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Hiller lässt Worten Grosstaten folgen

Der EHC Biel reagiert mit einem 3:1-Sieg in Davos auf die Autaktniederlage. Goalie Jonas Hiller ist ein wichtiger Grund für den Ausgleich zum 1:1 in der Best-of-7-Serie.

Kurz vor Schluss steht Marc Wieser alleine vor Jonas Hiller, doch der Bieler Goalie verhindert den 2:2-Ausgleich.
Kurz vor Schluss steht Marc Wieser alleine vor Jonas Hiller, doch der Bieler Goalie verhindert den 2:2-Ausgleich.
Keystone

«Wir hatten kein ’Puck-Glück’. Aber wir kämpften auch zu wenig, um das Glück zu verdienen.» Wenn ein Trainer ein Spiel so analysiert, ist das nichts wirklich dramatisches.

Er darf. Macht es aber der Torwart, hat das eine grössere Bedeutung – der Torwart steht im Tor und stoppt den Puck, der Kampfgeist einer Mannschaft wird nur ganz selten anhand des Schlussmanns bewertet. Doch genau das tat Jonas Hiller am Samstag in Biel nach dem 2:5 gegen Davos im ersten Spiel der Viertelfinal-Serie: Er nahm ausschliesslich seine Vorderleute in die Pflicht.

Mutig und unorthodox. Doch auch Hiller darf das. Er ist einer jener zwei Bieler im Team, die aus dem Kollektiv herausragen. Der andere ist Verteidiger Forster. Es sind die beiden einzigen Schweizer Königstransfers, die von den Seeländern seit ihrer Rückkehr in die höchste Liga getätigt wurden. Sie sollen Biel vom Status der kleinen grauen Maus befreien, auch wenn betont wird, weiterhin zu den finanzschwächeren Mannschaften der Liga zu gehören. Hiller und Forster sind designierte Leader, die auch mal deutlicher als üblich auf Missstände hinweisen dürfen.

Das Fundament zuhinterst

Und wie reagiert Hiller selber? Ihm unterlief im ersten Match schliesslich auch ein Lapsus, er machte beim 2:2-Ausgleichstor eine schlechte Figur. Der 36-Jährige spielt seine ganze Routine aus. Er strahlt Ruhe aus und ist das Fundament einer Bieler Mannschaft, die die Nervosität der ersten Begegnung ablegen kann.

Es braucht lange Zeit nicht einmal viele Grosstaten Hillers. Diese spart er sich jeweils auf bis zum Ende des zweiten und dritten Drittels. Der erste «Big Save» ist erst 12 Sekunden vor Ende des Mittelabschnitts vonnöten, als Hiller gleich zwei Mal akrobatisch verhindert, dass Marc Wieser die Davoser endlich aufs Skorerblatt bringt. Es sind die ersten wirklich guten Torchancen der Bündner, was über beide Teams vieles aussagt.

Der EHC Biel agiert abgeklärt, hat sich gut auf den Gegner eingestellt, lässt kaum etwas zu im eigenen Drittel, verwaltet den bis zur Spielhälfte herausgespielten 2:0-Erfolg souverän. Davos ist ein Gegner, der seinen Anhängern wieder einmal in Erinnerung ruft, welch Wundertüte er in dieser Saison ist. Auf den starken Auftritt vom Samstag folgt ein uninspirierter, einer ohne die Opferbereitschaft, an die Grenzen zu gehen.

Spannung kommt tatsächlich doch noch auf – dank Hiller. Seine einzige unglückliche Aktion ist ein halbes Eigentor drei Minuten vor Schluss. Und plötzlich wird er noch zum Matchwinner, als er eine Minute vor Schluss erneut Marc Wieser bei einem Sololauf stoppt, das 2:2 verhindert. Forsters Schuss ins leere Tor danach zum 3:1-Endstand sorgt dafür, dass beide Königstransfers ihren Anteil am Auswärtssieg haben.

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