüter Robert Meyer war wie schon in Bern der tragische Held und sah sowohl beim 1:3 als auch beim 1:4 von Doppeltorschütze Simon Bodenmann sehr unvorteilhaft aus.

Für den SCB war es ein wertvoller Sieg. Gerade auch deshalb, weil es jene Phase gab, in der die Partie auch einen anderen, weniger erfreulichen Verlauf hätte nehmen können.

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