«Immerhin kes Zähni gfrässe»

Der EHC Brandis bleibt im grössten Spiel seiner Klubgeschichte gegen den SC Bern ohne Chance. Der Meister gibt sich keine Blösse und gewinnt mit 9:2.

Cupambiance in Huttwil: 2099 Zuschauer verfolgen den ungleichen Vergleich zwischen Brandis und Bern.

Cupambiance in Huttwil: 2099 Zuschauer verfolgen den ungleichen Vergleich zwischen Brandis und Bern. Bild: Keystone

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Längst wogt das Fahnenmeer durch den Sektor der SCB-Fans, als auf dem Eis Patric Buri auftaucht. Der 28 Jahre alte Flügel des EHC Brandis reüssiert in der 50. Minute. Es ist ein Tor mit Ansage, wusste sich doch Buri bereits zuvor gut in Szene zu setzen. Sein Treffer ist aber auch Makulatur, 2:9 unterliegt Brandis dem SC Bern. «Die vielen Gegentore sind etwas ärgerlich, wir haben zu wenig konsequent verteidigt», sagt Buri. Und: «Es war sehr anstrengend, aber auch eine tolle Erfahrung.»

Wenn sich der Schweizer Meister in der ersten Cuprunde mit einem Erstligisten misst, dann handelt es sich für die einen um eine Wettkampfpartie mit Testspielcharakter, für die anderen ist es das grösste Spiel in der Klub­geschichte. So jedenfalls wurde die Affiche im Vorfeld vom EHC Brandis angepriesen, wobei der Verein mit Gründungsjahr 1999 zu den jüngeren im Schweizer Eishockey zählt. Wer hingegen nach dem Ursprung des Namens sucht, muss ein stärkeres historisches Backchecking betreiben. Im 13. Jahrhundert verwalteten die Freiherren von Brandis im Emmental ihre Besitze von der gleichnamigen Burg oberhalb von Lützelflüh aus. Sie wurde 1798 im Zuge des Franzoseneinmarschs abgebrannt. Der Name blieb erhalten, er steht heute unter anderem für eine Feuerwehr, für eine schöne Drogerie – und für den Eishockeyklub, der aus der Fusion zwischen dem EHC Lützelflüh-Goldbach und dem SC Hasle-Rüegsau entstanden ist. Mittlerweile stellt Brandis eines der stärksten Amateurteams. Die Ruine der einst stolzen Burg hingegen dient noch als Brätlistelle.

Um die Wurst geht es zwischen Brandis und Bern fünf Minuten früher als geplant. Bereits um 19.55 Uhr wird der Puck eingeworfen. Der Aussenseiter startet keck, erscheint einige Male im Dunstkreis vor Pascal Caminada. Der SCB-Torhüter kommt erstmals in dieser Saison zum Einsatz. Ansonsten verzichtet Trainer Kari Jalonen auf Rochaden, er lässt mit vier Ausländern spielen. Einer davon, Maxim Noreau, steht mit exakten Zuspielen am Ursprung der ersten zwei Tore. «Noreau hat mich beeindruckt», wird Torschütze Buri später sagen. «Er ist so ruhig und puck­sicher. Wenn du ihn angreifst, weisst du bereits, dass du die Scheibe nicht kriegen wirst.» 3:0 führt der SCB nach dem ersten Drittel. Im ungleichen Vergleich ist die Vorentscheidung gefallen.

So richtig laut wird es in der 24. Minute, als Assistenzcaptain Sven Nägeli für den Unterklassigen reüssiert und sich vom Publikum feiern lässt. Brandis wich für die Cuppartie ins Exil nach Huttwil aus, weil die Heimstätte im Brünnli in Hasle den Anforderungen nicht genügt. Das Fassungsvermögen für Eishockeypartien beläuft sich im Brünnli auf rund 1000 Zuschauer, Sitzplätze gibt es keine. In Huttwil sorgen 2099 Besucher für einen würdigen Rahmen. Nach dem Match lassen sich die Akteure beider Teams feiern. SCB-Stürmer Tristan Scherwey sagt: «Es war eine saubere Leistung, wir haben den Gegner respektiert.» Und Patric Buri meint lachend: «Immerhin hei mir kes Zähni gfrässe.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.09.2017, 22:55 Uhr

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