«Jalonen ist der beste Trainer, den ich erlebt habe»

77 Punkte nach 34 Runden, überlegener Leader, 18 Zähler vor Lugano: Der SC Bern absolvierte ein beeindruckendes Halbjahr. Verteidiger Beat Gerber (35) lobt und mahnt.

Froh um die Pause: Beat Gerber vom SCB.

Froh um die Pause: Beat Gerber vom SCB.

(Bild: Freshfocus)

Seit zehn Jahren werden in der höchsten Schweizer Liga 50 Qualifikationsrunden ausgetragen. In der Regel haben die Klubs am Ende des Kalenderjahres rund 34 Meisterschaftspartien absolviert. Der SCB steht aktuell mit 77 Punkten zu Buche, zwei mehr als im Vorjahr. Nur einmal war er sogar noch besser. 79 Punkte hatte er nach der Modusänderung in der Premierensaison 2007/2008 nach 34 Runden gesammelt. Vor zehn Jahren betrug der Vorsprung auf Verfolger Servette 12 Punkte, heuer sind es Ende Jahr bereits 18 auf Lugano und Davos.

Der SCB weist 18 Punkte Vorsprung aus, die Dominanz ist enorm, oder?Beat Gerber: Wenn man die Punkte anschaut, könnte man diesen Eindruck erhalten. Aber wir müssen in jedem Spiel unsere beste Leistung abrufen, sonst reicht es nicht.

Doch selbst als der SCB Anfang Dezember viermal in Serie verlor, gab es dabei in drei Partien jeweils noch einen Punkt und bloss einmal eine Niederlage nach 60 Minuten.Ja, aber eben nicht 3 Punkte. Und die sind unser Anspruch. Deshalb waren wir nicht zufrieden. Zum Glück konnten wir die Situation wieder korrigieren.

In der Tat. Bereits resultierten wieder sechs Siege in Folge. Kam die Pause ungelegen?Nein, einige Spieler sind angeschlagen und haben ein paar Tage Erholung nötig.

Sie sind seit 2003 in Bern und damit der dienstälteste Spieler. Erleben Sie momentan die beste SCB-Mannschaft?Das ist schwierig zu beantworten. Wir hatten schon früher gute Mannschaften. Aber unser grosser Vorteil ist derzeit, dass wir in jeder Partie vom Coach sehr gut eingestellt und informiert sind. Zudem ist unser Teamgeist sehr gut, das zeichnet uns aus.

Sie loben Kari Jalonen. Ist er der beste Trainer für Sie?Ich hatte schon einige Trainer. Wenn ich seine Professionalität sehe, die Art und Weise, wie er uns einstellt, dann muss ich sagen: Jalonen ist der beste Trainer, den ich bisher in meiner Karriere erlebt habe.

Was macht er denn besser?Er und sein Staff analysieren sehr viel und gut – speziell auch mit Videos. Er weiss immer genau, was der Gegner tun wird. Deshalb sind wir oft einen Schritt voraus.

Sie haben es vorhin angetönt, einige Spieler benötigen eine Pause. Fast die halbe Mannschaft ist aber am Spengler-Cup tätig. Würde Sie eine Teilnahme auch noch reizen?Nein, mit dem Nationalteam habe ich ja schon vor längerer Zeit abgeschlossen. Ich muss meine Kräfte für den Klub einsetzen, bei dem ich mein Geld verdiene.

Stichwort Kraft: Befürchten Sie, dass die Teilnehmer in Davos ausgelaugt zum SCB zurückkehren könnten?Bei bis zu fünf Partien in wenigen Tagen habe ich schon etwas Bedenken. Ich hoffe vor allem, dass unsere Spieler gesund zurückkommen. Ihre Energie wird aber nicht bei hundert Prozent sein. Wir werden einen guten Plan benötigen, dürfen sicher unsere Kraft nicht in den Trainings verpuffen, sondern müssen diese für die Matchs aufsparen.

Sehen Sie trotz der aktuellen Überlegenheit weitere Gefahren für den SCB?Im Februar folgt eine dreiwöchige Pause wegen der Olympischen Spiele. Einige Spieler werden auch in dieser Phase beim Nationalteam sein. Wir werden erneut nicht in Vollbestand trainieren können. Das macht diese Saison schwierig. Nach dem Unterbruch folgen bloss noch drei Runden vor dem Playoff-Start. Dann wird alles wieder bei null beginnen, dessen müssen wir uns bewusst sein. Ich bin jedoch überzeugt, dass wir alle professionell genug sind, um auch für die entscheidende Phase der Meisterschaft bereit zu sein.

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