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«Ich vermisse Max»

Verteidiger Calle Andersson trifft Freitagabend mit dem SCB zum Saisonauftakt auf seinen Kumpel Maxim Noreau. Noreau spielt jetzt bei den ZSC Lions.

Heute gegen- statt miteinander: Calle Andersson (rechts) und sein ehemaliger Banknachbar in der SCB-Garderobe, Maxim Noreau (links).
Heute gegen- statt miteinander: Calle Andersson (rechts) und sein ehemaliger Banknachbar in der SCB-Garderobe, Maxim Noreau (links).
Urs Lindt

Spielplangestalter Willi Vögt­lin, ehemaliger SCB-Manager, nimmt keine Rücksicht auf Berner Befindlichkeiten. Jedenfalls beginnt für den SC Bern die Eishockeymeisterschaft heute um 19.45 Uhr ausgerechnet dort, wo sie vor fünfeinhalb Monaten durch ein Tor Pius Suters in der Verlängerung des sechsten Halbfinalspiels bitter geendet hat: in Oerlikon. Zumindest beim Betreten des Hallenstadions werden einigen Vertretern der Mannschaft Kari Jalonens die entscheidenden Szenen vom 7. April noch einmal durch den Kopf gehen.

Sie werden im Kopfkino sehen, wie der zu Boden fallende Stock von ZSC-Goalie Lukas Flüeler den SCB-Siegtreffer verhindert und wie Suter kurz darauf freistehend Leonardo Genoni bezwingt.Doch die schauderhaften Gedanken dürften rasch der Vorfreude weichen. Diese ist bei den SCB-Exponenten jedenfalls genauso spürbar wie der Leistungswille. So sagt etwa Calle Andersson: «Ich will den nächsten Schritt machen. Ich hatte eine ziemlich gute letzte Saison, doch ich denke, es steckt noch etwas mehr in mir.»

Der Schwede mit Schweizer Lizenz war in der internen Verteidigerhierarchie im vergangenen Winter die Nummer 6, nun erhofft er sich eine etwas grössere Rolle. Die vier absolvierten Partien der Champions Hockey League lassen vermuten, dass ihm Jalonen diese gewähren wird.

Für Noreau neben Gerber

Jedenfalls hat der finnische Cheftrainer die Abwehrduos neu sortiert, zum Beispiel Ramon Untersander und Eric Blum ausein­andergenommen. Gegen Cardiff und Växjö verteidigte Untersander jeweils neben Zuzug Adam Almquist, Blum bildete mit Justin Krueger ein Paar, und Andersson nahm an der Seite Beat Gerbers jenen Platz ein, den in der vergangenen Saison meistens Maxim Noreau besetzt hatte. Der Kanadier hat bekanntlich nicht ganz freiwillig die Seiten gewechselt und steht nun bei den ZSC Lions unter Vertrag.

«Ich vermisse Max, er ist ein toller Typ. Er hat mir viel geholfen in der letzten Saison», sagt Andersson. Die beiden sassen in der Garderobe nebeneinander, trainierten oft gemeinsam im Kraftraum. Und ab und zu lud Noreau seinen Kumpel zu sich nach Hause zum Abendessen ein. «Wir redeten viel zusammen, und zwar über allerlei Sachen. Max gab mir Tipps. Ich versuchte, so viel wie möglich von ihm zu lernen. Wir arbeiteten zusammen an meinem Schuss, dank seiner Hilfe habe ich diesen stark verbessert», erzählt Andersson.

Viel Arbeit im Kraftraum

Der Abgang des Mentors könnte für den 24-Jährigen, dessen Vater Peter einst für den HC Lugano verteidigt hat, nicht nur Fluch, sondern auch Segen sein. Denn Gerber ist der am defensivsten ausgerichtete Mann im Berner Abwehrverbund, sein Partner bekommt dadurch die Möglichkeit, sich regelmässig in den Angriff einzuschalten.

«Ich will den ­nächsten Schritt machen. Ich hatte eine ziemlich gute letzte Saison, doch ich denke, es steckt noch etwas mehr in mir.»

Calle Andersson

Und Andersson sagt von sich, er sei ein offensiver Verteidiger, der gern im Powerplay zum Einsatz käme. Der Rechtsschütze formuliert diesen Wunsch, will ihn aber nicht als Forderung verstanden haben. Er verweist darauf, wer wie eingesetzt werde, sei die Entscheidung der Coachs.

Er strebt allerdings danach, die Entscheidung seiner Vorgesetzten durch Taten in die gewünschte Richtung zu lenken. Trotz seiner imposanten Statur hat er im physischen Bereich noch gewisse Defizite. «Ich muss noch etwas schneller und kräftiger werden», gibt er zu und räumt ein, dass für ihn das Training im Kraftraum mindestens so wichtig ist wie jenes auf dem Eis.

«Ich habe im Sommer hart an der Ausdauer gearbeitet und meinen Oberkörper gekräftigt. Bisher fühle ich mich auf dem Eis stärker. Ich denke, ich spiele nun etwas härter und kann mehr Eiszeit verkraften.» Heute kann Calle Andersson seine Fortschritte erstmals im Rahmen der National League bestä­tigen – und Förderer Maxim Noreau zeigen, was er von ihm gelernt hat.Regeländerungen Seite 20

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