Höhepunkt und Sprungbrett

Am Internationalen Nachwuchsturnier von Wichtrach treten die Novizen von Dragon/Thun vor mehr Publikum als gewohnt an. Sie können sich dort auch für höhere Aufgaben aufdrängen.

Überzeugte gegen Burgdorf/Brandis: Stürmer Cyrill Pulfer (rechts) von Dragon/Thun.

Überzeugte gegen Burgdorf/Brandis: Stürmer Cyrill Pulfer (rechts) von Dragon/Thun.

(Bild: Daniel Teuscher)

Reto Pfister

Am Abend des Stephanstages haben sich 163 Zuschauer in der Sagibachhalle eingefunden, um die Novizenpartie zwischen Dragon/Thun und Burgdorf/Brandis zu verfolgen. Dies sind deutlich mehr, als sonst bei einer Begegnung zwischen den beiden Teams anwesend wären. «In der Meisterschaft spielen wir vor 60 oder 70 Besuchern», sagt Remo Eicher, der Trainer von Dragon/Thun.

Das Internationale Nachwuchsturnier von Wichtrach ist ein Saisonhöhepunkt für die ­einheimische Equipe. Die Begegnung gegen die Emmentaler verliert sie 3:5, gewinnt aber tags darauf gegen die Tschechen von Karlovy Vary 5:2.

Maurer mit Olympia-Chancen

Bei Dragon/Thun spielen die besten Akteure aus Wichtrach und Thun in einem Team zusammen. Die Erstligisten Wiki-Münsingen und Thun, im Aktivbereich Rivalen, führen die höchsten Nachwuchsstufen gemeinsam und treten bei den Junioren in der nationalen Elite-B-Meisterschaft an.

Am Turnier in der Sagibachhalle nehmen die Novizen teil, die ­zwischen 14 und 16 Jahre alt sind. Sicher hat seinen Platz für den Anlass niemand. Von den 26 ­Spielern im Kader kann nicht jeder in jeder Partie auflaufen. «Es gilt das Leistungsprinzip», sagt Trainer Remo Eicher. «Die ­Akteure müssen sich um die ­Plätze im Team bewerben und sich aufdrängen.»

Der Heimanlass ist der Höhepunkt des Jahres; im Gegensatz zu anderen Mannschaften fährt Dragon/Thun im Frühling nicht zu einem Saisonabschlussturnier ins Ausland.

In Wichtrach können sich die Akteure auch für höhere Aufgaben aufdrängen. Es handelt sich dabei nicht ausschliesslich um Spieler männlichen Geschlechts. In der Novizen-Kategorie dürfen Nachwuchsspielerinnen in einer Mannschaft mit ihren Alterskollegen agieren. Karlovy Vary setzt mit Barbora Hrusova eine Verteidigerin ein, Visp mit Nicole Andenmatten eine Stürmerin.

Bei Dragon/Thun ist die 16-jährige Saskia Maurer Stammtorhüterin, sie war im zweiten Turnierspiel gegen die Tschechen im Einsatz. Bei einer Finalqualifikation könnte Maurer nicht mehr mittun, da sie im Aufgebot der Schweizerinnen für die U-18-WM steht. Kann sie dort überzeugen, besitzt sie gar Chancen, an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang mit dabei zu sein.

Fünf Spieler zum SCB

Bei den Männern ist es nicht möglich, einen derart steilen ­Karriereweg einzuschlagen. Die Laufbahn muss Schritt für Schritt aufgebaut werden. Für die Novizen von Dragon/Thun kann das etwa bedeuten, in die Nachwuchsabteilung des SC Bern wechseln zu können. «In diesem Jahr konnten wir fünf Spieler an die Berner abgeben», sagt Trainer Eicher. Ivan Fankhauser, ­Vincent Ryser und Raphael Waber sind in Wichtrach für ihren Stammklub im Einsatz.

Andere Akteure wiederum sind von kleineren Vereinen zu Dragon/Thun gestossen, um so ihre Ziele zu verfolgen. So etwa der 15-Jährige Cyrill Pulfer, der gegen Burgdorf/Brandis zum besten Spieler seines Teams gewählt wurde. «Ich würde später gerne für die erste Mannschaft von Thun spielen», sagt der 15-jährige Stürmer, der bei Oberlangenegg mit dem Eishockeyspielen begonnen hat. «Das Turnier ist eine gute Gelegenheit, sich zu zeigen und besser zu werden», sagt er. Der Anlass ist so nicht nur ein Saisonhöhepunkt, sondern auch ein Sprungbrett.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...