«Ich gehe drei Tage lang nicht heim»

Party, Party, Party – die Langnauer und ihr treuer Anhang feiern die Rückkehr in die NLA ausgelassen. «Ich liebe diesen Klub», sagt Topskorer Chris DiDomenico.

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Philipp Rindlisbacher

Es geschah an einem Teamevent im Sommer. Einige Langnauer liessen sich freiwillig von einem Destabilisierungsgerät, im Fachjargon Taser genannt, «behandeln». Für kurze Zeit starke Schmerzen auszuhalten, sich abzuhärten – dies war die Idee hinter der Aktion mit den Elektroschocks.

Die Wirkung scheint sie nicht verfehlt zu haben. Die SCL Tigers, welche in den letzten Jahren als etwas genügsame Equipe gegolten hatten, sind siegeshungriger, bissiger, robuster geworden. Die Rückkehr in die NLA ist der Lohn für eine prächtige Saison, «das ist gewaltig, unfassbar geil!», meinte Stürmer Yannick-Lennart Albrecht.

Emotionale Goalies

Vor zwei Jahren weinten einige Langnauer nach dem Abstieg aus Enttäuschung, gestern hatte da und dort ein Profi wieder feuchte Augen. Ergriffen blickte Goalie Lorenzo Croce in die Menge; der Tessiner beendet seine Karriere. Auch Damiano Ciaccio, die Nummer 1 zwischen Langnaus Pfosten, kullerten Tränen über die Wangen. Chris DiDomenico sprach derweil von einem gigantischen Abend. «Ich war mal U-20-Weltmeister, aber das hier übertrifft eigentlich alles. Ich liebe diesen Klub.» Mit 98 Skorerpunkten ist «DiDo» der Aufstiegsheld schlechthin.

Rund eine halbe Stunde nach der Schlusssirene wurden der Kanadier und Konsorten von den Tigers-Fans in Beschlag genommen – die Eisfläche war proppenvoll. Claudio Moggi herzte seine Freundin, Anton Gustafsson liess sich von vier euphorisierten Buben zu Boden reissen. Wenige Meter daneben umarmte Sandro Moggi jeden, der ihm über den Weg lief. «Jetzt feiern wir so richtig. Ich denke, ich gehe nun drei Tage lang nicht heim», erzählte der Publikumsliebling.

Stöcke, Handschuhe, Helme

Einige Langnauer verschenkten im Trubel die ganze Ausrüstung: Handschuhe, Stöcke, Helme – die Souveniers waren bei den Anhängern hoch im Kurs. Zu Ballermann-Hits wurde in der Ilfishalle gefeiert, die Party dürfte bis in die Morgenstunden weitergegangen sein. Heute wird der eine oder andere Profi Kopfschmerzen verspüren. Kein Problem: Schliesslich sind die Emmentaler abgehärtet.

Berner Zeitung

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