Zum Hauptinhalt springen

Grösser als «grande» Lugano

Der SC Langenthal hat am Dienstag für eine verita­ble Überraschung gesorgt. Stolz blicken die Oberaargauer auf den 5:1-Erfolg im Cup gegen den HC Lugano zurück. «Es fühlt sich fast an, als wären wir Champion», meinte etwa Brent Kelly.

Der SCL ist der letzte verbliebene NLB-Vertreter. Im Cupviertelfinal empfangen die Oberaargauer den EHC Kloten.
Der SCL ist der letzte verbliebene NLB-Vertreter. Im Cupviertelfinal empfangen die Oberaargauer den EHC Kloten.
Freshfocus
Langenthals Torschütze zum 1:0 Pierrick Pivron (l.) jubelt mit seinen Teamkollegen. Die Oberaargauer gewinnen die Partie gegen den oberklassigen Gegner gleich mit 5:1.
Langenthals Torschütze zum 1:0 Pierrick Pivron (l.) jubelt mit seinen Teamkollegen. Die Oberaargauer gewinnen die Partie gegen den oberklassigen Gegner gleich mit 5:1.
Keystone
Dario Kummer (l.) und Mike Voellmin (beide Langenthal) nehmen Patrik Zackrisson in die Mangel.
Dario Kummer (l.) und Mike Voellmin (beide Langenthal) nehmen Patrik Zackrisson in die Mangel.
Freshfocus
1 / 5

Die Nacht ist vergangen, die gute Stimmung selbstverständlich geblieben. Es war schliesslich auch ein grosser Abend, auf den die Spieler des SC Langenthal zurückblicken können. 5:1 hat der NLB-Klub am Dienstag den HC Lugano – den Playoff-Finalisten – im Cupachtelfinal bezwungen. Dabei waren die Tessiner praktisch in Vollbestand in den Oberaargau gereist. «Irgendwie ist es ein bisschen komisch», sagte Captain Stefan Tschannen. «Überraschenderweise muss man sagen, dass wir absolut verdient gewonnen haben.»

Nun, Langenthal hat tatsächlich diverse Chancen ausgelassen und hätte noch deutlicher gewinnen können. Insbesondere im zweiten Abschnitt war kein Klassenunterschied sichtbar. Dieses Spiel sei ein «Riesenhighlight», das niemand für möglich gehalten habe, hielt Tschannen fest. Denn der Plan der Langenthaler vor diesem Duell hatte primär gelautet, nicht deklassiert zu werden.

«Unglaublich schön»

Besonders nach dem Spiel waren die Langenthaler Akteure begeistert. «Es war eine tolle Stimmung, als habe die ganze Stadt hinter uns gestanden, unglaublich schön», versuchte Torhüter Marco Mathis den Abend in Worte zu fassen. Nicht zuletzt helfe diese Partie auch in der Meisterschaft weiter. Für Brent Kelly gibt dieses Erfolgserlebnis ordentlich Selbst­vertrauen, für Mathis ist es wichtig, um in schwierigen Zeiten zu bestehen. «Daran können wir zurückdenken, sollte es einmal nicht laufen. So hat diese Partie später vielleicht eine noch grössere Bedeutung», sagte der Torhüter.

Einfluss auf die Zukunft könnte diese Partie auch bei Jason O’Leary haben: «Ich glaube, das gibt wieder mehr graue Haare», meinte der Langenthaler Trainer scherzhaft, um dann ernsthaft hinzuzufügen: «Wir haben diesen Sieg absolut verdient. Nach dem Schlusspfiff in diesem harten Fight fühle ich mich befreit.»

Papa besiegt Götti

Die Erfahrung vom letzten Jahr, als Langenthal im Cup gegen den SC Bern eine 2:0-Führung preisgab, sei wichtig gewesen und habe nun geholfen, sagte Brent Kelly. Wichtig sei auch gewesen, nichts Spezielles getan zu haben. «Es gab keinen Grund, nervös oder gestresst zu sein. Also haben wir einfach gespielt», sagte der Kanadier. Begeistert meinte er: «Das hier ist so speziell – es fühlt sich fast an, als wären wir Champion.»

Für SCL-Captain Tschannen war die Partie noch aus einem anderen Grund speziell: Der Götti seines Sohns Lenny ist Lugano-Stürmer Julian Walker. «Ich habe meinen Kindern nach der Auslosung erzählt, dass wir gegeneinander spielen werden. Sie freuten sich schon lange auf diese Partie», erzählte Tschannen.

Auf die Forderung der Kinder, Papa müsse gegen Götti gewinnen, ­habe er damals jedoch erwidert, dass dies etwas schwierig werden dürfte. Nun weiss nicht nur Familie Tschannen, sondern die ganze Eishockeyschweiz: Unmöglich ist es nicht.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch