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Hadern und etwas Vorfreude

Mit dem 2:6 in Lugano geht die erfolgreichste Saison des EHC Biel seit 28 Jahren zu Ende. «Wir hatten Möglichkeiten, die Serie in die andere Richtung zu lenken, deshalb ist es umso frustrierender», sagt Jonas Hiller.

Wehmütiger Abschied: Die Bieler bedanken sich bei den mitgereisten Fans.
Wehmütiger Abschied: Die Bieler bedanken sich bei den mitgereisten Fans.
Gabriele Putzu, Keystone

Grundsätzlich bietet eine zweisprachige Stadt viele Vorteile. Am Samstagabend hätte sich Jonas Hiller wohl aber kurz gewünscht, Torhüter eines beliebigen anderen Clubs zu sein. Schliesslich musste der Keeper des EHC Biel in der Resega dem gleichen Reporter seine Gefühle auf Deutsch und Französisch erklären.

«Jeder hat hart gearbeitet, wir können niemandem die Schuld geben», sagte er nach dem finalen 2:6, den Blick leer, «aber wir hatten Möglichkeiten, die Serie in die andere Richtung zu lenken, deshalb ist es umso frustrierender.»

Unversucht gelassen hatten die Seeländer nichts. Hiller schon gar nicht, er war nach einem Spiel Pause wegen Symptomen einer Gehirnerschütterung ins Tor zurückgekehrt. Grégory Hofmann, der ihn am Ostermontag regelrecht abgeschossen hatte, erkundigte sich nach dem Spiel nach Hillers Befinden, und dieser machte ihm keinen Vorwurf: «Solche Situationen gibt es im Eishockey.»

Lugano macht kurzen Prozess

Biels Gameplan im sechsten Halbfinalspiel wurde zur Makulatur, als Hofmann und Julian Walker in den ersten 42 Sekunden trafen. Von da an rannten die Seeländer gegen die massierte Abwehr an. Hoffen war bis 3,3 Sekunden vor der zweiten Sirene und dem 5:1 durch Alessio Bertaggia erlaubt. «Wir nahmen blöde Strafen, und Lugano war eiskalt», analysierte Mathieu Tschantré.

Die Bieler trotteten nach dem Ende noch einmal aufs Eis, um ihrem treuen Anhang zu danken, und in diesem Moment hätte wohl jeder gerne die Uhr eine ­Woche zurückgedreht. Genau auf Samstag, den 31. März, kurz vor 21 Uhr. Biel führte 2:0 in der Serie und 3:0 in Spiel 3, Lugano wirkte klinisch tot.

Statt des 4:0 fiel das 3:1 durch den Shorthander Sébastien Reuilles und eine halbe Stunde, eine Bieler Strafenflut und drei Luganeser Powerplaytreffer später war die Wende eingeleitet. Für Hiller war aber nicht nur dieser «Momentumswechsel» entscheidend: «Die Special Teams haben uns viele Spiele gekostet.» Besonders die vier Shorthander Luganos in Spiel 3 und 4 waren für den EHCB letztlich fatal.

Trotz des abrupten Endes bleibt viel Positives, gerade seit dem Trainerwechsel von Mike McNamara via Sportchef und Interimscoach Martin Steinegger zu Antti Törmänen: Punkte in 19 der letzten 20 Qualifikationsspiele, Platz 3 und die erste gewonnene Playoff-Serie seit 28 Jahren.

«Wir sind zusammengewachsen und haben gesehen, dass wir Erfolg haben können, wenn jeder für jeden geht», sagte Hiller, «ich freue mich schon jetzt auf die nächste Saison mit den Jungs.» Nun lächelte er sogar ein wenig.

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