Jung, dynamisch, humorvoll

Eishockey

Der SC Bern bezwingt den HC Davos dank eines starken Startdrittels 3:2. Der nimmermüde Captain Martin Plüss (39) zählt zu den auffälligsten Akteuren und erzielt sein 7. Saisontor.

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Reto Kirchhofer@rek_81

Das Alter? «Nicht mehr als eine Zahl», pflegt Jaromir Jagr zu sagen. 44 Jahre alt ist der Stürmer mittlerweile, vor kurzem erzielte er sein 750. Tor in der NHL. Martin Plüss ist erst 39 Jahre alt. Jagrs Ausbeute dürfte für den Captain des SC Bern ausser Reichweite sein.

Doch im Gegensatz zum Freigeist aus Tschechien verfügt der Zwei-Weg-Center seit jeher auch über ein defensives Gewissen. Was die Stürmer verbindet, ist ihre Leidenschaft fürs Eishockey – und dass sie auch im fortgeschrittenen Alter auf höchstem Niveau kompetitiv sind.

Am Freitag erzielte Plüss seinen 289. NLA-Treffer. Der Captain zählte beim 3:2-Erfolg gegen Davos zu den Besten. In einem Fragebogen, der im Matchprogramm publiziert wurde, hatte Plüss die Frage, wie er sich in drei Worten beschreiben würde, wie folgt beantwortet: «Jung, dynamisch, humorvoll.» Seinen Sinn für Humor bewies er just mit diesem Eintrag, die Dynamik zeigte er auf dem Eis – und das Alter, eben, es ist nicht mehr als eine Zahl.

Nachlassen ohne Folgen

Zweifelsfrei jung sind die Torhüter des HC Davos: Gilles Senn (20) und Joren van Pottelberghe (19) teilen sich das Erbe von Leonardo Genoni, der die Bündner in Richtung SCB verlassen hat. Die Youngsters haben in dieser Saison Schwächen gezeigt. Auch am Freitag agierte Keeper Senn nicht immer stilsicher, so liess er Plüss’ Direktschuss aus spitzem Winkel passieren. Allerdings hielt Senn sein Team im Spiel, musste immer wieder Fehler der Vorderleute ausbügeln.

Der SCB setzte die Gäste im ersten Abschnitt sofort unter Druck, überzeugte mit Wucht und Präsenz. Gian-Andrea Randegger bugsierte die Scheibe mit etwas Glück ins Tor. Auch der 36 Jahre alte (oder junge) Marc Reichert traf. Er profitierte von der Vorarbeit Maxime Macenauers, der sich an der Bande gegen Noah Schneeberger durchgesetzt hatte. Die Szene diente als Sinnbild: Die Berner waren den Tick schneller, williger, besser.

Dies änderte sich ab dem Mitteldrittel. Davos legte zu, Bern baute ab. Das Nachlassen wurde nicht bestraft, und so erschien Plüss guten Mutes zum Interview. Martin Plüss, wie alt fühlen Sie sich eigentlich? «Wir haben beim SCB vor einigen Jahren einen Fitnesstest gemacht. Das Resultat ergab bei mir ein biologisches Alter von 12. . .»

Berner Zeitung

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