Gian-Andrea Randegger sattelt um

Der zweifache SCB-Meisterspieler Gian-Andrea Randegger tritt zurück. Er sagt: «Ich konnte im Eishockey meinen Weg gehen, habe das Maximum herausgeholt.»

Wendet sich vom Eishockey ab: Gian-Andrea Randegger.

Wendet sich vom Eishockey ab: Gian-Andrea Randegger. Bild: Christian Pfander

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Im vierten Ernstkampf der Saison kam er zu seinem ersten Auftritt für den SC Bern: Matthias ­Bieber. Der 32 Jahre alte Stürmer hatte sich wegen einer Schambeinentzündung gedulden müssen, am Samstag rückte er gegen Cardiff in die Verantwortung. ­

Bieber begann an der Seite Andrew Ebbetts im dritten Block, spielte später in der vierten Linie mit Alain Berger und Daniele Grassi. «Ich bin froh, nach mühsamen Wochen endlich richtig dabei zu sein», sagte er.

Bieber und Grassi, beides Zuzüge aus Kloten, sollen den SCB in der Breite besser machen und die hinteren Formationen ergänzen. Sie wurden im Auswahlprozess unter anderem Gian-Andrea Rand­egger vorgezogen. Der Flügel erhielt im Frühling nach drei Saisons in Bern keinen Vertrag mehr. Fortan stand bei ihm punkto Zukunft ein Fragezeichen. Dieses wird nun durch ein Ausrufezeichen ersetzt: Rücktritt!

Der Abgang von der National-League-Bühne durch die Hintertür passt zu einem, der selten im Vordergrund stand; zu einem, «der oft unterschätzt wurde und immer extrem hart für seinen Platz kämpfen musste, obwohl er einer Mannschaft enorm viel bringt». So hat dies einst Bruder Flurin formuliert, der bei den SCL Tigers tätig ist.

«Es ist der richtige Zeitpunkt»

Nach dem Ende in Bern führte Gian-Andrea Randegger Gespräche mit Rapperswil und mit Lausanne, wo der neue Coach Ville Peltonen einen Platz für den Flügel vorgesehen hatte. Doch Sportchef Jan Alston entschied sich für Servettes Tim Traber – und Rand­egger später zum Rücktritt. Dabei ist der Bündner gerade einmal 32 Jahre alt, nach zwölf Saisons Profieishockey ohne körperliche Beschwerden.

Er hätte etwa in der zweithöchsten Spielklasse eine Rolle mit viel Einfluss übernehmen können. «Aber ich wollte es nicht erzwingen, weiterzuspielen. Mit 32 Jahren stehen mir für die Berufswelt noch viele Optionen offen. Das Umsatteln fällt leichter», sagt Randegger. «Zudem kann ich nach drei Jahren mit zwei Meistertiteln in Bern auf dem Höhepunkt aufhören.»

Seine beste Phase hatte der zum Stürmer umfunktionierte gelernte Verteidiger unter Coach Lars Leuenberger. Im Playoff 2016 sorgte Randegger mit den Berger-Brüdern Pascal und Alain im vierten Block gegen den favorisierten ZSC für die Differenz. Für gewöhnlich pendelte er in Bern zwischen vierter Formation und Tribüne, war dennoch teamintern ein Garant für Stimmung statt für Stunk. «Ich habe gelernt, flexibel zu sein, mich rasch auf Neues einzustellen und durchzubeissen», sagt Randegger.

Wo aber liegt die Zukunft des zweifachen Schweizer Meisters (532 NLA-Partien, 44 Punkte)? «Ich bin offen für vieles», sagt Randegger. Er schliesst zurzeit den Bachelor in Business Administration ab – mit Vertiefung im Bereich International Management. «Nun läuft der Bewerbungsprozess.»

Zwar vermisst Randegger den mit dem Spitzensport verbundenen Nervenkitzel. «Aber es ist der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt. Ich konnte im Eishockey meinen Weg gehen und habe das Maximum herausgeholt.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.09.2018, 22:41 Uhr

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