«Ich bin über den Berg»

36 Spiele hat Nils Berger in dieser Saison verletzungsbedingt verpasst. Nun kann der Langnauer Stürmer endlich wieder mittun – er hofft aber, dass die Saison bald zu Ende geht.

Philipp Rindlisbacher

Vier Monate Pause sind für einen Profisportler eine lange Zeit. Erst recht für einen Eishockeyspieler, bedeutet dies doch, dass er mehr als die halbe Saison verpasst. Nils Berger musste exakt vier Monate zuschauen, wie sich seine Langnauer Teamkollegen mal besser, mal schlechter anstellten. Mühsam sei das gewesen, erzählt der 25-Jährige, «ich fühlte mich mies. Und ich hatte langsam aber sicher genug vom Konditionstraining.»

Was das Eishockey betrifft, hat Berger schwierige Zeiten hinter sich. Vergangene Saison war er bei den Rapperswil-Jona Lakers engagiert gewesen, die letztlich ihren NLA-Platz in der Ligaqualifikation an die SCL Tigers verloren. Der Stürmer gehörte zu den wenigen, die immerhin ansatzweise zu überzeugen vermochten. Er schoss acht Treffer. Auch Biel bekundete Interesse an einem Transfer. Der Glarner aber zog den Wechsel ins Emmental vor, doch nach nur zehn Spielen sollte der Schock folgen: In Lausanne kugelte sich Berger die linke Schulter aus – zum vierten Mal. Eine Operation war unumgänglich.

Der Bruder in Ambrì

Der Rehabilitationsprozess dauerte länger, als Nils Berger erwartet hatte. Am Freitag, als Langnau beim Meister 5:4 siegte, gab er sein Comeback. «Ich hatte Schlimmes befürchtet», sagt der Wiedergenesene, halb im Scherz. «Ich dachte, gegen die schnellen Davoser würde ich nur hinterherrennen. Noch ist nicht alles gut, aber nun weiss ich: Ich bin über den Berg.» An und für sich ist der Speed Bergers Trumpf. Er bezeichnet sich als Powerflügel, die Skorerwerte indes sind bescheiden (237 NLA-Spiele, 19 Tore). Von Berger erhoffe er sich offensive Impulse, meint Coach Benoît Laporte, «er bringt Energie ins Team». Der frühere Nachwuchs-Nationalspieler besitzt einen Vertrag bis 2017, hatte während der Zwangspause zumindest keine Zukunftssorgen.

Drei Runden vor Schluss besitzen die Tigers noch immer eine Chance auf die Playoff-Teilnahme – auch wenn sie klein ist. «Das hatte vor der Saison niemand erwartet», meint Berger, dessen Bruder Sven beim Konkurrenten Ambrì spielt und im Strichkampf bessere Karten besitzt. Am Dienstag (19.45 Uhr) gastiert Langnau bei den ZSC Lions, sämtliche sechs Duelle mit den Zürchern in dieser Saison gingen verloren. «Keine Diskussion: Die Lions sind das Mass der Dinge», sagt Berger. Für seine Equipe handle es sich um ein Bonus-Spiel, «wir können nur gewinnen». Rasch den Klassenerhalt schaffen, sei nun das Ziel. Wobei: «Nach vier Monaten Pause brauche ich eigentlich noch keine Ferien.»

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