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Furrer räumt auf

Verteidiger Philippe Furrer ist zuversichtlich, dass er nächste Saison wieder beschwerdefrei spielen kann.

Phlippe Furrer
Phlippe Furrer
Andreas Blatter

Daniel Rubin liegt auf dem Eis, verspürt Schwindel, muss mit Verdacht auf Hirnerschütterung in die Kabine. Philippe Furrer verfolgt die Szene am Samstagabend von der Pressetribüne – er weiss genau, wie sich Rubin fühlt. Furrer ist gewissermassen der Pechvogel der Saison. Der Verteidiger spricht von einer Spielzeit zum Vergessen. Wegen anhaltender Kopfschmerzen hat er in dieser Saison nur 16 Partien bestritten. Auf jede Rückkehr folgte unverzüglich der nächste Rückschlag. Furrer unternahm alles, um an den Olympischen Spielen in Sotschi teilnehmen zu können. Er reiste nach Atlanta, liess sich am renommierten Carrick Brain Center untersuchen. Die Spezialisten diagnostizierten Fehlfunktionen und eine defizitäre Belastbarkeit des Hirns – und beendeten die Olympiaträume des Berners. Rückblickend sagt Furrer, er hätte weniger stark forcieren sollen. «Ich habe eben einen sturen Kopf, habe mich oft selbst enttäuscht, weil ich es immer wieder versucht hatte und dann einsehen musste, dass es doch nicht geht.» Der Schweregrad seiner Verletzung sei anfänglich auch nicht so hoch gewesen. Bei der Heilungssuche habe er sich zuweilen verzettelt, zu viele Therapien ausprobiert.

«Ich will es nochmals wissen»

Mittlerweile ist es Furrer gelungen, das zu tun, was er womöglich früher hätte tun sollen: vom Eishockey loslassen, Abstand gewinnen. Dies fällt ihm etwas leichter, weil die Mitspieler in der Platzierungsrunde antreten und nicht in den Playoffs um den Titel kämpfen. Statt zu trainieren, baut Furrer zu Hause den Garten um. Es sei wie «ein Aufräumen im Kopf und im Leben». Der 28-Jährige hat seit Jahren mit Verletzungen zu kämpfen, Gedanken an den Rücktritt gebe es aber keine. Vielmehr sagt er: «An der WM in Stockholm habe ich gespürt, dass in mir noch mehr Potenzial steckt. Ich will es nochmals wissen.»

Auch Hänni in Atlanta

Um einer neuerlichen Enttäuschung vorzubeugen, plant Furrer seine Rückkehr in Zusammenarbeit mit den Spezialisten sorgfältig. Es sei wichtig, die Balance zwischen Belastung und Entspannung zu finden – «ich bin auf sehr gutem Weg». Diese Worte würde mit Sicherheit auch Andreas Hänni gerne wählen. Der ehemalige SCB-Spieler leidet ebenfalls seit längerer Zeit an Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen. Er befindet sich zurzeit in Atlanta in Behandlung. Ob der Biel-Verteidiger seine Karriere fortsetzen kann, ist fraglich.

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